easyLinux 2.000

Komfortable Installation mit den e-Tools von easyLinux.

easyLinux ist eine deutsche Distribution, die in Distributionentests bisher eher selten berücksichtigt wurde - völlig zu unrecht, wie wir meinen. Die Konstanzer eIT GmbH ist mit easyLinux 2.000 nun in die zweite Versionsrunde gegangen und hat der Vollversion neben einem 290-seitigen Handbuch insgesamt fünf CDs beigelegt. Neben freier Software befinden sich darauf u. a. die Vollversion des Lokisoft-Adventure-Spiels Hopkins FBI, Suns StarOffice 5.1a sowie einige Testversionen kommerzieller Programme (Applixware, VMware) und Spiele (Civilization, Myth, …).

Doch nun zur Installation: Nach dem Booten von CD wird sofort das grafische Installationstool geladen, das aus diversen e-tools besteht. Ähnlich wie Calderas LIZARD glänzt das Installations-Programm durch eine sehr gute Hardwareerkennung (z. B. Radmaus) und einsteigerfreundliche Dialogfenster mit jederzeitiger Hilfe- und Rücksprungoption. In easyLinux stehen je nach Selbsteinschätzung der eigenen Linux-Kenntnisse drei verschiedene Installationsmodi zur Wahl - wir entscheiden uns für "Neuling". Sogleich bittet uns eChoice anzugeben, ob wir einen PC mit oder ohne Internetanbindung oder gar einen Laptop besitzen.

EasyLinux - hervorragende Benutzerdialoge während der Installation.

Auch das Partitionieren gestaltet sich mit eFdisk und ePartition relativ einfach. Wenn Sie Linux-Neuling sind, sollten Sie an dieser Stelle - dies gilt im Prinzip für alle Distributionen gleichermaßen - im Handbuch die Ausführungen zum Thema Partitionieren durchlesen, damit Sie nicht versehentlich auf der Festplatte wichtige Daten löschen. ePartition warnt Sie, bevor es permanente Veränderungen an der Platte vornimmt. Nach der Netzwerkkonfiguration beginnt easyLinux mit der Installation des "Basissystems". Auch die Einrichtung des Bootmanagers LILO gestaltet sich mit eLilo problemlos. Das Installationstool verabschiedet sich schließlich mit dem Hinweis, dass wir die eingelegte CD entnehmen sollen und uns beim KDM-Anmeldebildschirm als root (ohne Passwort) einloggen sollen.

Erstkonfiguration und Nachinstallation - mit eHelpAgent und eProfile kinderleicht.

Nach dem Login müssen wir in eRootPasswd zunächst ein root-Passwort festlegen; danach begleitet uns die Online-Hilfe Schritt für Schritt durch die noch erforderliche Erstkonfiguration - auch hier: vorbildlich gelöst! Mit den e-Tools ist den Entwicklern von eIT ein Meisterstück in Sachen Windows-Nachahmung und Bedienkomfort gelungen. Für jedes wichtige Systemtool unter Windows finden Sie in easyLinux ein KDE-Äquivalent (z. B. Systemsteuerung, Registry, …). Besonders wichtig ist es uns, endlich einen flimmerfreien und korrekt justierten Bildschirm zu erhalten, außerdem wollen wir zusätzliche Softwarepakete von den beiliegenden CDs installieren (eProfile). Die X-Konfiguration ist mit eXs kinderleicht.

Hardware-Einbindung im Windows-Stil

Der eIT-eigene Paketmanager eProfile bittet uns darum, eine (sehr sinnvoll zusammengestellte) Vorauswahl zu treffen, danach haben wir die Möglichkeit, Einzelpakete aus einer übersichtlich in Register angeordneten Paketauswahl zu treffen. Leider ist derzeit noch keine Suchfunktion integriert. Für die Installation von distributionsfremden Paketen müssen wir außerdem wieder auf kpackage zurückgreifen. Hier wäre aus Benutzersicht ein zentraler Paketmanager wünschenswert, der Paketabhängigkeiten nach Möglichkeit selbständig auflöst. Weiterhin trübt den ansonsten rundum positiven Eindruck etwas, dass die Laufwerkssymbole der Windows-Partition und des SCSI-ZIP-Laufwerks nicht auf dem Desktop erscheinen, obwohl sie in der Datei /etc/fstab korrekt eingetragen sind. Dafür wartet easyLinux mit einigen zusätzlichen Sahnehäubchen wie Joystick- und TV-Karten-Setup auf, und das Handbuch ist insgesamt sehr hochwertig.

"Systemsteuerung" und "regedit" unter Linux? Warum eigentlich nicht?

EasyLinux macht seinem Namen alle Ehre: Wenn Sie eine Linux-Distribution suchen, die Ihnen ohne längere Eingewöhnungsphase eine Desktop-Alternative zu Windows bietet, dann sollten Sie sich diese Distribution unbedingt näher anschauen!

Linux Mandrake 7.0

Grafisches Partitionieren - eine Innovation von Mandrake.

Mandrake hat sich von einem Red Hat-Sprössling zu einer eigenständigen Distribution entwickelt. Zu dieser Tatsache tragen inzwischen auch ein eigenes grafisches Installationsprogramm namens DrakX und das Konfigurationsprogramm DrakConf bei. Nach dem Booten von CD bzw. selbsterstellter Bootdiskette und einmaligem "Enter" am Bootprompt wird DrakX geladen, und die automatische Hardwareerkennung beginnt ihre Arbeit. Wir gelangen in ein farbenfrohes Installations-Tool, das links eine Gesamtübersicht über den Installationsprozess, unten eine Kurzhilfe zum jeweiligen Schritt und in der Mitte das eigentliche Dialogfenster präsentiert.

Sprachkauderwelsch ist bei Mandrake an der Tagesordnung.

Nach der Sprachauswahl bittet uns (jetzt in deutscher Sprache) ein weiteres Dialogfenster, aus drei Möglichkeiten die gewünschte Installationsart zu wählen. Da "Zu empfehlen" naheliegend ist, entscheiden wir uns für diesen Punkt. Leider stellt sich recht schnell heraus, dass DrakX in diesem Modus keine Paketauswahl und keine Sicherheitseinstellungs-Optionen ("Cryptographie") vorsieht. Die Paketinstallation beginnt denn auch - fast unerwartet -, nachdem wir die Partitionierung mit dem neuen grafischen Partitionierungsprogramm (Vorsicht beim Verändern bestehender Partitionen!) abgeschlossen haben.

Funktionierende Laufwerkssymbole und deutsches Benutzerhandbuch - was will man mehr?

Der weitere Installationsverlauf gestaltet sich dann ohne größere Probleme. Vor dem Reboot wird die Installations-CD ausgeworfen. LILO stellt anschließend - wie gewünscht - wahlweise Linux oder Windows zum Booten zur Wahl. Der KDM-Login bietet im Unterpunkt "Sitzungsart" neben KDE und GNOME eine ganze Reihe anderer Window-Manager zur freien Wahl. Nach dem ersten Einloggen als Administrator root erwartet uns zwar keine Online-Hilfe, dafür stehen über einen Mausklick alle Partitionen (inklusive Windows-Laufwerk) zur Verfügung. Außerdem erhalten wir mit einem Klick auf das "Doc"-Icon eine Übersicht über die verfügbare Dokumentation.

Mit dem Konfigurationstool DrakConf lassen sich die meisten (Re-) Konfigurationen von zentraler Stelle aus bewältigen. In unserem Testsystem lässt sich das Mausrad erst nach mehreren Anläufen zur Mitarbeit bewegen. Außerdem müssen wir uns das Paket "kisdn" von einer fremden Quelle besorgen, da den mitgelieferten Distributions-CDs nur das wesentlich unkomfortablere Konsolenpaket "isdn4kutils" beigelegt worden ist. RpmDrake liest neue Pakete (von CD, FTP- und WWW-Servern) ein und bietet einen schnellen Überblick über bereits installierte und noch verfügbare rpm-Pakete.

Der Softwareumfang ist mit sechs CDs überdurchschnittlich groß. Es findet sich darauf so ziemlich alles, was für den modernen Linux-Desktop Pflicht ist. Die letzten beiden CDs sind voll mit kommerziellen Demos und "Light"-Versionen aller Art. Ein besonderes Schmankerl stellt das Tool mandrakeUpdate dar, welches im Internet nach Mandrake-Mirror-Servern sucht und bei Bedarf ein Software-Update durchführt. Leider werden diese neuen Tools in den Handbüchern noch nicht näher beschrieben, so dass man selbst etwas herumspielen muss, um die Funktionsweise der Tools herauszufinden.

Update gefällig - Mandrake zeigt sich im Paketmanagement innovativ.

Dennoch: Mandrake überzeugt durch eine relativ problemlose Installation und Konfiguration und stellt nicht zuletzt dank seines üppigen Software-Umfangs (mit der Möglichkeit, bequem Online-Updates durchzuführen) auch für fortgeschrittenere Linuxer eine interessante Alternative zu den Basisdistributionen dar.

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