Sicher fragte sich der eine oder andere, was man denn mit dem im letzten Linux-Magazin vorgestellten wmx überhaupt anfangen soll - leistet er doch nicht mehr, als der Titel "Window-Manager" ohnehin schon vermuten lässt: Rahmen um X-Anwendungen malen und die Fenster verwalten - nicht gerade viel, vergleicht man dies mit dem meist vorinstallierten KDE. Unserem wmx fehlt noch der komplette Desktop: ein wichtiger Grund, überhaupt X einzusetzen.
Gewaltenteilung
Nun ist es unter Unix-Versionen (wie Linux) so, dass nicht eine undurchsichtige Blackbox alles nach eigenem Ermessen regelt sondern dem User eine breite Palette an Tools und Möglichkeiten zur Verfügung steht, um individuell das eigene Ideal zu verwirklichen. So gibt es vom Tool für den Hintergrund über Programmstarter bis hin zum kompletten Environmentalles, womit ein einfacher Window-Manager aufgepeppt und ergänzt werden kann. Ein Fenster-Manager wie wmx ist also "nur" ein Baustein bei der Zusammenstellung eines Desktops.
GNOME
Es gibt ihn wirklich, den GNOME-sprechenden wmx - nur steckt dieser noch in den Kinderschuhen und ist nach meiner Erfahrung mit etwa einem Absturz pro 100 Betriebsstunden noch nicht vorbehaltlos zu empfehlen. Wer die Herausforderung dennoch annimmt, findet die GNOME-konforme Variante unter http://www.nidal.com/~henri/wmx/. Die Bedienung dieser Version ist anders, denn das GNOME-Environment beansprucht z. B. auch Maustasten für sich und steht somit der Standard-Bedienung von wmx im Weg.
Schlauer ist es hier sicher, die Feature-Liste von GNOME etwas einzuschränken: GNOME ist sehr frei konfigurierbar und kann problemlos mit der Standard-Version von wmx verwendet werden. Hierzu können Sie im GNOME-Kontrollzentrum unter dem Menüpunkt "Fenstermanager" einfach wmx hinzufügen. Allerdings dürfte der Mehrzahl der Anwender bereits das Panel als sinnvolle Ergänzung reichen, daher hier einmal ohne Session-Management:



