out of the box

Wider das Vergessen

Es gibt tausende Tools und Utilities für Linux. "out of the box" pickt sich die Rosinen raus und stellt pro Monat ein Programm vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich oder aber zu Unrecht wenig beachtet halten – zum Beispiel die Gedächtnisstütze note.

Der Bildschirm als zweites Gedächtnis? Spaziert man wachen Auges durch das durchschnittliche Büro, wird diese Prämisse erstaunlich oft recht hardwarenah umgesetzt: Vor lauter gelber Klebe-Zettel bleibt kaum ein Blick auf die Mattscheibe. Fortgeschrittenere Zeitgenossen kleistern virtuelle Postit-Notizen auf ihren Desktop, doch was hilft das schönste knote oder gnotes, wenn mal eben keine grafische Oberfläche zur Hand ist? In diesem Fall (oder auch dem, das man den gleichmäßigen Fluss des Tastaturgeklappers nur ungern mit einem Griff zur Maus unterbricht) steht mit note ein handliches kleines Perl-Programm zu Diensten.

Alles, was man braucht, um das unter http://www.daemon.de/software2.html erhältliche Helferlein zum Laufen zu bekommen, ist eine Perl-5-Installation, und die ist bei fast jeder Linux-Distribution dabei, wenn nicht sowieso vorinstalliert. Wer sich nicht mit kleinen Häppchen begnügen mag, darf zusätzlich noch die mysql-Datenbank (und das Mysql.pm-Perlmodul) installieren, doch das ist für den Hausgebrauch eher mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Bitte auspacken

Spätestens nach einem

tar -xzvf note-0.7.tar.gz
cd note-0.7
ls -al

(und einem Blick in die README-Datei) bemerkt man, dass man die Wahl zwischen zwei Versionen hat: Im Unterverzeichnis mysql-db befindet sich eine ausführbare note-Datei, die eigentlich nur diejenigen verwenden möchten, die so oder so MySQL installiert hat. Allen anderen dürfte das funktional identische binary-db/note genügen. Dieses kopiert man als root in ein Verzeichnis, das sich im Such-Pfad befindet, sinnvollerweise /usr/local/bin:

cp binary-db/note /usr/local/bin

Die im config-Unterverzeichnis mitgelieferte Konfigurationsdatei hingegen setzt sich am besten jede potentielle Nutzerin als versteckte Datei ins eigene Homeverzeichnis:

cp config/noterc ~/.noterc

Gedächtnistraining

Mit einem beherzten note auf der Kommandozeile ist es dann soweit: Der Text der ersten Notiz darf eingegeben und mit einem einzelnen Punkt auf der letzten Zeile abgeschlossen werden. Dabei zahlt es sich später aus, wenn die Stichworte, die das Aha-Erlebnis auslösen sollen, in der ersten Zeile, weitere Erklärungen und Anmerkungen weiter unten platziert werden. Sollte man es sich doch anders überlegen, rettet ein Strg-C die Jungfräulichkeit der eigenen Todo-Liste noch einmal.

Nun kann man zwar auf die selbe Art und Weise weitere Notizen eingeben, sie sich mit note -l oder note -L (inklusive Eintragsdatum) gemeinsam oder mit note notiznummer einzeln anschauen und mit der Option -s stichwort nach einem Stichwort suchen (Groß- und Kleinschreibung spielen keine Rolle). Mit

note -e notiznummer

wird der entsprechende Eintrag in den Standardeditor geladen, und ein

note -d notiznummer

löscht eine erledigte Aufgabe. Doch selbst, dass sich an dieser Stelle etwa mit note -d 3,6,9 oder note -d 2-5 ganze Notizscharen mit einem Schlag ins Nirwana befördern lassen, ist nichts gegen die Aussicht auf eine nette interaktive Benutzerschnittstelle.

Ach wenn ich doch löschen könnt'

Caldera-2.3-Benutzer und vermutlich noch einige andere dürfen in der note-Version 0.7 schlichtweg keinerlei Notiz löschen. Schuld daran ist Zeile 605 im DELETE-Abschnitt. Dort ist nämlich der Pfad zum touch-Programm fest einkodiert:

system("/bin/touch", $TEMP);

Das liegt jedoch bei OpenLinux u.a. unter /usr/bin, weshalb man diese Zeile im Fehlerfall in

system("/usr/bin/touch", $TEMP);

umändern sollte.

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