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Büroklammer

Tipps&Tricks für´s Office

01.05.2000 Gerade die Größe und Komplexität von Office-Software bringt es mit sich, dass man manchmal bei ganz banalen Dingen wie der Ochs vorm Scheunentor steht und unter unglücklichem Softwaredesign zu leiden hat. Einige oft gestellte Fragen beantwortet die – nichttanzende – Büroklammer.

StarOffice: So werde mein Desktop!

Auf meinem Einzelplatzrechner im Büro arbeite ich hauptsächlich mit StarOffice und finde den "Desktop im Desktop" etwas zuviel des Guten. Könnte man nicht die StarOffice-Oberfläche anstelle eines Window-Managers verwenden?

Büroklammer: In der Tat lässt sich der aktuelle Fenstermanager mit ein paar Handgriffen gegen den StarOffice-Desktop austauschen. Dies hat sogar den Vorteil, dass der Arbeitsspeicher, der ansonsten vom Window-Manager belegt wird, nun StarOffice zusätzlich zur Verfügung steht. Allerdings sollte man sich vor einem Austausch im Klaren darüber sein, dass der StarOffice-Desktop bei Weitem nicht das Leistungsspektrum eines KDE bietet. So erhalten zum Beispiel Programme, die man von StarOffice aus startet, keinen Rand und sind somit in ihrer Größe und Position nicht mehr veränderbar. Das liegt daran, dass StarOffice keinen Window-Manager mitbringt, der normalerweise die Fenster unter Kontrolle hält.

Zudem sollten sich nur erfahrene Linux-Anwender an eine Umsetzung dieses Tipps wagen, da sich bei falscher Anwendung das X-Window-System nicht mehr richtig starten lässt.

Um einen Austausch vorzunehmen, öffnet man die Skriptdatei, die für den Start des Desktop-Managers verantwortlich ist, mit einem beliebigen Texteditor. Wenn man seine grafische Oberfläche mit startx aufruft, ist dies meistens die .xinitrc, versteckt im eigenen Homeverzeichnis. Wer sich grafisch einloggt, muss in der Regel die Datei .xsession ändern. In dieser Datei findet man eine Zeile, die in etwa folgende Gestalt hat:

exec $WINDOWMANAGER

$WINDOWMANAGER ist speziell bei SuSE-Linux eine Variable, die durch den Namen des jeweils verwendeten Window-Managers ersetzt wird. Bei anderen Distributionen stehen stattdessen gleich Name und/oder Pfad des Fensterverwaltungsprogramms da.

Diese Zeile ersetzt man nun durch

exec Pfad_zu_StarOffice
/bin/soffice

Wenn man StarOffice systemweit installiert hat, entspricht Pfad_zu_StarOffice zumeist /opt/Office##, wobei statt ## die Versionsnummer (ohne Punkt) steht. Manche Distributionen fragen in dieser Datei mit einem kleinen Skript die Existenz verschiedener Window-Manager ab. In einem solchen Fall trägt man Pfad_zu_StarOffice/bin/soffice an der entsprechenden Stelle als neuen Window-Manager ein. Wenn Sie jetzt das X-Window-System neu starten, sollte StarOffice als neuer Desktop-Manager zur Verfügung stehen.

StarOffice: Es geht auch anders

Der StarOffice-Desktop ist offensichtlich der Windows-Oberfläche nachempfunden. Da mich dies stört, wüsste ich gern, ob man sein Aussehen ändern kann.

Büroklammer: StarOffice bietet zumindest die Möglichkeit, das Aussehen seiner Dialogfenster zu verändern. Wählen Sie dazu Extras-->Optionen. Klicken Sie dann in der linken Liste auf den Eintrag Allgemein und dort auf den Unterpunkt Ansicht. Im Feld Darstellung können Sie nun unter Erscheinungsbild ein anderes Layout auswählen. Hier ist es zum Beispiel auch möglich, der Linux-Version das Erscheinungsbild eines Macintosh zu verleihen.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 06/2012

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