Wenn eine/r eine Reise tut…, dann kommt heutzutage oft ein Notebook ins Spiel. Diese netten Geräte haben lediglich einen Nachteil: Sie sind in der Regel mauslos und die Versuche eines Mausersatzes vielen Zeitgenossen eher ein Notbehelf. Wenn man dann endlich wieder an einem vernünftigen Schreibtisch sitzt, lässt sich meistens ein brauchbarer Nager auftreiben. Doch mit Einstöpseln alleine ist es leider nicht getan.
Plug&Search
Ein Versuch war es ja wert, aber soviel Plug&Play ist natürlich nichts für richtige Frauen, und so begeben wir uns dann doch besser wieder auf die Suche nach – ja, was eigentlich?
In grauer Vorzeit, so lässt sich mühsam dem Gedächtnis entlocken, haben wir mal eine Linux-Distribution installiert, und dabei mussten wir irgendwann auch die Maus konfigurieren. Alte Häsinnen, die das noch vor dem Aufkommen grafischer Konfigurationstools getan haben, sind jetzt fein raus. Damals verdankten wir die funktionierende Maus unter anderem nämlich einem Tool namens Xconfigurator, ganz archaisch XF86Config o.ä., auf jeden Fall einem, das irgendwie mit einem großen X begann.
Wenn jedoch etwas ein X als Anfangsbuchstaben hat, dann führt die Spur nahezu unweigerlich zu X, dem X-Window-System, und damit brauchen wir eigentlich nur noch die passende Konfigurationsdatei. Systemweite Konfigurationsdateien – so hat uns mal ein schlaues Linuxbuch verraten – haben ihren Platz normalerweise im Verzeichnis /etc.
Ein ls /etc/X und zweimal die Tab-Taste verraten in den gebräuchlichsten Shell-Programmen und bei den meisten Distributionen schon fast alles: Wer sich erinnert, dass das X-Window-System unter Linux normalerweise auf den komplizierten Namen XFree86 (oder so ähnlich) hört, dem wird die Identifizierung der Datei /etc/XF86Config (oft auch /etc/X11/XF86Config) als wichtigste Konfigurationsdatei für selbiges nicht schwer fallen.
Mit ein wenig Glück weist uns darin das Stichwort mouse (gefunden mit dem less-Suchbefehl /mouse) den Weg: /dev/mouse sieht ganz danach aus, als hätten wir gefunden, wo das Maus-Gerät (dev steht für "device") konfiguriert wird. Leider sind nicht alle so glücklich: Ein ls -al /dev/mouse belehrt uns…
lrwxrwxrwx 1 root root 10 Aug 8 18:18 /dev/mouse -> /dev/psaux
… dass es sich dabei lediglich um einen symbolischen Link auf /dev/psaux (oder auch einen seriellen Port) handelt, und niemand kann uns oder ein Konfigurationsprogramm daran hindern, die tatsächliche PS2-Schnittstelle statt des symbolträchtigen /dev/mouse in die /etc/XF86Config aufzunehmen.
man mag Dateien
Doch so schnell geben wir nicht klein bei. Dunkel erinnern wir uns daran, dass uns unser heißgeliebtes man nicht nur bei Kommandos zur Verfügung steht, sondern auch, wenn wir mehr über die Formate spezieller Konfigurationsdateien wissen wollen. Und so ahnen wir nach einem ersten Blick auf man XF86Config, dass uns dieses Übersichtswerk im Folgenden von hohem Nutzwert sein wird.
Auf der Suche nach dem Stichwort Mouse landen wir dort recht schnell bei einer Auflistung verschiedener Maus-Protokolle wie Auto, BusMouse, ..., IntelliMouse, IMPS/2, Logitech, Microsoft, ..., MMSeries, Mouseman, MouseManPlusPS/2, MouseSystems, NetMousePS/2, NetScrollPS/2, OSMouse, PS/2 etc. Oberhalb davon treffen wir auf den Hinweis, dass diese Dinge im Abschnitt ("section") Pointer angegeben sein müssen. Und da sich ein Maus-ähnliches Gerät mit einiger Fantasie gut und gern als "Zeiger" umschreiben lässt, sind wir wenig verwundert, dass unser /dev/mouse-(o.ä.)-Schnittstelleneintrag tatsächlich in einer Section "Pointer" zu finden ist:
Section "Pointer"
Protocol "PS/2"
Device "/dev/mouse"
EndSectionDas wird dann wohl die Konfiguration unseres Touchpads sein… Anzunehmen, dass die Konfiguration einer eingestöpselten richtigen Maus ähnlich aussieht.



