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Der Andere

Jo´s alternativer Desktop

01.02.2000 Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie von nun an regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Windowmanager und Desktopumgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor. In dieser Ausgabe bittet Ihr Desktop im Lande des GNOMEs zum Tanz.

Ein schrumpeliger Fußstapfen ziert das Gnome-Symbol, erdfarbene und felsig anmutende Icons – wer fühlt sich da nicht in eine Welt von Märchen und Kobolden versetzt? Doch, oh weh – dieser Gnom schreibt sich mit "e", und das Fremdwörterlexikon informiert unmissverständlich, dass "Gnome" nichts weiter als ein lehrhafter Spruch in Versform oder Prosa ist. Der letzte Hauch Träumerei erlischt mit der Erkenntnis, dass es für unseren Computer gar kein Gnome, sondern nur GNOME gibt – das "GNU Network Object Model Environment".

Doch so trist soll unser Desktop nicht dahinfristen: Ausgerüstet mit etwas Fantasie und dem festen Glauben an unsere Zauberkräfte machen wir uns auf den Weg in diese ferne Welt – zum großen Abenteuer mit dem sagenumworbenen GNOME.

Akte X – unser erster Fall

Schon an der Pforte zu dieser uns verschlossenen Welt steht das erste Rätsel geschrieben: "Diese Welt kann nur betreten, wer das Wissen um die Einheit von X, Window-Manager und diesem Environment inne hat." Informationen zu X sind einfach zu bekommen: man X liefert mehr als genug. X, das X-Window-System, ist bereits ein vollwertiges grafisches und netzwerkfähiges "Fenstersystem".

Bei deaktiviertem grafischen Login (meist xdm oder kdm) und nicht vorhandener Datei ~/.xinitrc lässt sich das leicht nachvollziehen: startx failsafe startet das reine X inklusive eines xterms. So kann bereits mit Allem gearbeitet werden (Abbildung 1), nur fehlt die komfortable Möglichkeit, Fenster zu positionieren, maximieren, minimieren oder fokussieren.

Abbildung 1: Nacktes X ohne Window-Manager oder Environment

Einer für alle (Fenster)…

Unserem X fehlt also der Herr der Fenster – ein Window-Manager. Hiervon gibt es eine Unzahl mit ebenso vielfältigen Begabungen. Manche bringen alles mit, was das Leben mit dem Computer angenehmer und schöner macht (zum Beispiel ein Startmenü, Hintergrundbilder, Themes), und manche machen nicht mehr, als der Name "Window-Manager" schon verspricht. Das muss kein Nachteil sein – denn für Startmenüs oder Desktop-Hintergründe können auf Wunsch auch separate Programme sorgen.

Eine kleine Auswahl an Window-Managern ist auf der Seite http://www.plig.org/xwinman/ zusammengestellt. Einen einfachen Vertreter dieser Gattung können wir zum Beispiel herbeizaubern, indem wir (dem auf fast jeder Distribution vorinstallierten) TWM mittels startx twm das Zepter über unseren Desktop in die Hand geben.

Abbildung 2: X mit dem Window-Manager TWM

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LinuxUser 06/2012

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