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Perfekt getextet

Workshop WordPerfect 8 – Teil 2

01.01.2000 Der zweite Teil dieses Workshops wagt sich etwas weiter in die Tiefen der beliebten Textverarbeitung. Neben fortgeschrittenen Layoutfunktionen und dem Erstellen und Verwenden von Tabellen präsentiert er auch die Suchen-und-Ersetzen-Funktion.

Ziel der folgenden Übung ist eine Seite mit mehreren Spalten und einer formschönen Überschrift (Abb. 1). Wie in jedem guten Lehrgang beginnen wir dazu mit etwas Bekanntem – dem Lineal – und gehen darauf etwas detaillierter als bisher ein.

Abbildung 1: Das Ziel der heutigen Übung

Völlig "lineal"

Das Lineal besteht aus mehreren Teilen. In der Mitte befindet sich die Skala. Sie zeigt den Abstand, gemessen vom linken physikalischen Rand der Seite, in der voreingestellten Maßeinheit an. Diese legt man über das Hauptfenster Standardeinstellungen-->Bildschirm-->Dokument-->Maßeinheit fest.

Die darüber liegende Linie kennzeichnet den Bereich, in dem man schreiben darf: Erlaubt ist es dort, wo die Linie weiß ist. Innerhalb dieser weißen Linie befinden sich drei Dreiecke. Sie legen den Beginn und das Ende des aktuellen Absatzes fest. Betrachtet man zunächst die linken Dreiecke, so zeigt das obere der beiden, wo der erste Satz und das untere, wo die restlichen Zeilen des Absatzes beginnen.

Möchte man diese Einstellungen ändern, so kann man die Dreiecke mit der Maus direkt verschieben, indem man das entsprechende Symbol anklickt und es dann einfach an die entsprechende Position zieht. Oder man wählt aus dem Menü Format den Punkt Absatz-->Format. Bei der letzteren Methode kann man die Werte auf den Millimeter genau eingeben und bekommt die Auswirkungen sofort in einem Vorschaufenster angezeigt.

Eine Änderung wirkt sich immer nur auf die Zeile, in der sich der Cursor gerade befindet, sowie auf alle nachfolgenden aus. Wurden die Tabulatoren für eine Zeile geändert, erscheint am äußersten linken Rand der Seite ein Pfeil, der auf diese Änderungen hinweist. Klickt man diesen Pfeil mit der rechten Maustaste an, so hat man einige Markierungsfunktionen im schnellen Zugriff.

Das rechte Dreieck bezieht sich auf das Absatzende und kann auf genau die gleiche Weise wie die beiden anderen Marken verstellt werden.

Unterhalb der Skala befinden sich viele kleine Dreiecke. Dies sind die Sprungmarken, die genau die Positionen markieren, an die der Cursor bei einem Druck auf die Tabulatortaste springt.

Eine Anpassung dieser sogenannten Tabstopps erfolgt entweder über den Menüpunkt Format-->Zeile-->Tabstops oder wieder etwas ungenauer mit der Maus. In beiden Fällen muss man zwischen verschiedenen Tabstopp-Arten unterscheiden.

So ist zunächst einmal wichtig, welche Ausrichtung der Text hat. Trifft man mit der Tabulatortaste auf eine Sprungmarke, die z.B. als zentriert definiert ist, so versucht WordPerfect, den dort eingegebenen Text immer mittig unter dieser Marke auszurichten. Je nachdem, welche Ausrichtung ein Tabstopp besitzt, sieht das Symbol für ihn entsprechend anders aus. Eine Übersicht über die verschiedenen Symbole findet man im Feld Typ des Dialogs Format-->Zeile-->Tabstops festlegen. Zusätzlich zur Ausrichtung kann man ein Zeichen definieren, das die bei einem Druck auf die Tabulatortaste entstehende Lücke ausfüllen soll. Bei Inhaltsverzeichnissen z.B. trennt man den Kapitelnamen und die Seitenzahlen oft mit einem Punkt als Füllzeichen.

Abbildung 2: Ändern der Sprungmarken

Per Maus erstellt man einen Tabstopps einfach, indem man mit ihr die gewünschte Stelle unter der Skala anklickt. Um die Ausrichtung eines Tabstopps mit der Maus zu ändern, drückt man die rechte Maustaste, wenn sich der Zeiger über der gewünschten Marke befindet.

Zum Entfernen einer Sprungmarke zieht man sie mit der Maus über die Linealgrenze nach unten heraus oder gibt alternativ ihre Position in das oben erwähnte Dialogfeld ein und klickt dann auf Löschen.

Sprachschatz

Für die Beispielseite benötigen Sie als Erstes einen beliebig langen Text. Sofern Sie schon einen haben, laden Sie ihn wie im ersten Teil des Workshops besprochen ein. Falls WordPerfect das Format kennt, kann an der aktuellen Cursorposition alternativ per Einfügen-->Datei eine beliebige Datei eingefügt werden. Selbstverständlich können Sie den Text auch selbst neu eingeben.

Alle Wörter, die WordPerfect nicht kennt, erscheinen rot unterstrichen, sofern unter Tools-->Korrekturlesen der Eintrag Synchronrechtschreibprüfung markiert ist. Will man diese Rotfärbung nicht, so sollte man im selben Menü den Eintrag Aus anwählen. Dies hat den zusätzlichen Effekt, dass die Verarbeitungsgeschwindigkeit etwas steigt.

Um die Rechtschreibung eines nicht erkannten Worts zu prüfen, klickt man dieses mit der rechten Maustaste an. Daraufhin erscheint eine Liste mit Korrekturvorschlägen. Möchte man hingegen den gesamten Text korrigieren lassen, wählt man Tools-->Lexikon aus dem Menü aus.

Abbildung 3: Die Rechtschreibprüfung

Im nun erscheinenden Fenster kann man unter dem Menüpunkt Überprüfen den zu korrigierenden Bereich seines Dokumentes auswählen. Unter Wörterbücher schaltet man dem Korrekturvorgang entweder weitere Wörterbücher hinzu oder legt selbst ein persönliches an. Ein eigenes Wörterbuch ist z.B. dann sinnvoll, wenn man mit mehreren Sprachen gleichzeitig arbeitet oder viele Fachwörter verwendet. WordPerfect kennt in der Linuxversion übrigens weitaus weniger Wörter als in der Windows-Variante.

Unter Optionen kann eingestellt werden, worauf beim Korrekturvorgang geachtet werden soll. Normalerweise startet die Rechtschreibprüfung direkt nach dem Aufrufen und beginnt dabei am Dokumentenanfang. Findet sie einen Fehler, so stoppt sie und gibt eine Liste von Korrekturvorschlägen aus. Man hat nun die Wahl, das Wort gegen ein vorgeschlagenes oder selbst eingegebenes zu ersetzen, es an dieser Stelle zu ignorieren (1x ignorieren), es im ganzen Dokument zu ignorieren, es neu ins Wörterbuch aufzunehmen (hinzu) oder die gesamte Prüfung mit schließen zu beenden. Falls man sich zu einem Hinzufügen zum Wörterbuch entschließt, wird das Wort in dem Wörterbuch gespeichert, das am unteren Fensterrand angezeigt wird.

Leider prüft WordPerfect derzeit nur nach den alten Rechtschreibregeln. Wer nach den neuen Regeln arbeiten will, muss sich entweder ein eigenes Wörterbuch anlegen oder komplett auf eine automatische Prüfung verzichten.

Der Thesaurus ist ein Zusatzprogramm, das für ein markiertes Wort oder eines, das sich unmittelbar um oder neben dem Cursor befindet, Synonyme nebst Antonymen auflistet und das Wort auf Wunsch gegen ein solches ersetzt. Die Arbeitsweise des Thesaurus gleicht der der Rechtschreibprüfung, mit dem Unterschied, dass man Synonyme für mehrere Worte gleichzeitig anzeigen kann. Dazu wählt man sich aus der Synonym-Liste ein Wort aus und klickt dies doppelt an. Daraufhin werden in der Liste rechts daneben alle Synonyme und Antonyme dieses Wortes aufgeführt.

Abbildung 4: Der Thesaurus

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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