Netzwerk zu Hause

Vernetztes Heim

Der Trend zum Zweitrechner lässt sich nicht verleugnen – doch wenn das Arbeitspferd, das Notebook und das alte Eisen nebeneinander dahinvegetieren, kommt keine rechte Freude auf. Sie sollen miteinander reden – und schon ist der vernetzte Haushalt Wirklichkeit.

Jeder weiß mittlerweile, dass Linux sich hervorragend als Netzwerkbetriebssystem eignet. In den nächsten Zeilen werde ich daher versuchen, Ihnen nahe zu bringen, wie Sie Ihre zwei, drei Computer unter Linux und Windows 9x vernetzen können.

Der gängige Hardwarestandard für solche kleinen und mittleren Netzwerke ist Ethernet, und dafür wollen wir unsere Rechner konfigurieren und zum Laufen bringen.

Unter Schraubern und (Netzwerk-)Steckern

Für MS-Windows-Betriebssysteme lässt sich auf der Verpackung der Netzwerkkarte ablesen, ob sie mit Win 9x oder NT läuft. Das Linux-Netzwerk-Subsystem (das komplett im Kernel integriert ist) unterstützt fast alle gängigen Netzwerkkarten, seien sie für ISA oder PCI ausgelegt. Natürlich gibt es Ausnahmen, und gerade ISA-PnP-Karten sind nicht immer ganz trivial zu installieren. Eine Liste der von Linux unterstützten Netzwerkkarten findet man in der Hardware-Datenbank unter http://cdb.suse.de/. Welche Karten die Besten sind, ist eine sehr schwierige Frage, weil jeder darüber eine andere Meinung hat. Die gängigen Netzwerkkarten (und die günstigsten) sind die NE2000-kompatiblen: Der Kernel unterstützt solche Karten (fast) ausnahmlos.

Für unser Beispiel verwenden wir einen NE2000-Klon, und zwar eine PCI-Karte.

Wie kommt die Karte in den Rechner?

Wenn der Computer noch keine Netzwerkkarte enthält, muss man ein wenig schrauben. Stecken Sie die Karte in den passenden Slot – die recht langen, gröberen sind ISA-Steckplätze (von denen Sie hoffentlich keinen brauchen, weil Ihre Karte eine PCI-Karte ist), die etwa 10 cm langen, schmaleren PCI-Slots. Seien Sie nicht zu zaghaft – die Karte muss ordentlich einrasten.

Wenn Sie Ihren Rechner jetzt wieder hochfahren, sollten Sie darauf achten, dass die Netzwerkkarte einen eindeutigen IRQ abbekommen hat. Das kann man an den BIOS-Meldungen ganz zu Anfang beobachten, die sich mit der Pause/Untbr-Taste am Davonlaufen hindern lassen. Sollten Sie da z.B. zwei Karten auf demselben IRQ stehen haben, müssen Sie diesen Fehler beheben, bevor es weiter geht.

Das kann man auf zwei Arten machen: Entweder Sie ändern die IRQ-Vergabe in den BIOS-Einstellungen, oder Sie fahren den Computer im DOS-Modus hoch, sofern Sie zusätzlich Windows oder DOS installiert haben. Ideal ist der sogenannte Real-Modus, also völlig ohne autoexec.bat und config.sys. Dort rufen Sie das mit der Netzwerkkarte mitgelieferte Einstellprogramm (manchmal Setup- oder Diagnose-Programm genannt) auf und ändern darin die IRQ-Vergabe so, dass die Netzwerkkarte einen eindeutigen IRQ bekommt und nicht mehr mit der Soundkarte o.ä. kollidiert.

Wenn man sehr viele Erweiterungskarten in seinem Computer hat, hilft es manchmal, die zweite serielle Schnittstelle, COM2, auszuschalten. Das gibt den IRQ 3 frei, auf den man die Netzwerkkarte setzen kann.

Einige unter Ihnen werden sich jetzt fragen, was mit den sogenannten I/O-Ports ist. Auf deren Konfiguration bin ich bewusst nicht eingegangen, weil das bei PCI-Karten nicht mehr (oder sehr selten) ein Problem ist, sondern eher eines mit ISA-Karten, zu denen ich Ihnen nicht raten kann.

Kabelage

Ethernet-Netzwerke gibt es in (Ich reduziere bewusst, damit es nicht komplizierter erscheint, als es ist.) zwei Arten, und zwar 10 Mbit und 100 Mbit. Das ist die sogenannte Bandbreite, die im Netzwerk zu Verfügung steht. Neue Netzwerkkarten haben nur einen RJ-45-Anschluss. Damit bleibt nur eine Möglichkeit für die Vernetzung, und zwar mit Twisted-Pair-Kabeln (CAT-3-Kabel für 10 Mbit bzw. CAT 5 für 10 Mbit oder 100 Mbit) und einem Ethernet-Hub. Kategorie-5-Kabel gibt es in zwei Sorten: UTP ("Unshielded Twisted Pair") oder STP ("Shielded Twisted Pair"). Für den Hausgebrauch reicht UTP.

In einem solchen Netzwerk darf die Kabellänge zwischen Ethernet-Hub und Netzwerkkarte eine maximale Länge von 100 Meter nicht überschreiten.

Wenn die Netzwerkkarten auch noch einen BNC-("British Naval Connector"-)Anschluss hat, stellt sich die Frage, ob man das Netzwerk aus Coaxial-Kabeln (Typ RG 58, 50 Ohm oder RG 8U, 50 Ohm), T-Stücken und in den BNC-Connektor passenden, 50-ohmigen Abschlusswiderständen aufbauen will. Der Nachteil eines Ethernet-Netzwerks auf Coaxial-Kabel-Basis (auch Cheapernet genannt) ist, dass seine Bandbreite auf 10 Mbit beschränkt ist. Zudem ist es nicht so stabil wie ein Ethernet, das durch Twisted-Pair-Kabel läuft. Ein Cheapernet fällt andererseits preislich günstiger aus, da keine Kosten für einen Ethernet-Hub anfallen und die passenden Netzwerkkarten billiger sind. Das Hauptkabel in einem Cheapernet darf eine Länge von 185 Meter nicht überschreiten.

Inzwischen haben viele Versandhäuser komplette Netzwerklösungen in Angebot, die meist aus zwei (oder vier) Netzwerkkarten, ebenso vielen Twisted-Pair-Kabeln und einem Ethernet-Hub bzw. Coaxial-Kabeln mit dem entsprechenden Zubehör bestehen.

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