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Bunt, laut und bewegt

Multimedial

01.12.1999 Jeder spricht von Multimedia, auch wenn keiner so genau weiß, was das eigentlich ist. Wie dem auch sei: Linux verschließt sich den Zeichen der Zeit nicht und zeichnet sich gegenüber anderen Unix-Betriebssystemen durch eine wachsende Unterstützung für alles aus, was bunt, bewegt und laut – kurz Multimedia – ist. Ein paar ausgewählte Tools werden hier vorgestellt.

Wenn eines Tages die Fernseher, Videorecorder, Radios und Stereoanlagen abgeschafft sind, sollten die (bis dahin hoffentlich alle unter Linux laufenden) Rechner natürlich einen gebührenden Ersatz schaffen. Nachdem die direkte Hardwareunterstützung, etwa für TV-Karten unter Linux inzwischen offizieller Bestandteil der Kernelsourcen geworden ist, sollte auch die passende Software zum Erzeugen, Bearbeiten, Abspielen und Anzeigen von bewegten und statischen Bildern, Grafiken und Tönen vorhanden sein.

Die Auswahl ist schon heute groß. Neben Klassikern wie xv oder ImageMagick gibt es vielversprechende Neuentwicklungen wie Blender oder Portierungen wie MainActor. Vielleicht werden Sie bald selbst kreativ?

Farbenfroh

Die Pinselkünstlern unter den Linuxbenutzern werden an den folgenden Programmen Gefallen finden: Bilderstellung und -bearbeitung sind hier das Thema. Denn auch orthodoxe Kommandozeilenbenutzer müssen hin und wieder zugeben: Das Auge tippt mit.

GIMP

Abbildung 1: Hinter diesem unscheinbaren Menü steckt die geballte Kraft des GIMP

Der Name, "GNU Image Manipulation Program", ist Programm: Hier kommt ein riesiger Werkzeugkasten zur Bildbearbeitung. Sämtliche gängigen Bildformate können eingelesen werden, außerdem sind Konvertierungen in andere Formate problemlos möglich. Wer darüber hinaus selbst Bilder erstellen möchte, hat eine Vielzahl von Werkzeugen zur Auswahl: ein Textwerkzeug mit vielen Schriften, Pinsel, Buntstift und Pipette. Dazu kommen mehrere Filter und die gängigen Effekte, wie zum Beispiel Drehen und Spiegeln, Ausschneiden und Verschieben, Aufhellen und Kontraste. Eine tolle Sache sind die mitgelieferten Skripte. Damit lassen sich leicht effektvolle Buttons oder dreidimensionale Schriftzüge erstellen. Mit Unterstützung von SANE (http://www.mostang.com/sane/) kann man aus GIMP heraus auch Vorlagen einscannen.

Das Menü wirkt auf den ersten Blick etwas spartanisch, ist aber mit der Maus gut zu bedienen (wenn man auch manchmal etwas suchen muss). Wer eine ausführlichere Anleitung haben möchte, findet diese unter ftp://manual.gimp.org/pub/manual/ in verschiedenen Formaten. Die meisten Distributionen liefern GIMP direkt mit, anderenfalls steht es zum Download bereit unter http://www.gimp.org/.

Heike Jurzik

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LinuxUser 06/2012

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