K-Tools

Ihr Desktop zu treuen Diensten

Was nützt der schönste Desktop, wenn man nichts damit anzufangen weiß? Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten KDE-Programme vor und geben einen Überblick darüber, was es alles zu entdecken gilt.

Da sitzt man jetzt vor all der Herrlichkeit eines funkelnagelneuen KDE-Desktops – nur was macht man damit? Irgendwie ist die Hintergrund-Farbe denn doch nicht das Gelbe – oder in der KDE-Standardeinstellung Blaue – vom Ei, und die Menüs könnten bitteschön auch in Italienisch sein. Hatte nicht irgendwer erzählt, in KDE könne man das alles per Mausklick richten? Wo ist der benötigte Knopf bloß? Ehe Sie sich jetzt richtig in Rage lesen, gehe ich lieber voran und sage "Einsteigen und Türen schließen", die Erkundungstour beginnt…

Kommandobrücke

Dreh- und Angelpunkt sämtlicher Konfigurationsfreuden ist bei KDE das KDE-Kontrollzentrum, die Kommando-Zentrale für alle Lebenslagen. Seien es neue Hintergrundfarben, System-Informationen oder die Definition eigener Shortcuts: Hier wird Ihnen geholfen.

Öffnen können Sie das KDE-Kontrollzentrum auf mehreren Wegen. Klicken Sie entweder auf das kleine …, man könnte es vielleicht "Fernseh-Icon" nennen, das sich in Ihrem Kpanel, sprich: Ihrer Programmleiste, befindet (Abbildung 1). Achtung: Wie eigentlich überall in KDE gilt auch hier: Einmal ist genug. Was nichts anderes heißt, als dass Sie die von Windows gewohnten Doppel-Klicks ganz schnell vergessen sollten, da KDE sonst jedes Programm zweimal startet.

Abbildung 1: Einmal klicken für´s Kontrollzentrum

Die zweite Möglichkeit, das Kontrollzentrum aufzurufen, ist ein Klick auf den K-Button, also das große K ganz links außen im Panel. Es öffnet sich ein Start-Menü, das Sie vielleicht an Windows 9x erinnert. Wählen Sie hier KDE Kontrollzentrum aus. Et voila; – eine Kommandozentrale wie in Abbildung 2 öffnet sich.

Abbildung 2: Ein erster Blick

Die Bedienung des Kontrollzentrums ist nicht allzu schwer. Wählen Sie im linken Fenster aus, welche Sektion Sie interessiert; KDE offeriert Ihnen dann rechts die möglichen Alternativen. Möchten Sie die Einstellungen des kfm, des KDE-Dateimanagers und Webbrowsers in Personalunion, ändern, sollte Ihre Wahl beispielsweise auf Anwendungen fallen. Unter dem Punkt Dateimanager können Sie dann bequem per Mausklick Farben, Schriftart und -größe einstellen. Den Proxy-Server Ihres Providers teilen Sie KDE dagegen lieber unter KFM Webbrowser mit.

Interessant ist auch noch die Sektion Kontrolleiste. Hier lässt Ihnen KDE die Wahl, ob die Leiste resp. das Panel oben, unten oder lieber doch auf der Seite Ihres Desktops zu finden sein soll. Besitzer kleinerer Monitore können im Tab Einstellungen zusätzlich Taskleiste und Programmleiste automatisch verschwinden lassen. Aktivieren Sie in dieser Sektion als Anfänger auch unbedingt den Menüpunkt Menü-Kurztips anzeigen. KDE blendet in diesem Fall kurze Hilfen zu Buttons und Menüpunkten im Panel ein, sobald Sie mit der Maus darüber verweilen.

Die KDE-Schönheitsfarm findet sich im KDE-Kontrollzentrum unter Arbeitsfläche. Möchten Sie etwa das Blau Ihres Desktops in ein grelles Rot verwandeln, wählen Sie Hintergrund aus und stellen im Bereich Farben das Passende ein. Das gleiche Ergebnis erzielen Sie übrigens, wenn Sie auf Ihrer Bildschirmoberfläche einmal näher die Geheimnisse der rechten Maustaste erkunden und dort Eigenschaften der Bildschirmanzeige anklicken. Es sollte sich Ihnen dann ein Fensterchen wie in Abbildung 3 präsentieren, das nicht ganz unerheblich an den Windows-Bruder erinnert…

Abbildung 3: Meine Welt ist bunt

Ein nettes Spielzeug stellt der seit der Version 1.1.2 mitgelieferte Themen-Manager (Abbildung 4) dar. Seine Bedienung ist kinderleicht. Klicken Sie entweder auf eines der schon mitgelieferten Themes oder auf Hinzufügen..., um ein neues Theme in den Themen-Manager zu integrieren. Der Themen-Manager präsentiert Ihnen netterweise im Vorschau-Monitor rechts bereits im Vorfeld das neue Outfit Ihrer Arbeitsoberfläche. Sobald Sie das für Sie passende Theme gefunden haben, klicken Sie auf OK: Fertig.

Abbildung 4: Des Kaisers neue Kleider

Und so geht es stetig weiter im Text. Wer zum Beispiel ein paar Interna seines Systems erfahren möchte, kann sich einmal die Sektion Information anschauen. Sollten Ihnen hingegen die Standardeinstellungen der Tastenkürzel nicht zusagen, sind Sie bei Tastenbelegungen besser aufgehoben. Die Eigenschaften der Fenster ändern Sie wiederum unter dem Programmpunkt Fenster.

Einer für alles

Es gibt so gut wie nichts, was der kfm nicht kann. Ob Sie nun durchs Web surfen, Dateien kopieren oder eine Datei per FTP auf die heimische Festplatte herunterladen wollen: Klicken Sie einfach nur auf das kleine Folder-Icon im Panel, und Ihre Probleme sind mit dem auftauchenden kfm-Fenster schon fast gelöst.

Wie Sie dieses Universalwerkzeug über das KDE-Kontrollzentrum konfigurieren können, haben Sie schon im vorherigen Abschnitt gelernt, aber es gibt noch den einen oder anderen Dreh, der sich erst im kfm selbst offenbart. Recht bedeutsam kann nämlich die Art und Weise sein, in der Ihnen der kfm Ihre Dateien und Verzeichnisse präsentieren soll. Die möglichen Alternativen verstecken sich unter dem Punkt Ansicht in der Menüleiste (Abbildung 5).

Abbildung 5: Wer die Wahl hat…

Möchten Sie, dass Ihnen der kfm auch Dateien mit einem führenden Punkt anzeigt (die meisten Konfigurationsdateien sind von diesem Typ) sollten Sie hier auf jeden Fall Versteckte Dateien anzeigen aktivieren. Nett ist auch Minibilder anzeigen. So bringen Sie Ihren Dateimanager dazu, Ihnen die auf Ihrer Festplatte vorhandenen Grafiken als verkleinertes Abbild im kfm anzuzeigen. Falls Sie Verzeichnisbaum zeigen aktivieren, präsentiert kfm sämtliche Verzeichnisse auf der linken Seite nach Art des tree-Kommandos, das eine Baumansicht Ihrer Dateien ermöglicht (Abbildung 6).

Abbildung 6: Verzeichnisbäume und Minibilder im kfm

Vorsicht: Haben Sie sich für die HTML-Ansicht entschieden und liegt im angewählten Verzeichnis eine index.html-Datei herum, so stellt der kfm diese statt der im Verzeichnis vorhandenen Dateien dar. Auch hier zeigt sich wieder deutlich die Webbrowser-Funktion des kfm.

Wie mit jedem guten Datei-Manager können Sie auch im kfm bequem Dateien und Verzeichnisse anlegen, kopieren oder löschen. Möchten Sie zum Beispiel ein neues Verzeichnis erstellen, wählen Sie im Menü Datei-->Neu-->Verzeichnis aus. Nun müssen Sie dem Kinde in der daraufhin erscheinenden Dialog-Box nur noch einen Namen geben, und nach einem beherzten OK hat Ihnen kfm ein neues Verzeichnis angelegt. Möchten Sie selbiges wieder loswerden, klicken Sie es einfach mit der rechten Maustaste an und wählen im Kontext-Menü Löschen aus.

Neben dem Datei-Management und der Surferei eignet sich der kfm wie schon angedeutet als FTP-Client. Dabei ist allerdings eines zu beachten: Generell versucht er nach Eingabe einer URL in Form von zum Beispiel ftp://ftp.kde.org/ ganz automatisch ein sogenanntes anonymous login, einen Zugang mit dem Benutzernamen anonymous, manchmal auch ftp. Diese Art des Zugriffs ist weit verbreitet und wird von den meisten FTP-Servern unterstützt. Als Passwort werden Sie – oder in diesem Fall kfm – in der Regel Ihre E-Mail-Adresse senden. Sollten Sie auf einem FTP-Server hingegen ein eigenes Login besitzen, müssen Sie die URL im kfm wie folgt eingeben: ftp://ihrloginname@ftp.ihrftpserver.com/. kfm fragt Sie danach nach Ihrem Passwort und nimmt umgehend Kontakt mit dem FTP-Server auf.

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