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Installation der Heft-CD

01.12.1999 Sie wissen nicht, was Sie mit der beiliegenden CD anstellen sollen? Hier erfahren Sie, wie Sie als Linux-Neuling mit ihrer Hilfe eine funktionierende Linux-Installation auf Ihren Rechner bekommen. Das vorliegende Linux Mandrake 6.1 ist schnell installiert, läuft stabil und bringt alles mit, was man von einer modernen Linuxdistribution erwarten kann.

Bevor Sie sich an die Installation wagen, suchen Sie sich doch für alle Fälle die Handbücher, die Sie zu Ihrem Rechner und eventuellen Erweiterungen bekommen haben – meist eher dünne Heftchen als dicke Bücher. Wichtig sind vor allem die Handbücher für Grafikkarte, Monitor und Soundkarte. Legen Sie sich auch einige leere Disketten bereit. Haben Sie alles? Gut! Jetzt kochen Sie sich am besten eine schöne Tasse Tee, legen die CD ins Laufwerk, und los geht´s. Wenn alles einigermaßen läuft, sind Sie in einer Stunde fertig und haben zwischendurch sogar noch eine halbe Stunde frei.

Allerdings können hier nicht alle Spezialfälle oder Probleme abgedeckt werden. Deshalb sollten Sie im Zweifelsfall auch die Datei INSTALLATION und den Installationsfuehrer im gleichnamigen Verzeichnis auf der CD zu Rate ziehen. Für letzteren brauchen Sie einen Web-Browser. Lesen Sie diesen Artikel am besten zuerst komplett durch, damit Sie etwa wissen, was Sie erwartet. Drucken Sie eventuell auch die wichtigsten Punkte aus dem Installationsfuehrer aus.

Die hier beschriebene Installation setzt einen Computer (mindestens Pentium) voraus, der von CD bootbar ist, und/oder ein bereits installiertes Betriebssystem hat (zum Beispiel Windows 3.11, 95 oder 98). Die bequemsten Installationsarten Workstation oder Komplettinstallation brauchen etwa 700 Mbyte bzw. 1.3 Gbyte freien Speicherplatz. Wenn Sie genau wissen, was sie tun, können Sie auch mit wesentlich weniger Plattenplatz auskommen. Linux-Installationen für Spezialzwecke, die weniger als 40 Mbyte belegen, sind durchaus keine Seltenheit.

Was passiert mit meinem Windows?

Es ist möglich, Linux zu einem schon vorhandenen Windows parallel zu installieren. Beim Hochfahren des Rechners wählen Sie dann das Betriebssytem aus. Sie können unter Linux sogar auf Ihre Windows-Daten zugreifen, zum Beispiel um Word-Dokumente mit StarOffice zu lesen und zu bearbeiten. Wahrscheinlich hat Windows aber Ihre gesamte Festplatte in Beschlag genommen und vielleicht sogar in mehrere Partitionen zerlegt. Die beste Lösung in einem solchen Fall ist eine zweite Festplatte. Es besteht aber auch die Möglichkeit, Windows und Linux auf einer Platte in friedlicher Koexistenz zu betreiben, falls der Platz ausreicht. Sie müssen dann von der bestehenden Windows-Partition etwas Platz "abzwacken". Im Kasten "Windows-Linux-Koexistenz" steht, wie das geht.

Windows-Linux-Koexistenz

Um eine Windows-Partition zu verkleinern, brauchen Sie entweder das kommerzielle Tool PartitionMagic oder den Fips, auf unserer CD im Verzeichnis dosutils. Dieses Programm legt am Ende einer vorhandenen DOS-Partition eine neue, leere DOS-Partition an. Daten gehen dabei nicht verloren. Sie sollten trotzdem vorher Ihre wichtigsten Daten sichern und eine bootfähige Rettungsdiskette anlegen. Darauf sollten die wichtigsten Systemprogramme wie fdisk, format und ein Editor sein, auch ein Treiber für's CD-ROM-Laufwerk ist nützlich. Wichtig ist, dass Sie nicht irgendeine alte DOS-Bootdiskette aus dem Schrank kramen. Es muss das aktuelle installierte System sein. Kopieren Sie gleich auch fips.exe und fips.doc von der CD mit darauf, und legen Sie sich auch noch eine zweite bootfähige Diskette bereit. Danach muss die DOS/Windows-Partition mit Zubehör-->Systemprogramme-->Defragmentierung defragmentiert werden. Wenn Sie Fips benutzen wollen oder müssen, sollten Sie unbedingt auch die Hinweise im Installationsführer auf der CD lesen und sich gegebenfalls die wichtigsten Passagen ausdrucken. Noch besser ist die (englische) Dokumentation fips.doc. Fips ist zwar wirklich einfach zu bedienen, aber nur wenn Sie wissen was Sie tun! Vergessen Sie nicht, die neu angelegte DOS-Partition vor der Linux-Installation wieder zu löschen. Die "Workstation"-Installationsvariante von Mandrake-Linux wird sonst nicht ausgeführt. Große Platten – großer ÄrgerProbleme kann es bei Festplatten über 8 Gbyte geben. Schauen Sie in diesem Fall vorher ins BIOS-Setup. Falls bei der Festplatte unter Access Mode etwas anderes als LBA o.ä. steht, verzichten Sie besser auf die Parallelinstallation auf einer Festplatte. Den entsprechenden Punkt finden Sie meist unter Advanced BIOS Features. Sollte der LBA-Modus aktiviert sein, können Sie es riskieren, müssen aber beim Ausführen von Fips Folgendes beachten: Die neu angelegte Partition muss deutlich (etwa 10 Mbyte) unterhalb des Zylinders 1024 beginnen. Mit den bei der Auswahl der Partitionsgrenzen angezeigten Daten im Fips können Sie das leicht abschätzen.

Um bei der späteren Linux-Installation auf der sicheren Seite zu sein, wählen Sie entweder die "Workstation"-Variante oder legen eine kleine Partition an, die Sie an /boot mounten. (Falls Sie noch nicht wissen, was damit gemeint ist, lesen Sie erst den Artikel zu Ende.)

Los geht´s!

Schauen Sie im BIOS-Setup nach, ob Ihr PC von CD booten kann, und stellen Sie die Bootreihenfolge um, falls das der Fall ist. Ins BIOS gelangen Sie, wenn Sie während der Initialisierung des Rechners DEL bzw. Entf drücken. Dann startet Ihr Rechner neu und fährt von der CD Linux hoch.

Falls Sie nicht von CD booten können, müssen Sie eine Installationsdiskette bauen. Wechseln Sie dazu unter Windows auf die CD (hier beispielsweise Laufwerk D:), um Folgendes einzugeben:

D:\> cd DOSUTILS
   D:\DOSUTILS> rawrite
   Enter the disk image source filename:  d:\images\boot.img
   Enter target diskette drive:  a:\
   Please insert a formatted diskette into drive A: and press ENTER

Von dieser Diskette wird dann Linux gebootet. Die weitere Installation läuft genauso ab wie von der CD.

Das Erste, was Sie nach dem Booten sehen, ist ein Textbildschirm mit der Überschrift Welcome to Linux-Mandrake 6.1. Über die Funktionstasten erhalten Sie Informationen zu speziellen Installationsmöglichkeiten. Mit der Enter-Taste starten Sie die Installation. Fast der gesamte Installationsprozess läuft in Form von Textmenüs ab. Als Erstes wählen Sie die Sprache, dann die Tastatur, de-latin1 oder de-latin1-nodeadkeys. Die Navigation erfolgt über die Cursortasten, mit den Tabulatortasten wechseln Sie zwischen den Menüpunkten. Auswahlen hingegen treffen Sie mit der Leertaste.

Die nach Auswahl der Tastatur auftauchenden Schritte sind weitgehend selbsterklärend. Beim Menüpunkt Installationsart haben Sie die Wahl zwischen Workstation, Server und Benutzerdefiniert. Wählen Sie Workstation, wenn Ihnen egal ist, wie der freie Platz auf der Festplatte aufgeteilt (partitioniert) wird, und wenn Sie einfach nur das installieren wollen, was für den Routinebetrieb nötig ist. Selbstverständlich können Sie später Programmpakete nachinstallieren oder entfernen. Falls Sie sich für die Workstation-Variante entschieden haben, überspringen Sie den nachfolgenden Punkt über die Partitionierung der Festplatte. Sie sehen dann zwei Fehlermeldungen:

Paket kisdn in Zeile 350 ist nicht vorhanden
Paket kisdn in Zeile 2455 ist nicht vorhanden

Diese ignorieren Sie bitte.

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LinuxUser 06/2012

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