Deinstallieren ohne Ärger

Der Distributor packt zudem Tools dazu, die eine/n in die Lage versetzen, der Programmvielfalt Herr(in) zu werden: Die oft über Tausend Programmpakete einer Linux-Distribution weisen nämlich verschiedene gegenseitige Abhängigkeiten auf. Manche Software benötigt andere Pakete, um laufen zu können, andere verlangt, dass ein bestimmtes Programm nicht gleichzeitig installiert ist, wieder andere läuft nur mit einer ganz bestimmten Version eines zweiten Programms zusammen, und schließlich existieren eine Menge Programme, deren Entwickler eine Empfehlung aussprechen, mit welchen anderen Paketen ihr Werk am sinnvollsten zu verwenden sei. So ist es beispielsweise unsinnig, gleichzeitig zwei verschiedene E-Mail-Transport-Programme (zum Beispiel sendmail und smail) einzusetzen oder KDE zu installieren, wenn man gar kein X-Window-System auf der Platte hat.

All dies berücksichtigt ein sogenanntes Paketverwaltungssystem. Es verhindert unpassende Kombinationen, schlägt Alternativen vor und nimmt dem Anwender so eine Menge Grübelei ab. Nebenbei ermöglicht die Paketverwaltung bequeme und sichere Updates auf neuere Programmversionen und ermöglich selbstverständlich auch das Deinstallieren von Programmen, in die man nur mal eben kurz hineinschnuppern wollte, oder die man durch leistungsfähigere Alternativen ersetzen will.

Oft wird dabei das vom Distributor Red Hat weiterentwickelte RPM-Paketformat verwendet, es existieren (beispielsweise bei Debian GNU/Linux) aber auch andere, ebenso durchdachte Lösungen.

Jedem das Seine

Welche Distribution für Sie am geeignetsten ist, richtet sich primär nach folgenden beiden Fragen: Wie tief wollen Sie in Linux-Interna einsteigen (die Skala reicht hier von easyLinux bis Debian GNU/Linux), und welche Distribution hat Ihr Bekannter/Ihre Bekannte, der/die Ihnen nötigenfalls bei Ihren ersten Schritten zur Seite stehen wird.

Bitte unterschätzen Sie nicht die Wichtigkeit der zweiten Frage: Ein "Debian-Jünger" wird nicht gerade erfreut sein, wenn Sie ihn öfters mal um Rat wegen Ihres SuSE Linux fragen (und umgekehrt!). Die erste Frage hingegen müssen Sie heute noch nicht exakt beantworten können. Es ist ohne Weiteres möglich, erstmal mit einer etwas einfacher einzurichtenden Distribution in Linux einzusteigen und später, nach Erwerb tieferer Kenntnisse, zu einer kniffligeren Distribution überzuwechseln, und sei es zu Beginn vorsichtshalber auf einer speziellen Partition der Festplatte: Das Linux beiliegende Boot-Loader-Programm ermöglicht nämlich nicht nur den wahlweisen Start von Linux oder einem anderen Betriebssystem, sondern ebenso den wechselweisen Aufruf unterschiedlicher Linuxinstallationen. Sehen wir uns im Folgenden die Stärken einer Auswahl an Distributionen (ja, es gibt noch viel mehr!) kurz an, achten aber auch darauf, für welchen Anwenderkreis sie eher nicht geeignet sind…

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