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SoftMaker Office 2018, Beta 2

Office mit Ribbons

SoftMaker bietet schon seit den 80er Jahren Office-Programme an, zunächst als TextMaker für MS-DOS – seit vielen Jahren ist SoftMaker Office auch für Linux verfügbar. Wir haben die zweite Beta von Version 2018 getestet, die jetzt auch die von Microsoft bekannten Ribbons verwendet.

Wer Texte, Tabellen oder Präsentationen unter Linux bearbeitet, nutzt meist LibreOffice: Alle großen Distributionen installieren das Officepaket automatisch vor. Mit SoftMaker Office gibt es ein alternatives Paket, das ebenfalls eine Textverarbeitung (TextMaker), eine Tabellenkalkulation (PlanMaker) und ein Präsentationsprogramm (Presentations) mitbringt. Es ist nicht gratis erhältlich, könnte aber die Investition wert sein. Die aktuelle Version SoftMaker Office 2018 ist bereits für Windows verfügbar, von der Linux-Version [1] ist Mitte Dezember die zweite Betaversion erschienen – die haben wir uns angesehen.

SoftMaker ist in der Welt der 64-Bit-Linux-Versionen angekommen: Zwar gab es auch ältere Versionen schon für 64-Bit-Distributionen, aber diese nutzten die 32-Bit-Kompatibilitätsschicht – jetzt haben die Entwickler echte 64-Bit-Pakete gebaut.

Die Installation ist über die Paketverwaltung der Distribution schnell erledigt: Auf der Kommandozeile gelingt sie unter OpenSuse mit

zypper in softmaker-office-2018-920.x86_64.rpm

(was eine Warnung wegen fehlender Signatur auslöst) und unter Kubuntu mit

apt install ./softmaker-office-2018_920-01_amd64.deb

(wobei der apt-Befehl im Verzeichnis ausgeführt wird, in dem das Paket liegt).

Nach dem ersten Start ist ein Produktschlüssel einzugeben, den Sie als Teilnehmer am Betatest per E-Mail erhalten, wenn Sie beim Download des Pakets eine gültige Mail-Adresse angeben. Es folgen (einmalig) die Wahl der Benutzeroberfläche (klassische Menüs oder Ribbons, jeweils in verschiedenen Designs) und das Eintragen der Benutzerdaten (Name, Adresse etc.), welche die Programme zum Ausfüllen von Briefvorlagen und ähnlichen Dokumenten verwenden. Unter OpenSuse erschien danach eine Meldung zur fehlgeschlagenen OpenGL-Initialisierung – die tauchte auch in den zwei anderen Programmen aus dem Paket auf, aber jeweils genau einmal: Ab dem zweiten Start gab es keine Warnungen mehr.

TextMaker

Wir haben mit TextMaker ein knapp 200 Seiten langes Word-Dokument im .docx-Format geöffnet und zum Vergleich auch LibreOffice Writer auf dasselbe Dokument angesetzt – wie bei früheren Vergleichen war TextMaker erheblich schneller, und das Dokument hatte hier größere Ähnlichkeit mit der Originalansicht in Word. Das war auch zu erwarten, schließlich wirbt SoftMaker seit Jahren mit den besonders guten Import- und Exportfiltern für Microsoft-Office-Formate.

Auf einem eher schwachen Rechner (Lenovo Ideapad mit Dual-Core Celeron N2940 und 2 GByte RAM) dauerte das Öffnen der Datei ca. acht Sekunden, danach konnte man flüssig durch die Seiten blättern. LibreOffice ließ sich dafür über 20 Sekunden Zeit und stockte anschließend oft beim Blättern, konnte also Inhalte auf weiter hinten liegenden Seiten nicht direkt anzeigen. Der Leistungsunterschied war auch auf einem schnellen Rechner spürbar.

Beim ersten Speichern eines neu angelegten Dokuments fragt ein Kompatibilitätsassistent, ob Sie standardmäßig die Microsoft-Formate (docx, xlsx, pptx) oder die SoftMaker-eigenen Formate (tmdx, pmdx, prdx) verwenden möchten – wer ständig Dateien für Word- und Excel-Benutzer erstellen muss, profitiert davon, automatisch in den Microsoft-Formaten zu speichern. Ist der Austausch nicht der wichtigste Punkt, dann ist die Voreinstellung (SoftMaker-eigene Formate) sinnvoller.

Abbildung 1: TextMaker mit Ribbons: Der Anblick dieser Alternative zu Standardmenüs ist unter Linux ungewohnt.

Die Ribbon-Oberfläche können Sie jederzeit deaktivieren und wieder für klassische Menüs sorgen (Abbildung 2), dafür ist allerdings ein Neustart der Programme nötig.

Abbildung 2: Wer die von Microsoft empfohlenen Ribbons nicht mag, kann auch zu klassischen Menüs wechseln.

Komfort

Die Funktionen zum Ändern von Schriftart, -größe und -farbe sowie die Auswahl einer Formatvorlage haben alle eingebaute Vorschaufunktionen: Um den Effekt der Änderung zu betrachten, ist es nicht nötig, die Eigenschaften tatsächlich zu ändern. Ist etwa in TextMaker ein Bereich markiert und klicken Sie dann auf das Drop-down-Menü für die Schriftart, können Sie mit der Maus über die verschiedenen Schriften fahren – die sind einerseits direkt im Menü in ihrer jeweiligen Schrift formatiert, und andererseits sehen Sie im Dokument sofort den markierten Bereich in der Schrift, über der Sie gerade den Mauszeiger platziert haben. Die Vorschau erspart Ihnen die mehrfache Umformatierung mit ungeeigneten Schriftarten.

In Abbildung 1 sehen Sie, wie TextMaker den mittleren Absatz probeweise mit der Schrift Basic Sans Black formatiert – wenn man sich dann umentscheidet und das Drop-down-Menü ohne Auswahl schließt, bleibt alles beim Alten; Abbildung 3 zeigt denselben Effekt bei der Farbauswahl in Presentations.

Abbildung 3: Auch das Präsentationsprogramm arbeitet jetzt mit Ribbons und zeigt beim Ändern von Schriftart oder Farbe eine Vorschau an.

Die Ribbons nehmen zwar mehr Platz weg, was z. B. auf einem kleinen Netbook die für die Texteingabe nutzbare Fläche sehr klein macht – für solche Situationen gibt es aber rechts oben eine Schaltfläche, die die Ribbons komplett einklappt. In dem Modus öffnet ein Klick auf eine der Überschriften den Ribbon, und nach einem Klick ins Dokument wird der Platz wieder freigegeben.

Dafür sind auf den Ribbons Funktionen übersichtlicher als sonst in einer Symbolleiste angeordnet, und über zusätzliche Bereiche rechts und links vom Dokument lässt sich z. B. eine Formatvorlagenliste dauerhaft einblenden.

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