Trainiert

Je länger und sorgfältiger Sie den Junk-Filter des Mailclients trainieren, desto zuverlässiger arbeitet er. Dazu stufen Sie jede falsch einsortierte Mail als Junk oder Kein Junk über die jeweilige Schaltfläche ein. Alternativ klicken Sie in der Übersicht auf das Junk-Symbol, um eine Nachricht als Spam zu kennzeichnen (Abbildung 8). Tipp: Schalten Sie während der Trainingsphase das Anzeigen von HTML-Mails aus (Hamburger-Menü / Ansicht / Reiner Text).

Abbildung 8: Junk oder nicht? Dieses Icon kennzeichnet die Mails.

Thunderbird analysiert von Ihnen markierte Nachrichten und fängt nach kurzer Zeit an, die Post selbständig zu sortieren. Gerade am Anfang kann es passieren, dass der Junk-Filter des Programms auch solche Nachrichten erwischt, die kein Spam sind – bei diesen entfernen Sie dann die Junk-Markierung von Hand. Ein Blick ins Protokoll (Hamburger-Menü / Einstellungen / Einstellungen, Reiter Sicherheit / Junk, Schaltfläche Protokoll anzeigen) zeigt, was Thunderbird gelernt hat (Abbildung 9).

Abbildung 9: Ein Blick ins Logfile verrät, was der Junk-Filter erkannt hat.

Ausgemistet

Wie lange es dauert, das Mailprogramm zu trainieren, hängt unter anderem von der Menge der empfangenen Nachrichten ab. Kontrollieren Sie regelmäßig, ob Thunderbird die Post richtig sortiert, sollte sich die Erkennungsrate des Junk-Filters stetig verbessern. Da Spammer aber auf Zack sind und sich ständig neue Tricks ausdenken, hat Thunderbird nie ausgelernt – das gilt für alle Spam-Filter.

Das automatische Löschen von Mails beherrscht Thunderbird übrigens nicht nur für den Junk-Filter. Sie können die Funktion für jeden Ordner einrichten. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Ordner in der linken Leiste und wählen Eigenschaften aus dem Kontextmenü. Wechseln Sie zum Reiter Speicherplatz und entfernen Sie das Häkchen bei Einstellungen des Kontos verwenden. Über die Optionen darunter bestimmen Sie nun, nach welcher Zeit das Mailprogramm aufräumt.

Glossar

Blacklist

Eine schwarze Liste (auch Negativliste oder Sperrliste genannt) enthält E-Mail- und IP-Adressen, Domain- oder Personennamen, die ein Empfänger besonders behandelt, also z. B. ablehnt oder erst nach einer Verzögerung annimmt (Stichwort Greylisting). Schwarze Listen finden sich auf zentralen Servern (DNSBL), können aber auch auf dem eigenen Computer gepflegt werden. Das Gegenstück zur Blacklist ist die weiße Liste (Positivliste, Whitelist).

DNSBL

Eine DNS Blackhole List ist eine schwarze Liste, die Auskunft zu IP-Adressen von Rechnern gibt, die bereits mehrfach durch das Versenden unerwünschter Werbemails aufgefallen sind. Einige Listen enthalten darüber hinaus Adressen von Rechnern, die Computerviren und andere Schadsoftware verschickt haben. Mailserver und Spam-Erkennungssoftware werten die Listen in Echtzeit über das DNS-Protokoll aus. Bei einem Treffer lehnen sie eine Nachricht ab, verzögern ihre Zustellung oder markieren sie so, dass Empfänger sie selbst filtern können.

Infos

[1] Mozilla Thunderbird: https://www.mozilla.org/de/thunderbird/

[2] Artikel zu Thunderbird: Florian Effenberger, Ákos Tóth, Hans-Georg Eßer, "Mails and more", EasyLinux 04/2017, S. 30 ff., http://linux-community.de/38280

[3] EasyLinux-Mailinglisten: http://www.easylinux.de/Kontakt/Mailinglisten/

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