Übriggeblieben

Thunderbird filtert nur die neu eintreffenden Mails automatisch. Ist der Posteingang oder ein anderer Ordner bereits bis zur Unübersichtlichkeit vollgepackt, können Sie nachträglich filtern. Dazu rufen Sie entweder alle eingerichteten Filter in der festgelegten Reihenfolge auf oder wählen aus der Liste einzelne Filter aus. Im ersten Fall markieren Sie in der linken Leiste den zu bearbeitenden Ordner und wählen dann aus dem Hamburger-Menü den Eintrag Filter / Filter auf Ordner anwenden.

Etwas mehr Auswahlmöglichkeit bietet das zweite Szenario: Öffnen Sie den Filter-Dialog über das Hamburger-Menü. Wählen Sie oben aus dem Drop-down-Menü Filter für das gewünschte Konto aus. Per Klick in die Checkbox schalten Sie gezielt Filter an und aus. Unten im Fenster neben Ausgewählte(n) Filter anwenden auf suchen Sie nun noch den gewünschten Ordner aus und klicken auf Jetzt ausführen (Abbildung 3). Vergessen Sie nicht, danach eventuell deaktivierte Filter wieder in Betrieb zu nehmen.

Abbildung 3: Wählen Sie gezielt Filter aus, die Sie dann auf einen ganz bestimmten Ordner eines Kontos anwenden.

Beziehen Sie Ihre elektronische Post per IMAP, dann sortiert der Server des Providers die Mails möglicherweise schon vor. Für solche Ordner und auch für die selbst erstellten in Thunderbird greifen die Filter (wie gesagt) nicht. Das Filtern funktioniert auch dann nicht richtig, wenn Sie Nachrichten von einem IMAP-Server mit einem anderen Client, beispielsweise auf dem Smartphone, gelesen haben. Diese landen dann beim nächsten Thunderbird-Start zwar im Posteingang, da sie aber den Status read (gelesen) haben, filtert das Programm sie nicht mehr. Seit Thunderbird 52 gibt es eine Lösung für dieses Problem:

  1. Öffnen Sie über das Hamburger-Menü / Einstellungen / Einstellungen die Thunderbird-Konfiguration.
  2. Wechseln Sie in die Abteilung Erweitert und klicken Sie auf dem Reiter Allgemein unten die Schaltfläche Konfiguration bearbeiten an.
  3. Bestätigen Sie die Warnung des Konfigurations-Editors über Ich werde vorsichtig sein, versprochen.
  4. Geben Sie ins Suchfeld den Begriff mail.imap.filter ein. Doppelklicken Sie die Option mail.imap.filter_on_new, so dass hier true anstelle von false steht.

Sie können das Fenster about:config und die Einstellungen danach wieder schließen.

Ausgesperrt

Wenn Sie einen Filter mit einem eigenen Adressbuch kombinieren, können Sie eine so genannte Blacklist erstellen, um unerwünschte Mails aus dem Posteingang zu entfernen. Praktisch daran: Die so blockierten Absender können Sie für mehrere Konten als schwarze Liste zugänglich machen.

  1. Öffnen Sie über das Hamburger-Menü / Extras / Adressbuch die Liste der Thunderbird-Adressbücher.
  2. Im sich öffnenden Fenster wählen Sie Datei / Neu / Adressbuch und tragen einen Namen ein, z. B. Blacklist.
  3. Erstellen Sie einen neuen Filter für das gewünschte Konto. Tragen Sie wie gezeigt einen Namen ein, übernehmen Sie die Einstellungen für das manuelle Ausführen und das Ausführen vor der Junk-Erkennung (Junk = Müll).
  4. Bei den Bedingungen wählen Sie Von und ist in meinem Adressbuch und suchen dann das neue Adressbuch aus dem Drop-down-Menü aus.
  5. Als Aktionen richten Sie Junk-Status setzen auf und Junk ein. Optional definieren Sie über das Pluszeichen eine weitere Aktion zum Verschieben in einen Ordner.

Abbildung 4 zeigt den fertigen Filter. Als Aktion können Sie alternativ das automatische Löschen einrichten. Um einen nervigen Absender ins neue Adressbuch aufzunehmen, doppelklicken Sie das Sternchen neben der Mailadresse und wählen im sich öffnenden Dialog das richtige Adressbuch aus (Abbildung 5). Dieses Filtern mit einer schwarzen Liste ist hilfreich, um besonders nervige Zeitgenossen auszublenden – die Spam-Flut dämmen Sie damit aber nicht ein. Besser ist es, mit dem integrierten Junk-Filter zu arbeiten, den die nächsten Abschnitte vorstellen.

Abbildung 4: Erstellen Sie einen neuen Filter für Ihre Blacklist.
Abbildung 5: So nehmen Sie eine Adresse in die schwarze Liste auf.

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