Gimp 2.9.6 – Allround-Bitmap-Editor

Gimp 2.9.6 ist der vermutlich vorletzte Zwischenschritt vor der stabilen Version 2.10, die endlich angemessene Farbtiefen unterstützen und auf Mehrkernprozessoren zugeschnitten sein wird. Leider lässt sie schon Jahre auf sich warten, doch zum Glück wirkt die jetzt erschienene Vorabausgabe schon ausgereift.

Der Bitmap-Editor Gimp (Abbildung 11) [13] ist eine wichtige Linux-Anwendung: In der Frühzeit des Betriebssystems war er das Paradeprogramm für eine leistungsfähige freie Linux-Desktop-Anwendung. GTK, die Basisbibliothek für die grafische Anzeige der Gnome-Umgebung, heißt "Gimp Toolkit", weil die Gimp-Autoren es damals mangels guter Alternativen extra für ihr Programm aus der Taufe gehoben haben.

Abbildung 11: Die Entwicklerversionen von Gimp aus der 2.9er Reihe bieten endlich 16 und 32 Bit Farbtiefe sowie Mehrkernprozessor-Support.

Inzwischen fällt es seinen Entwicklern sichtlich schwer, das Programm auf der Höhe der Zeit zu halten: Die in den EasyLinux-Distributionen enthaltene stabile Version aus der 2.8er Reihe unterstützt leider nur eine maximale Farbtiefe von 8 Bit, also 256 Schattierungen pro Farbkanal. Längst zeichnen Digitalkameras feinere Abstufungen auf, ihre Bilder lassen sich nur mit Verlusten in Gimp bearbeiten.

Mehr Tiefe

Diese Einschränkung überwindet der instabile 2.9er-Versionszweig, in dem mit Version 2.9.6 nun die dritte Fassung erschienen ist. Bereits der Vorgänger 2.9.4 war mit kleineren Einschränkungen praxistauglich. An Version 2.9.6 fanden wir im Test nichts mehr auszusetzen.

Den größte Fortschritt ist die Fähigkeit der GEGL genannten zentralen Rechenkomponente, mehrere Prozessorkerne zu nutzen. Auf gängigen Vierkern-CPUs laufen die Bearbeitungsoperationen nun viermal so schnell. Da es längst keine Single-Core-Rechner mehr gibt, ist auch dies eine überfällige Modernisierung.

Schon beim Vorgänger 2.9.4 war die Unterstützung für mehrere CPU-Kerne vorhanden, musste aber per Hand eingeschaltet werden. Noch bezeichnen die Entwickler sie als experimentell. Sollte das Programm bei Ihnen häufig abstürzen oder Effekte fehlerhaft verarbeiten, setzen Sie unter Bearbeiten / Einstellungen /Systemressourcen die Number of threads to use (dt.: Anzahl der zu verwendenden Threads) auf 1. In unserem Kurztest war dies allerdings nicht nötig. Auf einem Achtkern-Prozessor fühlten sich die meisten Effekte so schnell an, als hätte der Computer gar nichts mehr zu rechnen.

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