Live ist anders

Nachdem Sie sich eine Linux-Distribution aus dem Internet heruntergeladen haben, müssen Sie diese entweder auf eine DVD brennen oder auf einen USB-Stick schreiben. Dem von einem so präparierten Medium startenden Linux können Sie ebenfalls Bootparameter mit auf den Weg geben. So lässt sich dann doch noch die Installation anstoßen oder mit dem auf dem Startmedium liegenden Live-System im Internet nach einer Lösung suchen. Abhängig von Ihrer Distribution und Ihrem Computer erfolgt die Eingabe der Bootparameter dabei allerdings teilweise etwas anders.

Die Installationsmedien von Kubuntu und anderen Ubuntu-Abkömmlingen präsentieren auf einem System mit UEFI ebenfalls das Startmenü aus Abbildung 1. Dort stellen Sie sicher, dass die Distribution ausgewählt ist (im Fall von Kubuntu: Start Kubuntu) und drücken [E]. Die Bedienung des Editors läuft dann wie bei einem installierten (K)Ubuntu ab.

Wenn Sie noch einen PC mit BIOS besitzen, erscheinen bei Kubuntu & Co. am unteren Bildschirmrand kurzzeitig die zwei Symbole aus Abbildung 5. Drücken Sie jetzt möglichst schnell eine Taste, so dass Sie im Menü aus Abbildung 6 landen. Stellen Sie dort sicher, dass der Eintrag mit Ihrer Distribution ausgewählt ist – im Fall von Kubuntu sollte Start Kubuntu weiß erstrahlen. Um nun einen oder mehrere Bootparameter eingeben zu können, drücken Sie [F6]. Es erscheint das Menü aus Abbildung 6, in dem Sie ein paar besonders gängige Bootparameter bequem auswählen können. Steuern Sie dazu den entsprechenden Parameter mit den Pfeiltasten an und aktivieren Sie ihn mit der Leertaste. Zur Bedeutung der einzelnen Parameter folgt weiter unten mehr. Wenn Sie das kleine Menü mit der Taste [Esc] schließen, sehen Sie eine neue weiße Textzeile. Sie listet alle Parameter auf, die gleich der Linux-Kernel erhält. Mit der Pfeiltaste nach rechts holen Sie eine Eingabemarke hervor. Ab jetzt können Sie weitere Parameter eintippen, die sie jeweils durch Leerzeichen voneinander trennen.

Abbildung 5: Auf einem System mit BIOS zeigt Kubuntu beim Start von der DVD diese beiden kleinen Symbole an. Drücken Sie jetzt eine Taste, …
Abbildung 6: … erscheint dieses Startmenü. Via F2 können Sie ihm Deutsch beibringen.

Egal ob UEFI oder BIOS, in jedem Fall müssen Sie unter Kubuntu und anderen Ubuntu-Derivaten die Bindestriche am Ende der Zeile im Blick behalten: Alle links davor aufgelisteten Parameter betreffen nur das jetzt startende Live-System, alle rechts neben den Bindestrichen hinterlegten Parameter gelten zukünftig auch immer für das vom Live-System aus installierte Kubuntu. Über die Eingabetaste starten Sie schließlich das System.

Wenn Sie OpenSuse Leap von DVD oder USB-Stick auf einem aktuellen System mit UEFI starten, landen Sie im Menü aus Abbildung 7. Drücken Sie dort möglichst schnell die Pfeiltaste nach unten, womit Sie den Countdown abbrechen. Steuern Sie dann den Punkt Installation an und drücken Sie [E]. Damit springen Sie in den bereits bekannten Editor aus Abbildung 4, den Sie wie beschrieben bedienen.

Abbildung 7: Wenn Sie OpenSuse Leap 42.2 vom Installationsmedium auf einem System mit UEFI starten, erscheint dieses Menü.

Auf einem älteren System mit BIOS erscheint beim Start von OpenSuse Leap hingegen das Menü aus Abbildung 8. Drücken Sie auch dort schnell die Pfeiltaste nach unten, um den Countdown abzubrechen und gleichzeitig Installation auszuwählen. Am unteren Bildschirmrand finden Sie ein großes Eingabefeld mit der Beschriftung Boot Options. In dieses Eingabefeld tippen Sie einfach alle notwendigen Bootparameter, wie immer jeweils durch ein Leerzeichen getrennt. Sie können dabei einfach drauflos tippen, die Eingabemarke steuern Sie mit den Pfeiltasten nach links und rechts. Mit [Eingabe] starten Sie schließlich OpenSuse Leap bzw. in der Folge den Installationsassistenten.

Abbildung 8: Auf Systemen mit BIOS zeigt das Installationsmedium von OpenSuse Leap 42.2 dieses schicke Menü an. Über F2 können Sie es auf Deutsch umschalten.

Gesprächigkeit erhöhen

Die meisten Distributionen geben dem Kernel die Bootparameter splash und quiet mit auf den Weg. Wenn Sie splash entfernen, erscheint kein schicker Startbildschirm mit einem Fortschrittsbalken (der Splash Screen). Sollte das Entfernen von splash nicht genügen, ersetzen Sie den Parameter durch den Kollegen nosplash oder noplymouth. Damit ist dann eindeutig, dass kein Splash Screen erwünscht ist.

Löschen Sie auch noch quiet, präsentiert Ihnen Linux auf dem Bildschirm zahlreiche zusätzliche Informationen über seine einzelnen Aktionen und die geladenen Treiber. Diese Daten sind vor allem dann hilfreich, wenn der Startvorgang mittendrin anhält oder Fehler auftreten. Auf dem Bildschirm sehen Sie dann, welchen Treiber Linux zuletzt laden wollte. Dieser ist dann auch oft für die Probleme verantwortlich.

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