Nicht einfach hereinplatzen

In der Regel hängen die Szenen in einem Film nicht einfach übergangslos aneinander. Für eine schlichte Überblendung genügt es in OpenShot, die Teilclips mit Überlappung auf die Montagespuren zu ziehen (Abbildung 7). Im Reiter Übergänge stehen außerdem mehrere Hundert weitere Übergänge zur Verfügung, die sich allerdings nicht ganz so komfortabel anwenden lassen.

Abbildung 7: Für den Standard-Überblendungseffekt zwischen zwei Szenen (blaues Rechteck in Spur 3) genügt es in OpenShot, zwei Clips mit Überlappung auf einen der Tracks zu ziehen.

Am besten ziehen Sie zunächst den gewünschten Effekt an das Ende des ersten Clips. Durch Verschieben der Enden des nun am Clip-Ende sichtbaren blauen Rechteck legen Sie die Überblendungsdauer fest. Erst dann ziehen Sie den anschließenden Clip über das blaue Rechteck. Standardmäßig ist das magnetische Einrasten aktiv (Magnet-Button links über den Spuren), darum rastet er am vorderen Ende des Übergangs ein.

Wenn Sie rechts auf einen Clip in einer Montagespur klicken und Transformieren wählen, erscheinen in der Videovorschau hellblaue Griffrechtecke, mit denen sich das Video vergrößern oder verkleinern lässt. Mit dem kleinen Kreis in der Mitte verschieben Sie es auf der Projektionsfläche. Die Skalierung wirkt sich dabei an der Position des roten Wiedergabe-Cursors im Spurfenster aus.

Skalieren Sie den Clip an mehreren Abspielpositionen unterschiedlich, fügt OpenShot automatisch fließende Übergänge ein. Liegt auf einer tieferen Spur ein weiteres Video, wird es an Bereichen der Projektionsfläche, die das oben liegende Video nicht überdeckt, sichtbar.

Ähnlich wie die Übergangseffekte ziehen Sie auch gewöhnliche Effekte wie Helligkeit & Kontrast , Verwischen oder Farbsättigung aus dem gleichnamigen Reiter auf Clips in den Spuren. Allerdings bringt OpenShot bloß sieben davon mit – wesentlich weniger als Kdenlive oder Cinelerra.

Die Effekte erscheinen als kleine farbige Einbuchstaben-Icons oben im Clip. Ein Klick darauf öffnet ihre Einstellungen. Wie beim Skalieren der Clips wirkt sich eine Veränderung der Parameter auf die Stelle des Wiedergabe-Cursors aus. Legen Sie für mehrere Stellen im Video unterschiedliche Werte fest, sorgt das Programm auch hier für fließende Übergänge.

Die Stars beim Namen nennen

Zum Schluss bleibt noch der Titelgenerator zu erwähnen (Titel / Titel, Abbildung 8). OpenShot liefert zahlreiche grafisch gestaltete Vorlagen mit, in die Sie bloß noch den gewünschten Text einzugeben brauchen. Sagt ihnen keine dieser Vorlagen zu, öffnet der Button Erweiterte Bearbeitung die Grafik im Zeichenprogramm Inkscape, wo Sie sie frei bearbeiten können. Für lebhaftere Effekte sorgen die animierten Titel (ebenfalls im Menü Titel).

OpenShot setzt im Hintergrund auf das Kommandozeilenprogramm FFmpeg, das in der OpenSuse beiliegenden Fassung nur wenige Videoformate versteht. Bei Schwierigkeiten mit dem Öffnen von Dateien hilft das alternative ffmpeg-Paket aus dem Community-Repository Packman.

Abbildung 8: Schrift erzeugt OpenShot mit wenigen Mausklicks. "Animierte Titel" sorgen für mehr Dynamik als statische Texteinblendungen.

Die Redaktion meint

OpenShot wirkt handlich und bietet genug Leistung für einfache Filmprojekte. Wer effekthascherische Musikclips erstellen möchte, braucht Programme wie das viel umfangreichere Kdenlive.

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