Fortschritt

Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie sich auch so maßlos über den Start von DVB-T2 [1] gefreut? Das war doch wie in der Vorweihnachtszeit: Wochenlang auf allen Kanälen (auch im Radio und in der Presse) nur Werbung für T2-taugliche Receiver und Fernseher; die Straßen voller Menschen, die neue Flachbildler nach Hause tragen, und alle singen das fröhliche Lied "Ab Sommer zahl ich für RTL und Sat.1".

Noch in diesem und im nächsten Jahrzehnt sollten dann die Projekte

  • Abschaltung der analogen UKW-Radiosender und
  • Umstellung der Netzspannung auf 360 Volt

angegangen werden: Was bei der groß angelegten Verschrottung etlicher Fernseher und Receiver (die kein DVB-T2 können) so prima funktioniert hat, wird doch sicher auch in noch größerem Stil gehen: Wenn 2019 alle Autofahrer klaglos ihre Bordelektronik auf einen UKW-Nachfolger (DAB? Oder DAB+?) umstellen, dann sollte es doch in den kommenden 20er Jahren gelingen, der Wirtschaft den ultimativen Wachstumsschub zu geben, indem jeder Haushalt entweder einen monströsen Trafo oder Ersatz für alle Elektrogeräte anschaffen muss.

Ja, das ist fortschrittsfeindliches Gejammer von Röhrenfernseher-Besitzern, die einfach nicht einsehen wollen, dass es Zeit ist, die alten Schätzchen samt Schreibmaschine, Ausziehantennenmobiltelefon und Faxgerät zu verschrotten – aber bringt denn die Umstellung wirklich den großen Fortschritt? Der DVB-T2-Standard ist modern, und seine Umsetzung in Deutschland arbeitet mit leistungsfähiger Kompression, so dass man trotz höherer Auflösung mehr Sender empfangen kann. Prima, aber gleichzeitig kommt damit der Verschlüsselungsstandard CI+ [2] in die Häuser, der es z. B. möglich macht, dass TV-Sender den Besitzern eines digitalen Videorekorders verbieten, die Werbung zu überspielen. Das fand ich schon beim Umstieg von DVDs auf Blu-rays super, dass der Programmcode auf den Silberscheiben mir die Knöpfchen der Fernbedienung deaktiveren kann. Ich kann gar nicht erwarten, was die Industrie sich noch einfallen lassen wird. Hier ein Vorschlag: Im künftigen Smart Home könnte mich der Fernseher morgens eine Stunde zu früh wecken und anmerken: "Du hast gestern abend einfach abgeschaltet und den Werbeblock hinter dem Film verpasst. Ich hab ihn für Dich aufgenommen, viel Spaß!"

Frisches Linux

Auf unserer Heft-DVD finden Sie diesmal zwei interessante Linux-Distributionen: Mit der KDE-Edition von Linux Mint 18.1 können Sie die populärste Linux-Distribution installieren, und das auf der CeBIT vorgestellte Knoppix 8.0 ist der Klassiker unter den Live-Linux-Systemen. Auch Knoppix ist auf Platte installierbar, Haupteinsatzzweck ist aber, von DVD oder USB-Stick Linux auf Windows-PCs zu booten.

Umfrage 2017

Unsere letzte Leserumfrage liegt schon eine Weile zurück, und dabei haben wir so viele Fragen, die nur Sie beantworten können. Wenn Sie uns unterstützen (und damit auch Einfluss auf die Inhalte künftiger EasyLinux-Ausgaben nehmen) mögen, dann nehmen Sie doch bitte an unserer Online-Umfrage [3] teil.

Unter den Teilnehmer/innen werden wir zehn EasyLinux-Archiv-DVDs (mit allen Artikeln von 2003 bis 2016) verlosen. Die Umfrageseite wird bis zum Erscheinen der kommenden Ausgabe erreichbar sein.

Hans-Georg Eßer

Chefredakteur

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  • Editorial
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EL 05-07/2017: Emulatoren und virtuelle Maschinen

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

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