Opera sichert Verbindungen durch eingebautes VPN ab

Sicherer surfen

Der Browser Opera [1] bietet neuerdings eine eingebaute VPN-Funktion: Damit sichern Sie den Browser-Datenverkehr in öffentlichen WLAN-Netzen ab und umgehen Ländersperren ("Geoblocking").

Vielleicht haben Sie den Begriff VPN bereits gehört: Die Abkürzung steht für Virtual Private Network, eine Technik, die Verbindungen zwischen Computern absichert. Ursprünglich ist die Idee im Unternehmensumfeld entstanden: Wer unterwegs Zugriff auf das interne Netzwerk seines Arbeitgebers benötigt, kann sich mit einem VPN-Client in dieses einloggen und auf dessen Ressourcen zugreifen.

Mittlerweile hat sich die Bedeutung von VPN-Netzwerken jedoch verändert: Auch Endanwender nutzen die Technik heute, um ihre Internetverbindung abzusichern oder Sperren zu überwinden, die auf den Standort eines Nutzers abzielen – die Rede ist vom "Geoblocking". Seit kurzem bietet der Browser Opera eine eingebaute VPN-Funktion: Wenn Sie diese in der Browserkonfiguration aktivieren, stellen Sie automatisch die Verbindung ins Internet über einen separat abgesicherten VPN-Server her – und das ohne zusätzliche Kosten.

Wir beleuchten das VPN-Prinzip, stellen die VPN-Funktion von Opera im Detail vor und erklären, welchen Mehrwert sie Ihnen bietet.

Wofür VPN-Netze gedacht sind

Um zu verstehen, was die Motivation hinter VPN-Netzwerken ist, halten Sie sich am besten die Bedeutung der Abkürzung vor Augen. Denken Sie zunächst an Ihr privates Netzwerk zu Hause: Alle Geräte darin kommunizieren lokal über die vorhandene Netzwerkhardware, also über Switches oder per WLAN. Den Internetzugang ermöglicht ein Router, der meist auch gleichzeitig als Firewall fungiert: Rechner, die sich außerhalb Ihres heimischen Netzwerks befinden, können nicht einfach durch den Router hindurch eine Verbindung zu Rechnern in Ihrem privaten Netz aufbauen. Der Router ist also eine physische Barriere.

Große Unternehmensnetzwerke sind in den meisten Fällen ähnlich aufgebaut: Auch dort gibt es eine sehr strikte Trennung zwischen "drinnen" und "draußen".

Ein Problem entsteht, wenn ein Computer außerhalb dieses Netzes auf Dienste oder Dateien im Inneren zugreifen soll. Dann kommt VPN-Software ins Spiel: Ein spezielles Programm, das sowohl auf dem externen Computer wie auch auf der das Netzwerk absichernden Firewall läuft, schafft zwischen diesen beiden Geräten ein "virtuelles Netz". Virtuell bedeutet dabei, dass die Software eine Art virtuellen Switch zwischen den beiden Geräten aufbaut, den es tatsächlich aber gar nicht gibt. Für beide Systeme sieht es bei aktiver VPN-Verbindung so aus, als sei das jeweils andere Gerät am selben physischen Netz angeschlossen – auch wenn tausende Kilometer die beiden Clients trennen.

Das "P" in VPN für "Private" kommt als wichtiger Faktor hinzu: Gängige VPN-Lösungen bieten immer auch eine Verschlüsselung an. Wer also den VPN-Datenverkehr zwischen zwei Systemen per Lauschangriff abhört, empfängt nur Datensalat, den er nicht entschlüsseln kann.

Umfunktioniert

Wir haben bereits in mehreren Artikeln beschrieben, wie Sie ein VPN unter Linux mit Bordmitteln selbst aufbauen, etwa mit OpenVPN [2]. Ein solches Setup bietet Ihnen die Möglichkeit, auch unterwegs auf Rechner (und damit Daten) Ihres privaten Netzwerks zuzugreifen.

Auch für andere Einsatzzwecke lassen sich VPNs sinnvoll nutzen: Wenn Sie etwa ein öffentliches WLAN nutzen und darin Websites per Browser ansteuern, die keine verschlüsselte Verbindung erlauben, ist der gesamte Datenverkehr für alle anderen Clients im WLAN frei und im Klartext zugänglich. Greifen Sie stattdessen über eine VPN-Verbindung auf Webserver zu, sind die Verbindungen verschlüsselt, und die übertragenen Inhalte sind aus dem WLAN heraus nicht zugänglich.

Hilfreich sind VPNs obendrein, wenn Sie Zugriffseinschränkungen für Webinhalte umgehen wollen, die auf Basis von IP-Adressen und deren Länderzuordnungen basieren. Dieses Prinzip hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker durchgesetzt: Anhand der IP-Adressräume der Provider geben viele Anbieter ihre Inhalte so frei, dass sie nur für die Kunden bestimmter Anbieter und damit für Nutzer aus bestimmten Ländern zugänglich sind. Netflix etwa stellt auf diese Weise sicher, dass nur US-Kunden bestimmte Inhalte sehen können, für die Netflix nur in den USA eine Lizenz hat. Indem Sie ein VPN benutzen, das aus dem richtigen Land kommt, umgehen Sie das Geoblocking: Für den Server des Anbieters sieht Ihre Verbindungsanfrage dann so aus, als käme sie aus dem "richtigen Land".

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