Know-how für die Kommandozeile

Shell-Tipps

Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sie manche Aufgabe schneller bewältigen als in grafischen Programmen. Wir stellen interessante Anwendungen und Aufrufparameter vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: Kommandos per SSH ausführen

Sie haben einen Account auf einem anderen Linux-Rechner und melden sich dort regelmäßig per ssh benutzer@rechnername an? Danach führen Sie dort einen oder mehrere Shell-Befehle aus und melden sich wieder ab? Das geht schneller, denn Sie können die Befehle direkt an das ssh-Kommando anhängen. Um beispielsweise auf einem entfernten Rechner das date-Kommando abzusetzen, geben Sie Folgendes ein:

ssh benutzer@rechnername date
Password:
Mi 16 Nov 2016 13:10:14 CET

Nachdem Sie das Kennwort eingegeben und mit Druck auf [Eingabe] bestätigt haben, erscheint sofort die Ausgabe von date. Sie befinden sich aber nach wie vor auf dem lokalen Rechner.

Mehrere Kommandos verknüpfen Sie mit einem Semikolon. Zusätzlich schließen Sie sie in Anführungszeichen ein, damit ssh wirklich alle Befehle an die Gegenseite schickt. Listing 1 zeigt den Unterschied: Der Benutzer heike auf dem Rechner jessie hat einen Account namens huhn auf dem Rechner ubuntu. Per ssh sollen zwei Befehle nach ubuntu wandern, einmal pwd ("print working directory", gibt das aktuelle Verzeichnis aus) und einmal whoami (zeigt den Benutzernamen an). Ohne Anführungszeichen führt ssh nur das erste Kommando aus und zeigt als Aufenthaltsort das Home-Verzeichnis des Benutzers huhn an. whoami bestätigt: Dieses Kommando hat heike auf jessie aufgerufen. Erst mit den umschließenden Hochkommata laufen wirklich beide Befehle auf dem entfernten Rechner.

Listing 1

"ssh"-Befehle im Vergleich

heike@jessie:~$ ssh huhn@ubuntu pwd; whoami
/home/huhn
heike
heike@jessie:~$ ssh huhn@ubuntu 'pwd; whoami'
/home/huhn
huhn

Tipp: SSH mit Pseudo-Terminal

Befehle wie date, whoami, pwd usw. erfordern keine weitere Interaktion von Seiten des Benutzers – haben Sie sie einmal abgesetzt, erscheint die Ausgabe im Terminal, und danach sehen Sie wieder den Prompt. Andere Shell-Programme wie beispielsweise top (Prozessmonitor), passwd (zum Ändern des Passworts) oder auch alle Kommandos, denen Sie sudo zum Erlangen von Root-Rechten voranstellen, verlangen nach einer Eingabe von Ihnen. Das folgende Listing zeigt, dass ssh dies nicht ohne Weiteres verarbeiten kann:

heike@jessie:~$ ssh huhn@ich 'sudo tail -f /var/log/messages'
sudo: Kein TTY vorhanden und kein »askpass«-Programm angegeben

SSH beschwert sich also über das Fehlen eines Terminals. Das beheben Sie schnell mit dem Schalter -t, der ein Pseudo-Terminal erzeugt. Im Klartext heißt das, dass Sie so lange eingeloggt bleiben, bis das aufgerufene Programm beendet ist:

heike@jessie:~$ ssh -t huhn@ich 'sudo tail -f /var/log/messages'
[sudo] password for huhn:
[...]

Nach dem Eingeben des eigenen Kennworts können Sie mit Administratorrechten die Datei /var/log/messages betrachten. tail -f aktualisiert die Anzeige des Logfiles fortwährend. Erst wenn Sie diese mit [Q] abschließen, wird auch die SSH-Verbindung geschlossen, und Sie sehen wieder den Shell-Prompt des lokalen Rechners.

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