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© Sascha Burkard, 123RF

E-Mail und Termine mit Thunderbird

Mails and more

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Mozilla Thunderbird ist bei vielen Linux-Distributionen das Standard-Mailprogramm – nicht aber bei OpenSuse und Kubuntu. Wir empfehlen die Installation und helfen bei den ersten Schritten, außerdem stellen wir das Lightning-Plug-in zur Terminverwaltung vor.

Mozilla Thunderbird bietet einen einfachen Zugriff auf Ihre E-Mail-Konten, verwaltet Ihre Kontakte, und mit der Erweiterung Lightning auch Ihren Kalender. Da das plattformunabhängige Programm vielen Windows-Anwendern bereits bekannt ist, bietet sich auch der Einsatz unter Linux an – besonders für Umsteiger.

Installation

OpenSuse- und Kubuntu-Anwender müssen Thunderbird zunächst mit der Paketverwaltung aus den Standardquellen nachinstallieren; bei Ubuntu (mit dem Unity-Desktop) ist das Programm der Standard-Mailclient. Achten Sie darauf, auch die deutschen Sprachpakete für Thunderbird mitzuinstallieren: Bei Kubuntu heißt das nötige Paket thunderbird-locale-de, bei OpenSuse hat es den Namen MozillaThunderbird-translations-common. Zum Starten von Thunderbird öffnen Sie mit [Alt]+[F2] ein Schnellstartfenster und geben thunderbird ein.

Wenn Sie das Programm zum ersten Mal verwenden, kümmert sich ein Assistent um die Einrichtung eines bereits bestehenden E-Mail-Kontos. Dort lehnen Sie zunächst das Angebot ab, Ihnen einen neuen Mail-Account beim Anbieter gandi.net einzurichten, und klicken stattdessen links unten auf Überspringen und meine existierende E-Mail-Adresse verwenden. Im nächsten Dialog geben Sie Ihren Namen (wie dieser beim Mailschreiben als Absender erscheinen soll), Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Passwort ein. Klicken Sie auf Weiter, versucht Thunderbird, die passenden Servereinstellungen automatisch vorzunehmen, und macht dazu einige Vorschläge.

An diesem Punkt angekommen entscheiden Sie, ob Sie Ihre E-Mails in Zukunft über IMAP oder POP3 abrufen wollen. Im ersten Fall werden Ihre Mails dynamisch mit dem entfernten Mailserver abgeglichen – bei POP laden Sie Ihre Mails lokal herunter, und je nach Einstellung lassen Sie auch eine Kopie auf dem Mailserver bestehen. Für die nötigen Hintergrundinformationen lesen Sie den Kasten IMAP oder POP3?.

IMAP oder POP3?

IMAP und POP3 sind die zwei Internetprotokolle für den E-Mail-Empfang. Der Hauptunterschied zwischen POP3 und IMAP ist, dass POP3 für die Offline-Nutzung gedacht ist, IMAP hingegen setzt in der Regel eine permanente Internetverbindung voraus.

Über IMAP arbeiten Sie direkt mit den Ordnern auf dem E-Mail-Server: Normal lädt der Client nur die Kopfzeilen der Nachrichten herunter. Ein Klick auf einen Ordner aktualisiert diesen und zeigt neue E-Mails an. Markieren Sie eine Nachricht, holt Thunderbird auch ihren Inhalt und eventuelle Anhänge vom Server. Löschen Sie eine Mail, wird dieser Löschvorgang auf dem Server ausgeführt, die Mail verschwindet somit sowohl auf dem Server und lokal.

Standardmäßig erstellt Thunderbird aber für alle angezeigten Nachrichtenordner auch lokale Kopien. Sie können diese Nachrichten so auch offline lesen. Um das für einzelne Ordner zu ändern (um eventuell Platz zu sparen), öffnen Sie den Einstellungsdialog für den Ordner per Rechtsklick und schließen unter dem Reiter Synchronisation den Ordner vom Herunterladen aus.

POP3-Verbindungen sind auf einen Offline-Betrieb ausgelegt. Laden Sie Ihre Mails herunter, landet eine Kopie in Thunderbird. Löschen Sie später eine Mail auf dem Server, bleibt die lokale Kopie erhalten, und umgekehrt. POP3 bietet sich dann als beste Lösung an, wenn Sie nicht die ganze Zeit im Internet sind, oder nur ein kleines Postfach beim Mailprovider haben.

Die automatisch ermittelten Einstellungen für Ihr Konto überprüfen Sie mit einem Klick auf Manuell bearbeiten. Stimmen die Angaben mit denen Ihres Providers nicht überein, können Sie diese erneut testen oder die richtigen Daten selbst eintragen (Abbildung 1). Im Zweifelsfall fragen Sie am besten beim E-Mail-Provider nach, welche Einstellungen Sie benutzen sollen.

Abbildung 1: Dank einer integrierten Datenbank erkennt Thunderbird viele Kontoeinstellungen inzwischen automatisch, aber die Angaben können Sie auch selbst einfügen.

Wenn alles richtig eingestellt ist, führt Sie ein Klick auf Fertig direkt zu Ihrem Posteingang. Wollen Sie mehrere E-Mail-Konten einrichten oder spezielle Optionen ändern, rufen Sie den Menüpunkt Bearbeiten / Konten-Einstellungen auf.

E-Mails abrufen

Sobald Sie Ihr E-Mail-Konto Thunderbird anvertraut haben, sorgt das Programm für den Zugriff auf Ihre Mails auf dem Server, ohne dass Sie dazu einen Browser benötigen.

Wie die meisten Mailprogramme verfügt auch Thunderbird über ein dreigeteiltes Fenster (Abbildung 2). Links in der Ordneransicht sehen Sie alle Ihre eingerichteten E-Mail-Konten. Sowohl für IMAP-, als auch für POP-Konten legt Thunderbird in der Grundeinstellung ein neues Hauptverzeichnis pro Konto an. Mit IMAP erreichen Sie normalerweise alle Ordner Ihres Accounts, die Sie sonst über den Web-Browser auch sehen, bei POP-Konten hingegen nur den Posteingang (und natürlich die lokalen Ordner). Neue Mails laden Sie per Klick auf die Schaltfläche Abrufen aus dem Konto herunter, mit dem Sie gerade arbeiten; haben Sie mehrere Konten eingerichtet, können Sie auch den kleinen Pfeil rechts von der Schaltfläche anklicken und im aufklappenden Menü den Eintrag Alle Konten abrufen auswählen.

Abbildung 2: Die Nachrichtenansicht nach dem Einrichten eines Kontos: Links sehen Sie die Ordner, rechts die dazugehörigen E-Mails mitsamt einer Vorschau.

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