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Dateien mit Trupax verschlüsseln

Einfach sicher

TrueCrypt und VeraCrypt sind in Sachen Dateiverschlüsselung der Standard – leicht zu bedienen sind sie aber nicht. Trupax bietet TrueCrypt-Technik mit einer simplen Oberfläche.

Die Verschlüsselung von Dateien oder Ordnern war in EasyLinux schon oft Thema: Fast immer kam dabei TrueCrypt [1] oder dessen Nachfolger VeraCrypt [2] zum Einsatz. Gründe, den Inhalt der eigenen Festplatte abzusichern, gibt es viele: Weil immer mehr Nutzer mit Notebooks unterwegs sind, spielt das Thema Diebstahl eine zunehmend wichtige Rolle. Oft ist die Hardware in solchen Fällen gar nicht der große Kostenfaktor: Wenn auf dem Notebook wichtige Unternehmensdaten liegen, die in fremde Hände geraten, ist der potenzielle Schaden groß.

Lokale Sicherheitsmaßnahmen wie passwortgeschützte Benutzerzugänge helfen nicht, wenn ein Bösewicht die physische Kontrolle über die Hardware hat: Die ausgebaute Festplatte lässt sich etwa problemlos an einen anderen Computer anschließen und auslesen. Die Dateien auf der Platte zu verschlüsseln, verhindert das.

TrueCrypt und VeraCrypt sind auch deshalb so beliebt, weil sie sich nachträglich installieren lassen und Sie als Anwender die Wahl haben, welche Daten Sie schützen wollen. Verschlüsselte Partitionen sind direkt in den Linux-Kernel integriert, müssen aber bereits beim Setup des Systems eingerichtet werden. Hinzu kommt, dass der Zugriff dann nur unter Linux möglich ist. Das TrueCrypt-Format hingegen funktioniert mit allen gängigen Betriebssystemen, weil TrueCrypt/VeraCrypt dort als Programm zur Verfügung steht: Ein unter Linux angelegter USB-Stick lässt sich also unter Windows nutzen. Die grafische Oberfläche der Software ist aber komplex und konfrontiert Sie als Nutzer mit vielen Konfigurationsmöglichkeiten, die meistens irrelevant sind.

Trupax mit einfacher Bedienung

An dieser Stelle kommt Trupax ins Spiel: Die Software kombiniert TrueCrypt-Funktionalität mit einer vereinfachten grafischen Oberfläche. Auch Trupax legt also verschlüsselte Dateien an, die dann als Behälter (Container) für Ihre Klartextdateien dienen und den Zugriff nur nach Eingabe des richtigen Passworts ermöglichen. Angreifer können den verschlüsselten Behälter selbst dann nicht auslesen, wenn ihnen die Festplatte in die Hände fällt: Ohne vorherige Eingabe des Passworts erscheinen nur Zufallsdaten.

Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, wie Sie Trupax installieren, ausgewählte Dateien verschlüsseln, Dateien sicher löschen und Klippen bei der täglichen Arbeit mit Trupax sicher und sinnvoll umschiffen.

Installation

Leider stehen für Trupax keine fertigen Pakete für Ubuntu oder OpenSuse in den aktuellen Versionen bereit. Das ist aber kein Problem: Weil es sich um ein Java-Programm handelt, ist es grundsätzlich auf jedem Rechner lauffähig, auf dem auch Java funktioniert. Eine Java-Umgebung richten OpenSuse und Ubuntu ab Werk standardmäßig ein, so dass in beiden Fällen Ihr System für den Trupax-Einsatz optimal vorbereitet ist.

Die Software selbst finden Sie auf der Projekt-Website [3]. Dort erhalten Sie ein .zip-Archiv, das Sie entpacken – im Anschluss finden Sie im entpackten Ordner eine Datei namens install.sh, die Trupax auf Ihrem System installiert. Im Detail funktioniert das wie folgt:

  1. Öffnen Sie im Browser die Adresse [3] und laden Sie Trupax in der dort aktuellen Version (bei Redaktionsschluss war das Trupax 9A) herunter. Auf der Seite finden Sie zwei Varianten – eine für 32-Bit-Systeme und eine für 64-Bit-Systeme. (Wenn Sie den EasyLinux-Empfehlungen folgen, arbeiten Sie mit einem 64-Bit-System.)
  2. Starten Sie den KDE-Dateimanager Dolphin und navigieren Sie zum Ordner, in dem Ihr Browser Downloads ablegt; meist ist das der Unterordner Downloads in Ihrem Home-Verzeichnis. Klicken Sie auf die Datei, um das Programm für die Verwaltung komprimierter Archive zu öffnen. Bei KDE ist das meist Ark (Abbildung 1).

    Abbildung 1: Trupax laden Sie als Zip-Archiv herunter, das Sie mit Ark entpacken.
  3. Klicken Sie in der Shortcut-Leiste unter der Dateileiste auf Entpacken. Sollte der Button nicht zu sehen sein, ist er vermutlich ausgeblendet, weil das Ark-Fenster zu schmal ist. Verbreitern Sie in diesem Fall einfach das Ark-Fenster, um den Button sichtbar zu machen. Entpacken Sie den Ordner in Ihr Home-Verzeichnis.
  4. Drücken Sie [Alt]+[F2] und öffnen Sie mit konsole ein Terminalfenster. Mit cd Trupax9A wechseln Sie in das gerade entpackte Verzeichnis. Sollte sich die Versionsnummer von Trupax zwischenzeitlich geändert haben, ersetzen Sie 9A durch die entsprechende Versionsnummer.
  5. Geben Sie den Befehl sudo ./install.sh (Abbildung 2) und auf Nachfrage Ihr Passwort (Kubuntu) bzw. das Administratorpasswort (OpenSuse) ein. Warten Sie, bis die Meldung done. erscheint. Danach ist Trupax installiert. Im KDE-Menü finden Sie das Programm unter Anwendungen / Nicht zuzuordnen.

    Abbildung 2: Nach dem Entpacken des Zip-Archivs geht es auf die Kommandozeile, um das Installationsskript von Trupax aufzurufen.

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