Know-how für die Kommandozeile

Shell-Tipps

Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sie manche Aufgabe schneller bewältigen als in grafischen Programmen. Wir stellen interessante Anwendungen und Aufrufparameter vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: Wer ist auf dem Rechner angemeldet?

Haben Sie Accounts für andere Benutzer auf Ihrem Computer eingerichtet und würden gerne wissen, wer außer Ihnen angemeldet ist? Auf der Shell können Sie diese Informationen blitzschnell abrufen. Geben Sie einfach w ein und drücken Sie [Eingabe]. Das Kommando zeigt neben allgemeinen Informationen (Uhrzeit, Uptime, Anzahl der angemeldeten Benutzer und Systemlast) eine Liste der eingeloggten Anwender an.

Listing 1

Ausgabe von "w"

$ w
 12:39:50 up 17 days, 14:28,  9 users,  load average: 2,26 1,99 1,99
USER     TTY      FROM    LOGIN@   IDLE    JCPU   PCPU WHAT
huhn     pts/1    [...]   09Sep16  1:59m 15.94s 15.94s irssi
huhn     pts/2    [...]   09Sep16 43:25   0.05s  0.05s ssh host.example.com
egbert   pts/3    [...]   09Sep16 18.00s  2.21s  2.11s mutt
hahn     pts/4    [...]   12Sep16  4days  0.01s  0.01s /bin/bash
[...]

Listing 1 zeigt ein Beispiel – die drei Benutzer huhn, egbert und hahn sind gerade eingeloggt und verwenden unter anderem den IRC-Client Irssi und den Mailclient Mutt. Benutzer huhn hat außerdem eine SSH-Verbindung zum Rechner host.example.com aufgebaut. Die Spalte FROM verrät, von wo aus die Anmeldung erfolgte (IP-Adresse oder Hostname), und die Spalte LOGIN@ zeigt, wann sie stattgefunden hat. JCPU und PCPU zeigen, wie viel Prozessorzeit die von diesem Benutzer gestarteten Programme verbraucht haben. Die allerletzte Spalte (WHAT) verrät Ihnen, welches Programm der- oder diejenige aufgerufen hat.

Alternativ zum Kommando w können Sie auch who am Prompt eingeben. Ohne weitere Optionen aufgerufen, zeigt es lediglich den Namen des Benutzers, wo er angemeldet ist, seit wann und von wo aus die Verbindung kommt, an. Der Befehl kann aber noch mehr, wie der nächste Tipp zeigt.

Tipp: Informationen übers System: "who"

Das Kommando who kann allerhand über einen Rechner verraten. Wenn Sie sich z. B. dafür interessieren, wann der Computer zum letzten Mal gebootet wurde, rufen Sie den Befehl mit der Option -b auf:

$ who -b
  Systemstart  2016-09-09 22:11

Außerdem kann who tote Prozesse, so genannte Zombies, anzeigen. Dazu hängen Sie den Parameter -d an den Aufruf an. Erscheint keine Ausgabe in der Shell, ist alles in Ordnung.

In der Voreinstellung zeigt who beim Abfragen der eingeloggten Benutzer die Hostnamen der Rechner an, von denen aus die Verbindung erfolgt ist. Möchten Sie stattdessen die IP-Adresse sehen, hängen Sie einfach die Option --ips an den Befehl an. Alternativ wandeln Sie Hostnamen in IP-Adressen (und umgekehrt) mit dem Programm dig um (siehe nächster Tipp).

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