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© Dmitry Shubin, Fotolia

Unerwartete Tools rund ums Drucken

Schöner drucken

Linux setzt beim Thema Drucken auf das Common Unix Printing System (CUPS) und auf das Dateiformat PostScript. Darüber mehr zu erfahren, kann nützlich sein und für mehr Komfort beim Drucken sorgen.

Beim Thema "Drucken" fällt den meisten Anwendern nur ein, dass sie Office-Dokumente und E-Mails zu Papier bringen möchten; die Fortgeschrittenen haben die in diesen Programmen die Druckoptionen entdeckt und können zwei Seiten verkleinert auf ein Blatt Papier bringen oder den Duplexdruck einschalten. Doch es ist viel mehr möglich, wenn man sich ein wenig mit der Technik beschäftigt und sich auf die Suche nach hilfreichen Tools begibt. Wir präsentieren hier einen kleinen Einstieg in das Thema.

Pretty Printer "a2ps"

Das kleine Programm a2ps ("Any 2 PostScript") [1] ist ein so genannter Pretty Printer (deutsch etwa: Schöndrucker) – es ist dafür gedacht, einfache Textdateien auszudrucken, diese aber (abhängig vom Format) mit Hervorhebungen aufzubereiten. Wollen Sie z. B. eine Skriptdatei (etwa /etc/bash.bashrc) gut lesbar zu Papier bringen, rufen Sie das Programm wie folgt auf:

a2ps -Esh --pro=color /etc/bash.bashrc

Mit der Option -Esh schalten Sie die Syntaxhervorhebung für Shell-Skripte ein, und --pro=color sorgt für farbige Ausgabe; davon abgesehen druckt das Programm mit Standardeinstellungen, was bei a2ps bedeutet, dass es zwei Seiten verkleinert auf ein A4-Blatt bringt, und zwar auf dem Standarddrucker, falls Sie mehrere Geräte verwenden – im Kasten Standarddrucker rausfinden und ändern lesen Sie, wie Sie den Standarddrucker identifizieren und ändern können. Das Ergebnis dieser Aktion zeigt Abbildung 1. Lassen Sie die Farboption weg, weicht a2ps auf kursive und fette Schrift aus, um Elemente im Dokument hervorzuheben.

Abbildung 1: Hübsch farbig kann "a2ps" eine Skriptdatei drucken – das gelingt auch mit vielen anderen Dateiformaten, etwa C-Programmen.

Mit welchen Dateien außer Shell-Skripten das Tool noch zurecht kommt, verrät die info-Dokumentation, die Sie in der Shell (recht unkomfortabel) mit info a2ps abrufen können. Ist Konqueror auf Ihrem KDE-Desktop installiert, geht es auch angenehmer, indem Sie den alten Dateimanager starten und in die Adresszeile info:a2ps eingeben (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die "info"-Dokumentation zu "a2ps" listet über 100 Formate auf, die das Programm mit Syntax Highlighting drucken kann.

Wollen Sie lieber einzelne Seiten (statt zwei auf einem Blatt) drucken, ergänzen Sie die Option -1; entsprechend erhalten Sie mit -3, -4, …, -9 drei bis neun Seiten auf einem Blatt.

Unter OpenSuse installieren Sie das Programm mit

sudo zypper in a2ps

während Kubuntu-Anwender den Befehl

sudo apt install a2ps

verwenden.

Standarddrucker rausfinden und ändern

Viele Tools, die einen Druckauftrag erzeugen, schicken ihn an den Standarddrucker, wenn Sie nicht explizit einen Drucker nennen. Doch welcher ist der Standarddrucker?

Um das herauszufinden, geben Sie in einem Terminalfenster den etwas kryptischen Befehl

lpoptions | tr " " "\n" | grep device-uri

ein. Die Informationen stecken schon in der Ausgabe von lpoptions, sind aber schlecht lesbar – der Rest des Kommandos formatiert die Ausgabe ein wenig um und zeigt dann nur die Zeile an, in der device-uri vorkommt. Eine typische Ausgabe des Kommandos sieht wie folgt aus:

device-uri=hp:/usb/hp_LaserJet_1015?serial=00CNFD058499

Und sie bedeutet, dass ein via USB angeschlossener HP LaserJet 1015 der Standarddrucker ist.

Wollen Sie einen anderen Drucker zum Ziel für Aufträge ohne Druckerauswahl machen, müssen Sie zunächst herausfinden, wie die Warteschlangen heißen, die Linux für die Drucker angelegt hat. Dabei hilft das Programm lpstat:

esser@hpquadi7:~> lpstat -s
system default destination: hplaserjet1015
device for hplaserjet1015: hp:/usb/hp_LaserJet_1015?serial=00CNFD058499
device for LaserJet1100-TurboPrint: tpu://HP/hp_LaserJet_1015/SN=00CNFD058499
device for MFCJ5910DW: socket://192.168.178.46:9100

Das jeweils dritte Wort jeder Zeile (hier z. B. hplaserjet1015) ist der Name einer Warteschlange; dahinter folgen Informationen über den Treiber und/oder die Anschlussart (z. B. USB oder Netzwerk). Um nun in dieser Situation den Drucker mit dem Warteschlangennamen MFCJ5910DW zum Standarddrucker zu machen, verwenden Sie das Kommando

lpoptions -d MFCJ5910DW > /dev/null

Den hinteren Teil (ab dem Größerzeichen) können Sie dabei auch weg lassen, dann erscheinen im Terminalfenster Statusinformationen zum (neuen) Standarddrucker. Ob mit oder ohne Unterdrückung der Ausgabe: Nach dem lpoptions-Aufruf schickt Linux Druckaufträge an dieses Gerät.

Unabhängig von dieser Einstellung können Sie auch die Shell-Variable PRINTER setzen und "exportieren": Das überschreibt alle Vorgaben und stellt einen anderen Standarddrucker ein – zurück zum HP LaserJet geht es dann z. B. mit

export PRINTER=hplaserjet1015

Fügen Sie dieses Kommando (mit einem für Sie passenden Warteschlangennamen) in die Datei ~/.bashrc ein, etablieren Sie damit den Standardrucker für alle künftigen Ausdrucke.

Drucker anhalten

Wollen Sie zwischendurch den Drucker anhalten (also verhindern, dass der Rechner weitere Druckaufträge aus der Warteschlange verarbeitet), schalten Sie ihn mit cupsdisable vorübergehend aus. Das Programm kann nur der Administrator verwenden, weswegen Sie sudo voranstellen müssen. Als Argument erwartet das Tool den Namen einer Warteschlange.

sudo cupsdisable hplaserjet1015

schaltet den Drucker vorübergehend aus, und nach dem Befehl

sudo cupsenable hplaserjet1015

geht es wieder weiter. Wichtig ist, dass der Drucker auch im "disabled"-Zustand weiterhin Druckaufträge annimmt. Die verwandten Tools cupsreject (engl. reject = abweisen) und cupsaccept (engl. accept = annehmen) deaktivieren die Warteschlange, so dass man keine Aufträge mehr dorthin schicken kann, bzw. lassen wieder neue Einträge zu (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die vier Standardtools für die Steuerung der Druckerwarteschlangen sind "cupsenable", "cupsdisable", "cupsaccept" und "cupsreject".

Das Kommando cupsdisable verschafft Ihnen die Gelegenheit, zu untersuchen, was auf dem Rechner passiert, wenn Sie einen Druckauftrag abschicken.

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