Software

Neue Software (Teil 2/2)

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise. (Teil 2)

Gparted 0.26.1 – Festplattenpartitionierer

Die Installationsprogramme der EasyLinux-Distributionen bringen einen Festplattenpartitionierer mit. Wer jedoch die Platzverteilung bereits installierter Systeme verändern möchte, nimmt dazu am besten die Gparted-Live-CD.

Normal brauchen Sie zum Installieren von Linux keinen eigenständigen Festplattenpartitionierer, denn in den Installationsprogrammen der EasyLinux-Distributionen gibt es einen Arbeitsschritt, der diese Aufgabe übernimmt. Doch für Größenveränderungen an Partitionen, auf denen bereits Betriebssysteme installiert sind, ist die Gparted-Live-CD (Abbildung 14) [1] gefragt: Änderungen an der Root-Partition sind nur dann möglich, wenn das dort installierte System nicht läuft. Auch die parallele Installation von Windows und Linux auf eine leere Festplatte gelingt am einfachsten, wenn Sie mit Gparted vor der Installation für beide Systeme Platz (leere Partitionen) reservieren.

Abbildung 14: Gparted gestaltet die Festplattenpartitionierung grafisch-intuitiv. Das Tool kennt alle gängigen Linux- und Windows-Dateisysteme.

Live gehen

Gparted-Live ist als ISO-Image zum Brennen auf eine CD und als Zip-Archiv für die Installation auf einen USB-Stick erhältlich. Für die CD-Installation können Sie ein beliebiges Brennprogramm verwenden.

Für die USB-Stick-Installation entpacken Sie das Zip-Archiv auf einen USB-Stick mit FAT-32-Dateisystem (der Lieferzustand neuer Sticks). Wechseln Sie dann in einem Terminalfenster in das Verzeichnis utils/linux auf dem Stick und führen Sie dort den Befehl

sudo bash makeboot.sh /dev/sdX1

aus, wobei Sie das "X" in /dev/sdX1 so ersetzen, dass die Zeichenfolge zur Linux-Gerätedatei für Ihren USB-Stick passt. Sie finden den richtigen Buchstaben heraus, indem Sie im Terminalfenster sudo journalctl -f eingeben, um die Kernel-Meldungen zu verfolgen, und dann den Stick einstecken. Achten Sie auf ausgegebene Zeilen wie

kernel: sd 9:0:0:0: [sdc] Attached SCSI removable disk

Hier steht [sdc] für die Gerätedatei des Sticks. Prüfen Sie genau, ob die Bezeichnung wirklich stimmt, sonst zerstören Sie eventuell den Bootloader Ihres laufenden Systems.

Zum Verändern anderer als der Home- und Root-Partitionen des laufenden Systems brauchen Sie kein Live-System zu booten – es reicht aus, gparted mit dem Paketmanager zu installieren und zu starten.

Gparted kommt hervorragend mit neueren Rechnern klar, die mit dem BIOS-Nachfolger UEFI arbeiten, das betrifft z. B. alle Systeme mit vorinstalliertem Windows 8 oder 10. Zwar bringen im Moment noch alle Rechner einen BIOS-Kompatibilitätsmodus mit, der für reine Linux-Installationen zu empfehlen ist; ein im UEFI-Modus eingerichtetes Windows 8/10 verträgt aber die Umstellung auf diesen Modus nicht.

Auf Festplattenebene ersetzt der neue Standard GPT [2] das früher auch unter Linux gebräuchliche MS-DOS-Partitionsschema. Es ist Voraussetzung für Windows 8 oder neuer im UEFI-Modus und für Platten über 2 TByte Größe.

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