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10 Millionen verkaufte Raspberry Pis

Der beliebte Minicomputer Raspberry Pi ist mittlerweile insgesamt über zehn Millionen Mal verkauft worden (wenn man alle Modellvarianten mitzählt). Zur Feier des Tages gibt es auch endlich ein offizielles "Raspberry Pi Starter Kit" [1]: Es besteht aus:

  • einem Raspberry Pi 3 Model B,
  • einer 8 GByte großen SD-Karte mit vorinstalliertem NOOBS (New Out Of The Box Software) [2],
  • einem offiziellen Gehäuse für den Raspberry Pi,
  • einem Netzteil, das sich über die mitgelieferten Adapter in mehreren Ländern einsetzen lässt,
  • einem 1 m langen HDMI-Kabel,
  • einer weißen USB-Maus und einer kleinen weißen USB-Tastatur (ohne Ziffernblock)
  • sowie einer gedruckten Ausgabe des Hefts "Adventures in Raspberry Pi".

Das Ganze kommt in einer weißen Schachtel und kostet 99 Britische Pfund. Element14 [3] listet das Starter Kit für 118 Euro. (Tim Schürmann/hge)

KDE Store eröffnet

Über den neu eröffneten KDE Store [4] möchte das KDE-Projekt Themes, Erweiterungen (Widgets) für den Plasma-Desktop, Icons, Hintergrundbilder und langfristig auch Programme anbieten. Die "Tauschplattform für freie Software" soll auch anderen Projekten offen stehen. Benutzer des Stores können den Entwicklern und Designern zudem Geld spenden – im Moment via PayPal.

Den Store betreibt mit PLING ein Tochterunternehmen von Blue Systems. Aufgrund einer Vereinbarung mit dem KDE e.V. wird die Software hinter dem Store unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Das KDE-Team kann zudem im Fall der Fälle den Store komplett übernehmen.

Zukünftig soll im Store auch Software in Containerformaten wie Flatpak, Snappy und AppImage angeboten werden. Der KDE Store ist zudem ein Teil des OpenDesktop.org-Projekts, das Blue Systems erst Anfang des Jahres übernommen hatte [5]. (Tim Schürmann/hge)

Emacs 25.1: Neue Version nach vier Jahren

Nach vierjährigem Reifungsprozess haben die Macher des freien Texteditors Emacs [6] eine neue Major-Release auf den Weg gebracht. Der erweiterbare Editor kann nun dynamische Bibliotheken als Module laden und versteht sich besser mit der Unicode-Zeichenkodierung. Letzteres drückt sich in erweiterten Möglichkeiten zum Einfügen von Unicode-Zeichen aus. Zudem ist die Netzwerksicherheit verbessert worden, indem Emacs auf den Network Security Manager setzt und so etwa TLS-/SSL-Zertifikate validieren kann. Experimentell ist die Unterstützung für die Grafikbibliothek Cairo. Weitere Neuerungen von Emacs sind in der Ankündigung zu Version 25.1 [7] beim Projekt nachzulesen. Emacs wurde ursprünglich von Richard Stallman entwickelt und steht als eines der großen Projekte der Free Software Foundation unter der GPL. (Ulrich Bantle/hge)

Opera 40 mit Gratis-VPN

Der Browser Opera ist in der neuen Version 40 auch für Linux erhältlich [8]. In der Ankündigung der neuen Version [9] weist der Hersteller Opera Software darauf hin, dass der Browser die Gratisnutzung eines VPN-Dienstes (Virtual Private Network) integriert, der beim anonymen Surfen hilft, ohne dass dafür z. B. der anonymisierende Proxy TOR installiert werden muss.

Beim Aktivieren des VPN-Proxys können Anwender auch auswählen, aus welchem Land die Zugriffe auf Webseiten erfolgen sollen, zur Auswahl stehen unter anderem die USA und Kanada. Die mit diesen Einstellungen besuchten Webseiten erkennen dann einen Anwender aus dem jeweiligen Land, so dass es z. B. möglich ist, YouTube-Videos anzusehen, die in Deutschland aus Urheberrechtsgründen gesperrt sind. Zudem bietet Opera einen eingebauten Werbeblocker und unter dem Namen "Opera Turbo" eine Datenkompression – beide Funktionen beschleunigen das Herunterladen der (relevanten) Elemente einer Webseite und sollen dadurch beim Einsatz auf Notebooks die Akkulaufzeit verlängern. (Hans-Georg Eßer/hge)

Vim 8.0: Erste Major-Release nach 10 Jahren

Bram Moolenaar hat mit Vim 8.0 das erste große Release des verbreiteten Editors veröffentlicht. Darin finden sich viele nützliche Verbesserungen, wie Channels und JSON-Support. Beispielsweise tauscht Vim laut Ankündigung [10] nun Nachrichten mit anderen Prozessen im Hintergrund aus. Server können auf diese Weise bestimmte Arbeiten erledigen und die Resultate dann an Vim schicken. Der Aufruf channel-demo zeigt ein Beispiel.

Vim startet nun Jobs, kommuniziert mit diesen und stoppt sie wieder. Jobs arbeiten im Hintergrund bestimmte Aufgaben ab, über Channels redet Vim mit ihnen. Timer erlauben es, bestimmte Funktionen zu festen und wiederholten Zeiten zu starten, eine Funktion, die an Cron erinnert. Über die neu eingeführten Packages lassen sich zudem die zahlreichen Vim-Plug-ins einzeln oder in Gruppen besser verwalten und aktualisieren.

Für das Vim-GUI wartet Direct-X-Support auf Windows-Nutzer. Unter Linux kommt das Vim-GUI mit GTK+ 3 zurecht, bevorzugt aber beim Konfigurieren weiterhin GTK+ 2, wenn dieses auf dem System vorhanden ist. Weitere neue Schalter und Kommandos für Skripte stellt ansonsten die ausführliche Ankündigung der neuen Version 8 auf GitHub vor [11]. (Kristian Kißling/hge)

Linux Kernel Development Report veröffentlicht

Die Linux Foundation hat den Linux Kernel Development Report herausgegeben, der Zahlen und Statistiken zur Kernel-Entwicklung enthält. Die siebte Ausgabe des Reports [12] würdigt auch das 25-jährige Jubiläum. Die Kernel-Version 4.6, so der Report, hat mit 13 517 Patches in 63 Tagen nur knapp den Patch-Rekord von Kernel 3.15 (13 722 Patches) verfehlt. In den vergangenen 15 Monaten seien rund drei Millionen Zeilen Code in den Kernel eingeflossen. Für Statistikfans merkt der Report an, dass dies einer Rate von rund acht Änderungen pro Stunde entspricht. Mit insgesamt 22 Millionen Zeilen Code und Releases in einem Abstand von etwa neun Wochen sei der Linux-Kernel eines der größten und aktivsten Open-Source-Projekte der IT-Geschichte.

5062 Entwickler haben zum Kernel beigetragen, 2355 davon taten dies zum ersten Mal. Die Entwickler stehen auch für die Zusammenarbeit mit fast 500 Firmen. Bei den Unternehmen, die am meisten zum Kernel beigetragen haben liegt Intel (14 384 Änderungen) vor Red Hat (8987). Es folgen Suse, IBM, Renesas, Google, AMD, Texas Instruments und ARM. Bei den Entwicklern gehen die Spitzenpläte an H. Hartley Sweeten (1456 Änderungen), Geert Uytterhoeven (1036) und Arnd Bergmann (877). Der vollständige, 18-seitige Report ist bei der Linux Foundation nach Registrierung erhältlich. (Ulrich Bantle/hge)

Android 7.0 "Nougat" mit VR- und Vulkan-Support

Android erklimmt die nächste Versionsstufe: Das Betriebssystem erreicht Version 7.0, die den Codenamen "Nougat" trägt. Das bringt nicht nur einen VR-Modus mit, sondern verbessert den Compiler und bietet Vulkan-Support.

Von mehr als 250 Änderungen sprechen die Android-Entwickler in ihrer Ankündigung [13], die den VR-Modus besonders hervorhebt. Um ein qualitativ wertvolles VR-Erlebnis zu bieten, habe man am kompletten Android-Stack gearbeitet, vom Lesen der Sensordaten bis hin zum Senden der Pixel an das Display.

Ein neuer JIT-/AOT-Compiler (Just in time, Ahead of time) verbessert die Software-Performance, beschleunigt die App-Installation und spart Speicherplatz. Zudem unterstützt Android 7.0 die Vulkan-Plattform, den OpenGL-Nachfolger. Dank Multi-Window-Support lassen Nutzer zwei Apps zur selben Zeit laufen, über Direct Reply antworten sie auf Nachrichten, ohne eine App öffnen zu müssen.

Daneben bringt Android eine dateibasierte Veschlüsselung mit. Direct Boot erlaubt es, ein Gerät zu nutzen, ohne es zu entsperren. Dafür muss der Anwender im Vorfeld Apps definieren, die nach dem Direct Boot laufen sollen, etwa SMS- oder Uhrzeit-Apps. Dank Seamless Updates laden Androiden Aktualisierungen im Hintergrund herunter und installieren sie. Nach einem Reboot stehen die Apps in neuen Versionen bereit.

Zu den ersten Geräten, die Updates auf Android 7 erhalten, gehören das Nexus 6, Nexus 5X, Nexus 6P, Nexus 9, der Nexus Player, das Pixel C und das General Mobile 4G (Android One). Auch Geräte im Android-Betaprogramm erhalten die finale Version. Einige Partner von Google planen baldige Updates auf Nougat, etwa LG für das LG V20. (Kristian Kißling/hge)

Lenovo sperrt kein Linux aus

Via Reddit [14] verbreitete sich das Gerücht, Lenovo würde aufgrund einer geheimen Vereinbarung mit Microsoft Anwender daran hindern, Linux auf einigen seiner Notebooks zu installieren. Diese Vermutung hat sich als haltlos erwiesen, Linux installieren kann man aber trotzdem nicht.

Die Linux-Installations-DVDs booten auf den fraglichen Rechnern, finden dann aber keine Platte, auf der sie Linux installieren könnten. Die Ursache ist ein besonderer RAID-Modus der eingebauten Intel-SSD-Platten, der zwar vom Intel-Treiber unter Windows, aber nicht vom Linux-Treiber erkannt wird. Dieser Modus, der wahrscheinlich eingeführt wurde, um ein besseres Power-Management zu ermöglichen, lässt sich auch nicht deaktivieren. In der Folge bleiben die SSDs für Linux unsichtbar. Im Kern handelt es sich also nicht um einen hinterlistigen Trick, sondern um ein Treiberkompatibilitätsproblem.

Schuld an der Misere soll nicht Lenovo, sondern Intel haben – der Linux-Kernel-Entwickler Matthew Garrett schreibt: "Das wirkliche Problem ist, dass Intel kaum etwas dafür tut, dass freie Betriebssysteme auf seiner Consumer-Hardware gut laufen können – wir haben immer noch keine Informationen von Intel, wie die Systeme konfiguriert werden sollten, um ein gutes Power-Management zu gewährleisten, wir erhalten keine Unterstützung für Storage Devices im RAID-Mode, und es gibt keine Anzeichen, dass das in Zukunft besser würde. Wenn Intel uns diese Unterstützung gewährt hätte, wäre dieses Problem nie aufgetreten. Statt wütend auf Lenovo zu sein, lasst uns Druck auf Intel ausüben, damit sie besseren Support für ihre Hardware geben." [15] (Jens-Christoph Brendel/hge)

Microsoft gibt PowerShell für Linux frei

Microsofts PowerShell, der offizielle Nachfolger des veralteten Kommandozeilen-Tools cmd.exe (bzw. command.com), steht nun unter einer Open-Source-Lizenz (MIT) auch für Linux und Macs zur Verfügung [16]. Die objektorientierte Shell funktioniert anders als die im Linux-Umfeld üblichen Shells (wie etwa die Bash).

Anfänglich wird die Scripting- und Automatisierungsplattform für Ubuntu, CentOS und Red Hat Enterprise Linux erhältlich sein, andere Distributionen sollen folgen. PowerShell baut auf dem .NET-Framework auf, dessen überarbeitete Version .NET Core nun ebenfalls auf Macs und Linux-Rechnern läuft. In die PowerShell wird OpenSSH integriert sein, um Fernzugriffe zu erlauben. Außerdem sollen die Editing und Debugging Tools enthalten sein.

Der Quellcode sowie Installationspakete für Windows, Ubuntu, CentOS und OS X sind auf GitHub verfügbar [17], im Microsoft Developer Network (MSDN) informiert der Hersteller über die Shell und bietet auch diverses Material für den Einstieg an [18]. (Jens-Christoph Brendel, Hans-Georg Eßer/hge)

OpenMandriva Lx 3.0 ist fertig

Die OpenMandriva Association hat Version 3.0 der OpenMandriva-Lx-Distribution [19] für produktionsreif erklärt. Sie setzt komplett auf den LLVM-/Clang-Compiler statt auf GCC. Der Kompilationsprozess mit Clang soll nach Angaben der Macher rund dreimal schneller sein als mit GCC.

OpenMandriva Lx 3.0 kommt mit KDE Plasma 5.6.5, Kernel 4.6.5 und X.org 1.18.3. Zudem ist laut der Ankündigung des Projekts das F2FS (Flash-Friendly File System) integriert, das speziell für SSD-Platten konzipiert wurde.

Das Projekt versteht sich nicht nur in Sachen Compiler als experimentierfreudig – auch in Zukunft soll es Neuerungen geben: Geplant für künftige Releases ist eine leichtgewichtige Desktop-Variante, die den Hawaii-Desktop und den Wayland-Server für die Grafik nutzt. Für betagtere Rechner gibt es LXQt, eine Desktop-Version, die schon jetzt wählbar ist und mit Qupzilla einen schlanken Browser auf Basis der Qt-Web-Engine mitbringt. Als Dateimanager dient bei dieser Version PCManFM.

In der Ankündigung von OpenMandriva Lx 3.0 [20] ist der Download verlinkt. (Ulrich Bantle/hge)

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