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Drucker und Multifunktionsgeräte kaufen

Drucken und scannen – aber womit?

Tinte oder Laser? Netzwerkfähig oder nicht? Reiner Drucker oder lieber ein Multifunktionsgerät mit Kopierfunktion? Wenn Sie die Anschaffung eines neuen Druckers oder Multifunktionsgeräts planen, stellen Sie sich diese Fragen. Wir erklären, worauf es ankommt.

Trotz aller Phantasien vom papierlosen Büro sind Drucker aus den meisten Haushalten und Büros bis heute nicht wegzudenken. Manchmal muss es eben doch Papier sein – etwa, wenn ein Brief an eine Behörde, Versicherung, Bank etc. zu verfassen ist. Mehrfach hat sich der Druckermarkt in den vergangenen Jahren radikal verändert, und selbst in vielen Supermärkten stapeln sich Drucker mittlerweile in den Regalen. Hinzu gesellen sich die auch sehr beliebten Multifunktionsgeräte: Bei denen ist ein Drucker gleich mit einem Scanner kombiniert, so dass sich das Gerät auch als Kopierer nutzen lässt.

Wer auf der Suche nach einem neuen Drucker für den Einsatz an Linux-Computern ist, steht vor vielen Fragen:

  • Reiner Drucker oder Multifunktionsgerät?
  • Und was den Drucker-Part angeht: Tintenstrahldrucker oder Laser?
  • Soll das Gerät netzwerkfähig sein, oder genügt der Anschluss per USB?
  • Wie viel darf eine Lösung kosten, die für die eigenen Ansprüche geeignet ist?
  • Und: Wie gut funktioniert das jeweilige Gerät mit Linux? Gibt es Treiber vom Hersteller? Sind diese überhaupt notwendig?

Wir liefern Ihnen die nötigen Informationen, um ein für Ihre Ansprüche geeignetes Gerät zu finden. Zunächst geht es dabei um Drucker; am Ende gehen wir dann auf die beliebten Multifunktionsgeräte ein.

Gretchenfrage: Toner oder Laser?

Die wichtigste Frage gleich vorweg: Lohnt es sich, zu einem Laserdrucker zu greifen, oder genügt ein Tintenstrahldrucker? Die Entscheidung wirkt sich vor allem auf den Preis des Geräts aus, denn Tintenstrahldrucker bekommen Sie in vielen Fällen bereits für deutlich unter 50 Euro, während Laserdrucker unter 100 Euro kaum erhältlich sind.

Ausschlaggebend bei der Berechnung der tatsächlichen Druckkosten ist jedoch nicht nur der Preis für die Geräteanschaffung: Der Drucker selbst ist ohne Tinte oder Toner nutzlos. Gerade bei den laufenden Kosten entpuppen sich die billigen Tintenstrahldrucker oft als Mogelpackung, denn neue Tintenpatronen kosten oft mehr als das Gerät, dem meist nur Patronen mit wenig Tinte beiliegen, damit der Kunde möglichst schnell Patronen nachkaufen muss. Viele Hersteller sind dazu übergangen, die Drucker billig anzubieten und den niedrigen Verkaufserlös durch entsprechend hohe Preise bei den Patronen gegenzufinanzieren. Mit Dritthersteller-Patronen lässt sich dieser Effekt zwar manchmal noch vermeiden, doch daran haben die Hersteller kein Interesse – und denken sich immer wieder Tricks aus, um die Patronen anderer Hersteller für die eigenen Geräte unbrauchbar zu machen.

Der traurige Höhepunkt dieser Entwicklung ist aktuell HP: Wenige Tage vor Redaktionsschluss machten Meldungen die Runde, nach denen die Firmware vieler Tintenstrahldrucker von HP seit dem 13. September bloß noch eine Fehlermeldung anzeigen, wenn keine Original-HP-Patrone eingesetzt ist (Abbildung 1). Ob und wann sich das umgehen lässt, war unklar. Wer solche Probleme vermeiden möchte, greift nur zu den Originalpatronen und gibt dafür bei mittlerem oder hohen Druckaufkommen viel Geld aus.

Abbildung 1: Tintenstrahldrucker sind günstig, doch die Patronen sind teuer. Darum denken sich die Hersteller oft neue Tricks aus, um Fremdpatronen auszuschließen – wie hier HP.

Die Kosten für Toner spielen auch bei Laserdruckern eine Rolle, und Toner sind nicht automatisch billiger als Tintenpatronen: Für einen schwarzen Toner sind je nach Marke zwischen 45 und 80 Euro fällig. Allerdings reicht ein Toner dann auch für mehrere Tausend Seiten. (Farb-)Laserdrucker verfügen über vier Toner – Cyan ("C"), Magenta ("M"), Gelb (Yellow, "Y") und Schwarz ("K") –, die sich separat voneinander austauschen lassen (Abbildung 2). Wer also regelmäßig nur schwarz druckt, kommt mit den anderen drei Tonern lange aus. Einzeln tauschbare Farben gibt es aber auch bei vielen Tintenstrahlern.

Abbildung 2: Bei Farblaserdruckern sind die vier Grundfarben in vier eigene Tonerkartuschen aufgeteilt, die sich separat tauschen lassen.

Viel, normal oder wenig Druck machen?

Traditionell verläuft die Grenze zwischen Tintenstrahl- und Laserdruckern entlang der Unterscheidung zwischen Büro- und Heimeinsatz. In Büros finden sich meist große Laserdrucker, weil sie dort einige Vorteile besonders gut ausspielen können. Wichtig ist hier etwa der PPM-Wert: "ppm" ist die Abkürzung für "Pages per Minute", also Seiten pro Minute. Dieser Wert ist oft bei Laserdruckern höher: Dort wird das Druckmittel, also der Toner, in das Papier hineingebrannt, während bei klassischen Tintenstrahldruckern ein Druckkopf seine Bahnen über das Papier zieht und die Tinte dort auf das Papier bringt, wo sie hin soll. Das Hin- und Herfahren des Druckkopfes dauert länger als das Einbrennen des Toners, das passiert, während das Blatt im Laserdrucker an der "Trommel" vorbeigezogen wird. Zwar sind Tintenstrahldrucker in den vergangenen Jahren kontinuierlich besser geworden, die Laserkollegen haben bei der Geschwindigkeit aber noch immer die Nase vorn. Wer also viel druckt und will, dass es schnell geht, greift an dieser Stelle besser zu einem Laserdrucker.

Uneingeschränkt gilt die Laserdrucker-Empfehlung für Sie auch, wenn Sie nur wenig drucken, denn eine einmal eingesetzte Tintenpatrone trocknet früher oder später ein, wenn der Drucker nicht regelmäßig benutzt wird. Sobald das passiert, können Sie die Patrone bloß noch durch eine neue ersetzen. Wie zuvor beschrieben kann das bei Tintenstrahldruckern schnell ein teurer Spaß werden. Laserdrucker haben das Problem nicht: Auch wer ein Jahr lang gar nicht druckt, kann das Gerät danach problemlos wieder in Betrieb nehmen.

Daraus ergibt sich auch die Empfehlung für Tintenstrahldrucker: Wer ein normales Druckaufkommen hat und den Drucker regelmäßig benutzt, kann ohne Probleme zu einem modernen Tintenstrahler greifen. Denn in einem solchen Szenario besteht nicht die Gefahr, dass die Tintenpatronen eintrocknen, und die Kosten liegen im Mittel trotzdem unterhalb der Kosten für vergleichbare Laserdrucker.

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