25 Jahre Linux

Liebe Leserinnen und Leser,

Linux hat Ende August seinen 25. Geburtstag gefeiert; mehr als die Hälfte der Zeit (seit Mitte 2003, also 13 Jahre) begleitet EasyLinux das innovative Betriebssystem aus der Einsteigerperspektive.

Mein persönlicher Linux-Einstieg liegt auch schon länger zurück: 1994 war ich Informatik-Student und nutzte einen PC unter MS-DOS für meine Hausarbeiten – auf dem Rechner lief auch das Programm TeXShell [1] (Abbildung 1), mit dem ich komfortabel Texte in LaTeX [2] erstellen konnte. Um eine Vorschau des Dokuments zu sehen, musste ich einen externen Viewer starten, der in den Grafikmodus wechselte (so dass dann der Editor nicht mehr sichtbar war). An der Uni hatten wir Unix-Maschinen, bei denen Editor und Vorschau in zwei gleichzeitig sichtbaren Fenstern liefen: Das wollte ich auch zu Hause haben. Zusammen mit einem Freund installierte ich dann in einer langen Nacht von einem großen Packen 5,25-Zoll-Disketten die Linux-Distribution Slackware [3]. Ich weiß nicht mehr, welche Version das war, aber es dauerte Ewigkeiten, und die Konfiguration der grafischen Oberfläche (damals: XFree86 mit einem einfachen Window Manager) war eine harte Nuss. Die Belohnung für die Mühen war ein System, das – wie auf den Profimaschinen an der Uni – parallel den Texteditor und die Vorschau anzeigen konnte und noch viele weitere Vorteile gegenüber DOS und Windows besaß.

Abbildung 1: Die TeXShell für MS-DOS war eine der ersten "integrierten Schreibumgebungen" für LaTeX.

Internet gab es damals auch schon, aber richtig viel konnte man noch nicht damit anfangen. Abgesehen von den anderen Informatikern hatte kaum jemand eine Mail-Adresse, und die Liste interessanter Webseiten war auch sehr überschaubar: Die erste Version des Netscape Navigator (so hieß Firefox damals) war erst Ende 1994 erschienen, der Internet Explorer für Windows kam 1995 raus.

Doch LaTeX lief, und das war Grund genug für mich, tiefer in die Linux-Materie einzusteigen. 1997 fing ich dann an, Artikel über Linux zu schreiben – da kommt 2017 auch ein persönliches Jubiläum (20 Jahre Linux-Autor) auf mich zu.

LaTeX ist zeitlos

Das LaTeX-System hat mich über all die Jahre begleitet, und in dieser Ausgabe möchte ich es Ihnen als Alternative zu LibreOffice Writer, Word und anderen Textverarbeitungen vorstellen: Sie finden im Heft zwei ausführliche Workshops zu LaTeX selbst und zu TeXstudio [4], der integrierten Schreibumgebung für LaTeX. Dazu kommen noch einige Tipps und Tricks im hinteren Teil des Hefts. Vielleicht können Sie sich ja nach der Lektüre auch für das Textsatzsystem begeistern, mit dem Anwender seit den 80er Jahren Texte mit perfektem Layout produzieren.

Drucken und scannen

Im Schwerpunkt dieser Ausgabe geht es um ein verwandtes Thema: Drucken (und scannen) gehört zur Textproduktion dazu. Wir helfen bei Auswahl (Kauf) und Einrichtung der Geräte und stellen auch erweiterte Funktionen vor; wer sein Gerät mit den Bordmitteln nicht in Betrieb nehmen kann, hat vielleicht mit den Kaufprogrammen TurboPrint und VueScan mehr Erfolg, die wir auch besprechen.

Hans-Georg Eßer

Chefredakteur

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    Liebe Leserinnen und Leser,

    neuerdings ist alles Open Source: Microsofts Editor "Visual Studio Code" für Programmierer (siehe Nachricht auf Seite 11) [1] und Apples Programmiersprache Swift [2] sind gerade zu einer Open-Source-Lizenz gewechselt. Viele Softwareentwickler, die bisher ihre Softwarequellen als Geschäftsgeheimnisse geschützt haben, hoffen nun auf eine Mitarbeit der Community – zumindest bei einzelnen Projekten. Bis wir den kompletten Quellcode von Windows oder OS X bekommen (und ändern dürfen), wird wohl noch ein wenig Zeit vergehen. Bis dahin erfreuen wir uns einfach an der neuen Harmonie, die z. B. zwischen Microsoft und der Linux-Welt herrscht, so etwa bei der neuen Zertifizierung "MCSA: Linux on Azure" [3], die Administratoren erwerben können, wenn sie zwei Prüfungen bestehen – eine bei Microsoft und eine bei der Linux Foundation.
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