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Virtuos im Web mit Vivaldi 1.2

Vorhang auf!

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Eine Truppe Softwareentwickler aus dem hohen Norden ließ einen verloren geglaubten Webbrowser wieder auferstehen. Wer einst Opera liebte, findet jetzt in Vivaldi einen flotten Begleiter fürs Netz. Wir schauen nach, ob der kostenlose Browser schon mit den "Großen" im Orchester mitspielen kann.

Als die Firma Opera 2013 zuerst den Funktionsumfang ihres beliebten Browsers drastisch reduzierte und dann kurz darauf den Webdienst My Opera abschaltete, ließ sie nicht nur viele enttäuschte Benutzer zurück. Mitgründer und Chief Executive Officer Jon Stephenson von Tetzchner hatte bereits Anfang 2010 die Segel gestrichen. Der Isländer gründete lieber seine eigene Online-Community und wenig später die Firma Vivaldi Technologies AS. Einige ehemalige Opera-Entwickler sind ihm gefolgt, um gemeinsam an einem "Browser für unsere Freunde" (so die Werbung auf der Startseite [1]) zu arbeiten.

Das Ergebnis der Mühen ist der kostenlose Browser Vivaldi. Nach einigen Technical Previews und einer ersten Betaversion im November letzten Jahres vermeldeten die Entwickler im April 2016 die Ausgabe 1.0. Schon drei Wochen später veröffentlichten sie Version 1.1, und Anfang Juni ist Vivaldi 1.2 erschienen. Wir haben den neuen Browser unter OpenSuse 13.2 und Leap 42.1 sowie Kubuntu 16.04 getestet – dieser Workshop zeigt, wie Sie das Programm installieren und einrichten. Außerdem stellen wir praktische und schicke Features des neuen Mitspielers vor.

Ouvertüre

Im Vivaldi-Downloadbereich [2] finden Sie Debian- und RPM-Pakete (jeweils 32 und 64 Bit), die Sie unter Kubuntu 16.04, OpenSuse 13.2 und Leap 42.1 wie folgt installieren können:

  1. Laden Sie das zu Ihrer Distribution und Architektur passende Paket herunter; Kubuntu-Anwender benötigen das Paket hinter dem Link Vivaldi 1.2 64bit DEB, OpenSuse-Benutzer das Paket Vivaldi 1.2 64bit RPM.
  2. Öffnen Sie über [Alt]+[F2] und Eingabe von konsole ein Terminalfenster. Navigieren Sie dort ins Verzeichnis, wo die heruntergeladene Datei liegt; in der Regel ist das der Ordner Downloads im eigenen Home-Verzeichnis:

    cd ~/Downloads
  3. Unter OpenSuse geben Sie nun das folgende Kommando ein und authentifizieren sich anschließend mit dem Root-Passwort:

    sudo rpm -i vivaldi-stable-1.2.490.39-1x86_64.rpm

    Unter Kubuntu lautet das Kommando stattdessen:

    sudo dpkg -i vivaldi-stable_1.2.490.39-1_amd64.deb

    Hier geben Sie auf Aufforderung Ihr eigenes Kennwort ein.

Das Terminalfenster können Sie danach mit [Strg]+[D] schließen. Vivaldi finden Sie im Startmenü in der Abteilung Anwendungen / Internet / Web-Browser (Vivaldi). Beim ersten Aufruf begrüßt Sie ein Einrichtungsassistent, der nach Ihren Vorlieben fragt (Abbildung 1). Entscheiden Sie sich zuerst für eines der sechs Farb-Themes und klicken Sie dann auf Weiter: Platzierung der Tableiste. Hier stehen vier Varianten zur Auswahl (oben, unten, linker oder rechter Rand). Als Letztes suchen Sie ein Hintergrundbild für die Startseite aus – fertig.

Abbildung 1: In drei Schritten richten Sie das Aussehen des Browsers Vivaldi ein. Alle Entscheidungen können Sie in den Programmeinstellungen rückgängig machen.

Auftakt

Wenn Sie zum ersten Mal mit Vivaldi surfen, bietet der Browser Ihnen auf der Startseite per Schnellwahl Zugriff auf die beliebtesten und meistbesuchten Webseiten. Welche Kacheln hier in welcher Reihenfolge erscheinen, können Sie selbst beeinflussen. Fahren Sie mit der Maus über einen Eintrag und klicken Sie auf das kleine Kreuz oben rechts, um ihn zu löschen; mit gedrückt gehaltener Maustaste ziehen Sie eine Kachel an eine neue Stelle.

Die Kachel ganz am Ende der Liste mit dem großen Pluszeichen fügt neue Objekte zur Schnellwahl hinzu. Geben Sie ins aufklappende Feld einfach die Adresse ein und bestätigen Sie alles über Hinzufügen. Auch eine bereits geöffnete Website können Sie in die Sammlung aufnehmen, indem Sie in der Adressleiste rechts auf das kleine Lesezeichen-Symbol klicken und dann im Drop-down-Menü Schnellwahl auswählen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Über das Lesezeichen-Symbol fügen Sie auch Einträge zur Schnellwahl hinzu.

Insgesamt fällt das unaufdringliche Design des Browsers auf. Einige wichtige Funktionen erreichen Sie über die Statusleiste am unteren Rand und müssen dafür nicht ins Menü oder in die Programmeinstellungen wechseln. Dazu gehört beispielsweise die Zoomfunktion unten rechts. Über den Schieberegler vergrößern und verkleinern Sie die Ansicht; alternativ drücken Sie [Strg]+[**] oder [Strg]+[**+]. Ein Klick auf Zurücksetzen bzw. [Strg]+[0] wechselt zur Voreinstellung zurück.

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