Know-how für die Kommandozeile

Shell-Tipps

Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sie manche Aufgabe schneller bewältigen als in grafischen Programmen. Wir stellen interessante Anwendungen und Aufrufparameter vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: Vim: Syntax-Highlighting einschalten

Der Texteditor Vim kennt die Syntax vieler Programmiersprachen und Konfigurationsdateien; er hebt auf Wunsch Schlüsselwörter farbig hervor. Das erleichtert das Bearbeiten von komplexen und langen Dateien, weil sie einerseits besser lesbar sind (Abbildung 1) und andererseits Tippfehler auffallen – haben Sie ein reserviertes Wort aus der Sprache falsch geschrieben, passt die Farbe im Editor nicht mehr.

Um das Syntax-Highlighting im laufenden Betrieb einzuschalten, wechseln Sie zunächst mit [Esc] in den Befehlsmodus. Danach geben Sie diesen Befehl ein:

:syntax on

und bestätigen mit der Eingabetaste. (Beachten Sie, dass der Befehl mit einem Doppelpunkt beginnt.) Anschließend ist die Ausgabe bunt. Gefällt Ihnen der Farbzauber nicht, werden Sie ihn mit

:syntax off

wieder los. Möchten Sie das Highlighting permanent einschalten, ist die Vim-Konfigurationsdatei im eigenen Home-Verzeichnis (~/.vimrc) der richtige Ort. Fügen Sie in eine eigene Zeile ohne den führenden Doppelpunkt syntax on ein – fertig.

Abbildung 1: Einmal ohne Syntax-Highlighting, einmal mit – durch das Einfärben von Schlüsselwörtern werden auch Konfigurationsdateien (hier "/etc/apt/sources.list" unter Ubuntu 16.04) besser lesbar.

Tipp: Vim: Weitere Farbzaubereien (Hintergrund, Themes)

Das Syntax-Highlighting haben Sie eingeschaltet, aber so richtig zufrieden sind Sie mit dem Look nicht? Eventuell ist der Terminal-Hintergrund zu hell, und Sie können bestimmte eingefärbte Begriffe nicht gut erkennen? Kein Problem – wechseln Sie wieder mit [Esc] in den Befehlsmodus und teilen Sie Vim mit, dass der Hintergrund hell ist:

:set background=light

Das funktioniert auch in die Gegenrichtung. Ersetzen Sie im letzten Befehl das light durch dark, um dem Editor zu sagen, dass der Hintergrund dunkel ist. Auch diese Vorgabe können Sie in die Konfigurationsdatei ~/.vimrc schreiben, um sie dauerhaft zu machen.

Es gibt außerdem fertige Farb-Themes, mit denen Sie experimentieren können. Geben Sie dazu :colo (die Kurzform von :colorscheme) ein, dann ein Leerzeichen. Drücken Sie nun [Tab], erscheint der erste Vorschlag (blue). Über weitere Drücke auf [Tab] wechseln Sie zunächst zu darkblue und dann zu den weiteren verfügbaren Farb-Themes – je nach Distribution und Vim-Version sind um die 20 verschiedenen Looks dabei. Probieren Sie einfach aus, was Ihnen am besten gefällt; zurück zum Standard geht's mit :colo default.

Auch das Farbschema können Sie dauerhaft einrichten, indem Sie es in die Vim-Konfigurationsdatei ~/.vimrc eintragen. Schreiben Sie die Anweisung in eine eigene Zeile (ohne Doppelpunkt), z. B. so:

colo darkblue

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Verwandlung auf Befehl
    Unterschiedliche Zeilenenden oder Zeichenkodierungen machen Linuxern den Datenaustausch schwer. Ein paar Konvertierungstools auf der Shell helfen aus der Misere.
  • Shell-Tipps
    Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sie manche Aufgabe schneller bewältigen als in grafischen Programmen. Wir stellen interessante Anwendungen und Aufrufparameter vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.
  • Know-how für die Kommandozeile
    Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sie manche Aufgabe schneller bewältigen als in grafischen Programmen. Wir stellen interessante Anwendungen und Aufrufparameter vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.
  • Know-how für die Kommandozeile
    Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sie manche Aufgabe schneller bewältigen als in grafischen Programmen. Wir stellen interessante Anwendungen und Aufrufparameter vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.
  • Multimuschel
    Mrxvt ist schlank, wendig, einfach anzupassen und unterstützt mehrere Shell-Sitzungen in einem Terminalfenster.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 11/2017-01/2018: Einstieg in Linux

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 2 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...