Tarnen und Täuschen

Wie erwähnt, bleibt der Inhalt eines verschlüsselten Containers ohne Kenntnis des Passworts im Dunklen. Das gilt auch, wenn darin ein weiterer Container liegt. Veracrypt sieht daher ein Verfahren vor, in einen äußeren Container mit unwichtigen Alibi-Dateien einen weiteren einzubetten, der die wirklich zu schützenden Dateien verbirgt.

Weder bei entsperrtem noch bei unentsperrtem äußerem Container lässt sich der eingebettete innere Container von freiem Speicherplatz unterscheiden: Veracrypt hat den freien Platz bei der Einrichtung mit Zufallswerten vorbelegt. Das Verfahren hat nur einen Nachteil: Entsperren Sie den äußeren Container und kopieren weitere Dateien hinein, überschreiben Sie unter Umständen den inneren – auch das Programm selbst kann ohne das korrekte Passwort für den inneren Container nicht erkennen, dass es ihn gibt.

Beiden Containern werden darum unterschiedliche Passwörter zugewiesen. Allein die Eingabe des Passworts entscheidet, welchen der beiden sie entsperren. Nach der Einrichtung bedeuten versteckte Container also keinen Mehraufwand. Ein gemischter Modus, der nach beiden Passwörtern fragt, verhindert das Überschreiben der Daten im inneren Container. Doch in der Praxis öffnet man den äußeren Alibi-Container ohnehin selten. Lediglich wenn Sie die Existenz der eigentlichen verschlüsselten Dateien abstreiten wollen, benutzen sie das Passwort für den äußeren Container. Sichtbar werden unwichtige Dateien und freier, mit Zufallsrauschen formatierter Plattenplatz. Wenn Sie "Das ist alles" sagen, kann niemand ohne Kenntnis des inneren Passworts das Gegenteil beweisen.

Das OpenSuse-Paket für Veracrypt ist, wie es sich für sicherheitskritische Software gehört, digital signiert. Um es ohne Warnungen installieren zu können, importieren Sie vorher mit

sudo rpm --import http://download.opensuse.org/repositories/home:/magist3r:/bootdisk-next/openSUSE_Leap_42.1/repodata/repomd.xml.key

auf der Konsole die zugehörige Signatur.

Die Redaktion meint

Veracrypt ist ein Fork von Truecrypt. Die plötzliche Aufgabe seines anonymen Entwicklers hat zu einer kontroversen Diskussion um die Sicherheit der Software geführt. Daraufhin wurde das ursprünglich auf Windows beheimatete Truecrypt zweimal auf Herz und Nieren geprüft. Veracrypt hat alle dort zutage getretenen Schwächen ausgebügelt [15].

Die Software besticht durch ihre einfach bedienbare grafische Benutzeroberfläche. Das Verfahren für plausible Abstreibarkeit der Existenz verschlüsselter Dateien ist ein Alleinstellungsmerkmal.

Bewertung

5 von 5 Sternen

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Mit Hugin Panoramafotos erstellen
    Gute Panoramaaufnahmen vermitteln beinahe dramatisch die Atmosphäre einer Landschaft. Mit Hugin und dem richtigen Ausgangsmaterial erstellen Sie diese auch ohne Weitwinkelobjektiv.
  • Nähkurs
    Nähen ist einfacher als gedacht! Zumindest das Aneinandernähen (stitchen) mehrerer Bilder oder Fotos zu einem Panorama gelingt mit Hugin in wenigen Schritten. Aber das Programm kann einiges mehr.
  • Zusammengenäht
    Der Aufnahmewinkel handelsüblicher Kameras ist bekanntlich beschränkt. Wie Sie damit trotzdem beeindruckende Panoramaaufnahmen erstellen, zeigt der Artikel.
  • Perfekte Panoramas mit Hugin, Enblend und Autopano-SIFT
    Landschafts- oder Stadtbilder gewinnen an Reiz, wenn man mehrere von ihnen zum Großformat montiert. Die einzelnen Fotos passen aber oft nicht so recht zusammen, was die Sache schwierig macht. Die Tools Hugin, Enblend und Autopano-SIFT helfen dabei.
  • Schlüsselfrage
    Der Truecrypt-Nachfolger Veracrypt empfiehlt sich mit seiner handlichen grafischen Oberfläche nicht nur Einsteigern: Mit den "Hidden Volumes" bietet er daneben auch ein einzigartiges Profi-Feature.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 11/2017-01/2018: Einstieg in Linux

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Huawei
Pit Hampelmann, 13.12.2017 11:35, 2 Antworten
Welches Smartphone ist für euch momentan das beste? Sehe ja die Huawei gerade ganz weit vorne. Bi...
Fernstudium Informatik
Joe Cole, 12.12.2017 10:36, 2 Antworten
Hallo! habe früher als ich 13 Jahre angefangen mit HTML und später Java zu programmieren. Weit...
Installation Linux mint auf stick
Reiner Schulz, 10.12.2017 17:34, 3 Antworten
Hallo, ich hab ein ISO-image mit Linux Mint auf einem Stick untergebracht Jetzt kann ich auch...
Canon Maxify 2750 oder ähnlicher Drucker
Hannes Richert, 05.12.2017 20:14, 4 Antworten
Hallo, leider hat Canon mich weiterverwiesen, weil sie Linux nicht supporten.. deshalb hier die...
Ubuntu Server
Steffen Seidler, 05.12.2017 12:10, 1 Antworten
Hallo! Hat jemand eine gute Anleitung für mich, wie ich Ubuntu Server einrichte? Habe bisher...