Labels und Briefmarken drucken

Von der Rolle

Ein Labeldrucker ist ein praktisches Gerät: Er druckt nicht nur Labels, mit denen sich im Haushalt praktisch alles beschriften lässt – sondern spuckt bei Bedarf auch echte Briefmarken aus, die den Weg zur Post ersparen.

Regelmäßig gilt es, Gegenstände oder Dokumente zu beschriften: Aufbewahrungsboxen im Abstellraum etwa sind deutlich hilfreicher, wenn von ihnen schnell ablesbar ist, was sich darin befindet. Wer Geburtstagseinladungen verschickt, will nicht ein paar Dutzend mal die vollständige eigene Adresse auf die Kuvert-Rückseite schreiben. Für den Griff zum Kugelschreiber gibt es einige Alternativen: Beschriften lassen sich Kisten etwa auch mit Klebeband und Zetteln, doch ist diese Lösung meist nicht sehr strapazierbar. Und Geburtstagseinladungen, die als DIN-Brief daher kommen, werden bei Bekannten und Verwandten wenigstens zu deutlich erhobenen Augenbrauen führen. Viele dieser Aufgaben lassen sich mit einem Labeldrucker leichter und schöner erledigen.

Vielleicht kennen Sie noch die analogen Vorgänger von Beschriftern: Schriftpräger dienten über Jahrzehnte dazu, die verschiedensten Gegenstände mit geprägten Klebebändern zu versehen. Doch im Büro der Gegenwart stehen digitale Labeldrucker, die sich direkt mit einem Computer verbinden lassen und wie normale Drucker funktionieren. Am Ende steht kein geprägtes Band mehr, sondern ein Ausdruck auf Thermopapier, der sich problemlos an Gegenständen oder auf Dokumenten anbringen lässt. Der deutschen Post ist es zu verdanken, dass sich für Labelprinter eine weitere attraktive Nutzungsmöglichkeit ergeben hat: Elektronische Briefmarken lassen sich mit Labeldruckern hervorragend auf Papier drucken, sogar Einschreiben ins Ausland sind damit kein Problem.

Die Anschaffung eines Labeldruckers lohnt sich also nicht nur für Anwender, die viele Gegenstände zu beschriften haben, sondern gerade auch für Personen mit einem erhöhten Briefaufkommen: Dank Internetmarken entfällt der regelmäßige Markenkauf in der Postfiliale. Wir beleuchten das Thema Labeldruck mit Linux sowohl auf der Hardware- als auch auf der Softwareseite. Sie erfahren, wie Sie einen Labeldrucker unter Linux konfigurieren und wie Sie mit der Anwendung gLabels solche Etiketten erstellen. Schließlich erklären wir, wie Sie den Onlinedienst der Post nutzen und Briefmarken drucken.

Eine Frage der Hardware

Wie üblich gilt beim Zusammenspiel von Linux und Hardware der Grundsatz: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Zwar hat sich die Treibersituation für verschiedene Geräte – und gerade Drucker – in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert, vor der Anschaffung eines Label-Druckers empfiehlt sich aber trotzdem ein Blick auf die Website des Herstellers sowie in Kompatibilitätslisten, um einen Fehlkauf von vornherein auszuschließen.

Zwei Anbieter sind am Markt mit Labeldruckern besonders aktiv: Dyno und Brother. Brother bietet in seinem Portfolio für jede Preisklasse etwas: Wer einen günstigen Einstieg in das Thema Labeldruck sucht, erhält passende Geräte mit USB-Anschluss bereits für unter 50 Euro. Etwas luxuriöser wird es bei den Geräten, die einen eingebauten Druckserver haben und auch per WLAN oder Ethernet erreichbar sind: Der QL-710W [1] (siehe Titelbild) von Brother fällt in diese Kategorie. Bei Onlinehändlern ist das Gerät ab 75 Euro erhältlich. Die Ethernet-Variante QL-720WN kostet um die 95 Euro. Ein kurzer Check auf der Hersteller-Website offenbart Linux-Treiber, die als Debian- und RPM-Pakete vorliegen (Abbildung 1). Ubuntu- und OpenSuse-Nutzer sind also gleichermaßen auf der sicheren Seite. Für diesen Artikel haben wir den QL-710W verwendet.

Abbildung 1: Brother bietet auf der englischen Version seiner Website Linux-Treiber für den QL-710W an.

Das Gerät und seine Beilagen

Labeldrucker kommen mit zwei Papiersorten zurecht: Es gibt fertig konfektionierte Label, die Geräte können aber auch Endlospapier nutzen. Dem genannten Gerät liegen zwei "Demo"-Rollen dabei: Endlospapier mit 62 mm Breite, welches das in den Drucker integrierte Schnittmesser bei Bedarf auf die passende Länge trimmt, sowie fertige Etiketten im Format 22 mm x 90 mm. Die Demo-Rollen sind kürzer als die nachkaufbaren Rollen, die Brother im Sortiment hat. Selbst die Demo-Rollen sollten aber einige Monate reichen, falls Sie nicht gleich Ihr ganzes Haus mit den Aufklebern tapezieren möchten.

In der Verpackung des Druckers finden sich neben dem Gerät und den erwähnten Labelrollen ein Stromkabel sowie ein USB-Kabel.

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