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© Vlad Kochelaevskiy, 123RF

E-Books mit Calibre sinnvoll verwalten

Virtuelle Bibliothek

E-Book-Reader kommen immer mehr in Mode. Wer seine digitale Bibliothek effektiv verwalten möchte, nutzt dafür am besten Calibre: Das Programm schafft nicht nur lokal Ordnung, sondern verwaltet auch Kindle & Co.

Die Diskussionen für und gegen E-Books haben oft fast schon religiösen Charakter: Die Einen beharren auf Papier, das sie in den Händen halten und darin schmökern wollen. Die Anderen freuen sich darüber, dass sie auf einem E-Book-Reader eine ganze Bibliothek virtuell mit sich führen können. Sicher ist, dass es den großen Herstellern in den letzten Jahren gelungen ist, mit neuen Modellen neue Käuferschichten zu erschließen: Amazons Kindle geht in großen Mengen genauso über die Ladentheke wie Konkurrenzprodukte, etwa die Tolino-Reihe, die viele deutsche Buchketten im Sortiment haben. Wer sich auf digitale Bücher einlässt, findet am Markt derzeit genügend Auswahl: Von den einfachen Modellen bis hin zum E-Book-Ferrari ist praktisch alles dabei.

Gemein ist allen Angeboten am Markt, dass sie versuchen, die Anwender in ein spezifisches "Ökosystem" einzubinden. Gemeint ist die Quelle, aus der Sie als Leser nach dem Kauf des Geräts Ihre Bücher beziehen: Amazon möchte, dass Sie den Kindle-Store als primäre Bücherquelle nutzen. Entsprechendes gilt für die Tolino-Geräte, die maßgeblich über den Büchermarkt von Libri oder entsprechenden Wiederverkäufern befüllt werden sollen – Hugendubel und Thalia sind nur zwei mögliche Händler.

Vielfalt

Dass es eine "bevorzugte Quelle" gibt, täuscht Kunden oft darüber hinweg, dass der E-Book-Reader viel mehr kann. Neben den Amazon-eigenen Formaten beherrschen z. B. alle Kindle-Modelle auch weitere Dateiformate, etwa MOBI. Ähnliches gilt für die Tolino-Serie und andere Geräte. Damit ist klar: Wenn Sie E-Books in einem passenden Format haben, können Sie diese problemlos auf dem E-Book-Reader lesen. Fürs passende Format kommt Calibre ins Spiel: Das ist eine vollständige E-Book-Verwaltung, die sich für die lokale Pflege einer umfassenden E-Book-Bibliothek eignet und zusätzlich das Management gängiger E-Book-Reader unterstützt.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Calibre funktioniert und wie Sie einen E-Book-Reader über Calibre mit zusätzlichen Büchern betanken. Als Beispielgerät dient ein Kindle Voyage von Amazon, die Erklärungen im Text lassen sich aber auch auf Tolino-Geräte anwenden.

Calibre: Eine kurze Einführung

Stellen Sie sich Calibre am besten als digitalen Bibliothekar vor. Denn das Hauptaugenmerk des Werkzeugs liegt nicht darauf, Bücher auf E-Book-Reader zu packen. Viel mehr bietet das Werkzeug Ihnen die Möglichkeit, praktisch all Ihre E-Books an einer zentralen Stelle zu verwalten. Außerdem erlaubt das Programm die Konvertierung von einem Format in ein anderes und den Aufbau einer Metadaten-Datenbank, die das Management von Büchern in erheblichem Maße erleichtert. Dass sich aus Calibre heraus E-Books auch auf die passenden Reader exportieren lassen, ist ein angenehmer Nebeneffekt, aber nicht das Haupt-Feature der Software.

Der erste Schritt zur digitalen Bibliothek ist die Installation des Programms. Die ist bei Calibre nicht schwer: Das Paket liegt den EasyLinux-Distributionen OpenSuse und Ubuntu als Paket bei. Sie installieren es wie gewohnt über die Paketverwaltung Ihres Systems. Installieren Sie das Paket calibre – danach findet sich im KDE-Menü schon der passende Eintrag, der das Werkzeug startet.

Die Calibre-Autoren wollen es Ihnen so leicht wie möglich machen, sich im Programm zurecht zu finden. Bevor Sie nach dem ersten Calibre-Start überhaupt die Oberfläche des Programms zu sehen bekommen, startet Calibre deshalb einen Konfigurationsassistenten. Im ersten Schritt legen Sie die Programmsprache und das Verzeichnis, das Calibre für seine digitale Bibliothek verwendet, fest. Hier schadet es nicht, kurz nachzudenken: Zwar ist ein einzelnes E-Book nur ein paar MByte groß. Aber Kleinvieh macht auch Mist, und eine umfängliche E-Book-Bibliothek kann schnell ein paar GByte groß werden. In der Voreinstellung landet die Bibliothek in Ihrem Home-Verzeichnis. Wollen Sie stattdessen etwa eine externe Festplatte nutzen, klicken Sie im ersten Dialog des Assistenten auf Ändern und wählen den entsprechenden Datenträger aus (Abbildung 1).

Abbildung 1: Calibre begrüßt Sie mit einem Assistenten, der Sie bei der ersten Einrichtung des Programms unterstützt.

Dann präsentiert Ihnen Calibre eine Liste der E-Book-Reader, mit denen es umgehen kann. Die Kindle-Serie von Amazon ist namentlich genannt (Abbildung 2), Tolinos fallen in die Kategorie Generic / Generic e-Ink device. Sollten Sie E-Books lieber auf einem Android-Smartphone oder -Tablet lesen wollen, ist auch deren Verwaltung mit Calibre möglich. Vorsicht: Zwar zeigt Calibre Ihnen sogar Apple-Geräte als mögliches Ziel an, doch mit deren Datenformat kann das Programm nicht vernünftig umgehen – die Kombination aus iPhone oder iPad und Calibre funktioniert derzeit nur unbefriedigend.

Abbildung 2: Bei der Calibre-Einrichtung legen Sie fest, welchen E-Book-Reader Sie nutzen. Das lässt sich aber auch später nachholen.

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