Linux-PC zum Videorekorder machen

Smart Linux

Fernseher heißen heute nicht mehr Fernseher, sondern Smart TVs. Sie sind smart, weil sie nicht nur das TV-Programm anzeigen, sondern auch durch Apps in ihrer Funktionalität erweiterbar sind. Ein älteres Gerät machen Sie über einen Linux-PC mit DVB-Stick auch "smart".

Zu den Apps für einen Smart TV zählen beispielsweise Browser, Mediatheken diverser Fernsehsender und Spiele, außerdem kann man an einige Geräte eine externe Festplatte anschließen und dann zeitversetzt fernsehen oder – mit Einschränkungen – das Gerät sogar als Videorekorder verwenden. Dabei hilft die EPG-Funktion: Der "Electronic Program Guide" ersetzt eine Fernsehzeitung, denn die Digitalprogramme übertragen Sendungsinformationen für die kommenden Tage oder Wochen (je nach Sender für unterschiedlich lange Zeiträume). Darin finden sich häufig auch ausführliche Beschreibungen zu Spielfilmen, Serien und Talkshows – und auch die Anfangs- und Endzeiten, die für die Programmierung einer Aufnahme nötig sind.

Wenn Sie einen Linux-PC mit einem kompatiblen DVB-Empfänger (für DVB-S2 = Satellit, DVB-T = terrestrisch oder DVB-C = Kabel) nachrüsten und geeignete Software installieren, wird der Linux-Rechner in Verbindung mit einem Fernseher zum Super-Smart-TV: Er zeichnet nicht nur von Ihnen programmierte Sendungen automatisch auf und erlaubt später bequem die Wiedergabe, sondern kann Ihnen sogar den Programmierschritt abnehmen. Das gelingt dank Autotimern, die im Wesentlichen aus Suchbegriffen bestehen. Die Software durchsucht dann regelmäßig die EPG-Daten und richtet automatisch Timer ein, wenn etwas Interessantes gefunden wurde.

Spezial-Distributionen

Am leichtesten gelingt die Einrichtung eines Linux-basierten Digital-Videorekorders, wenn Sie eine auf diese Aufgabe spezialisierte Linux-Distribution installieren. Wir stellen Ihnen im Schwerpunkt dieser Ausgabe gleich zwei Lösungen vor: Auf der folgenden Seite geht es mit MythTV [1] los (Abbildung 1), ab Seite 38 beschreiben wir die Alternative yaVDR [2], die als Rekorderlösung auf VDR [3] (Abbildung 2) setzt und zusätzlich das Multimedia-Center Kodi [4] integriert.

Abbildung 1: MythTV präsentiert die Liste der Aufzeichnungen von Fernsehsendungen sehr übersichtlich.
Abbildung 2: VDR (Video Disk Recorder) ist der Klassiker unter den digitalen Videorekordern für Linux.

© www.tvdr.de

Bevor Sie loslegen und einen DVB-Empfänger kaufen, sollten Sie sich in jedem Fall im Netz informieren, welche Geräte Linux-kompatibel sind. Da MythTV und yaVDR nicht exakt dieselben Treiber mitbringen, sollten Sie dabei in erster Linie auf die Kompatibilitätslisten der Distribution achten, die Sie verwenden möchten [5, 6].

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