Komfortfragen

Wenn Syncthing oder Dropbox erstmal eingerichtet ist, spielt der Komfort im Alltag eine große Rolle. Dropbox ist hier klar im Vorteil: Weil das Unternehmen Server betreibt, die aus dem Internet öffentlich zugänglich sind, gelingt die Datensynchronisation über jeden Internetanschluss ohne Probleme.

Syncthing nutzt keine externen Server. Deren Rolle muss darum eines der Systeme übernehmen, auf denen Syncthing läuft. Eine Möglichkeit ist, einen zentralen Server einzurichten, denn dann alle anderen Syncthing-Instanzen als "Master-Server" nutzen. Ein solcher Master-Server muss aber einige Anforderungen erfüllen, um seine Aufgabe sinnvoll erledigen zu können. Es muss beispielsweise sicher gestellt sein, dass sich alle anderen Syncthing-Instanzen stets mit diesem Syncthing-Master verbinden können. Das ist kein Problem, wenn alle Rechner stets zum gleichen lokalen Netz gehören, denn dann können Sie die Syncthing-Synchronisation statisch konfigurieren.

Kommen hingegen mobile Clients oder Notebooks ins Spiel, wird die Sache komplizierter. So bieten normale Internetanschlüsse keine dauerhafte IP-Adresse. Beim mobilen Syncthing lässt sich also nicht die Adresse des Syncthing-Servers eintragen. Dieses Problem ist auf zwei Arten lösbar:

  • durch durch dynamische DNS-Dienste (DynDNS), die einen Hostnamen auf die gerade gültige IP-Adresse des heimischen Internet-Anschluss legen,
  • oder über das Discovery-System von Syncthing: Jede Syncthing-Instanz meldet sich auf Wunsch an einem zentralen Registrierdienst der Syncthing-Betreiber an und hinterlegt dort die IP-Adresse, unter der sie zu erreichen ist. Über eine eindeutige Kennzahl (ID) ist der Server danach identifizierbar. Ist Syncthing entsprechend konfiguriert, kann es also beim Registrier-Server nach der aktuellen IP-Adresse einer spezifischen Syncthing-ID fragen und erhält in der Antwort die gewünschte IP.

Knifflig ist auch die Firewall-Thematik: Bei fast allen privaten Internetzugängen ist kein Computer direkt mit dem Internet verbunden, Router stellen stattdessen die Internetverbindung her und ermöglichen so mehreren Geräten die Verbindung ins Netz. Dann sind Rechner von außen nicht direkt erreichbar – der Router muss Verbindungsversuche an einen Rechner im heimischen Netz weiterleiten. Viele Router aktivieren außerdem eine Firewall, die alle eingehenden Verbindungsanfragen abweist. Die Router kann man zwar in der Regel so konfigurieren, dass auf Port 22000 – dem Syncthing-Standardport – eingehende Pakete erlaubt sind und den richtigen Rechner erreichen, das setzt aber voraus, sich mit der Router-Konfiguration intensiv zu befassen. Was bei Dropbox einfach geht, führt bei Syncthing also systembedingt zu mehr Arbeit.

Fazit

Dropbox und Syncthing verfolgen zwar das gleiche Ziel, erreichen es aber mit ganz unterschiedlichen Ansätzen. In Sachen Komfort bei der Einrichtung und Nutzung ist Dropbox Syncthing klar überlegen, das gilt für alle Plattformen.

Weil Dropbox zentrale, aus dem Internet erreichbare Server nutzt, ist zudem der Zugriff von jedem Rechner problemlos möglich. Syncthing hat es schwerer, Kontakt zu anderen Rechnern zu finden – vor allem, wenn diese hinter einem Router stehen und noch durch eine Firewall geschützt sind. Der nötige Aufwand, um Syncthing vollständig einzurichten, ist also deutlich höher.

Wer seine Daten nicht auf fremden Servern speichern will, findet in Syncthing aber eine funktionierende (wenn auch weniger komfortable) Alternative: Beim Schutz der Privatsphäre ist Syncthing klarer Testsieger.

Infos

[1] Dropbox: https://www.dropbox.com/

[2] Syncthing: https://syncthing.net/

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