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Die Dropbox-Alternative Syncthing

Synchron und privat

Syncthing bietet sich als Dropbox-Alternative an: für alle, die ihre Daten ungern aus den Händen geben und auf die Server von Unternehmen hochladen möchten. Wir erklären Einrichtung und Konfiguration.

Onlinespeicher nach dem Prinzip von Dropbox, Google Drive & Co. haben in den vergangenen Jahren viele Nutzer gewonnen. Das ist auch gar nicht verwunderlich: Dropbox etwa bietet eine nahtlose Integration in die meisten Desktopumgebungen. Ob man Dateien von einem Rechner auf den anderen kopiert oder auf die Dropbox-Server hochlädt, ist aus Sicht des Nutzers praktisch egal.

Dass Onlinespeicherdienste nicht nur Vorteile bringen, wird bei genauerem Hinsehen schnell klar: Die Berichte über die Arbeit von vielen Geheimdiensten in der Vergangenheit haben Misstrauen ausgelöst. Vor allem Unternehmen tun sich heute deutlich schwerer damit, ihre eigenen Daten zur Verwahrung in die Hände Dritter zu geben. Ebenso haben viele Heimanwender ein mulmiges Gefühl, persönliche Daten auf die Server einer großen US-Firma zu kopieren. Denn eine Garantie dafür, was mit den Daten passiert und wer sie einsehen kann, geben die großen Anbieter der Branche zumindest bei den Gratisangeboten nicht.

Syncthing ist anders

Da kommt Syncthing ins Spiel: Es will eine Alternative zu Dropbox oder zumindest für einen Teil von Dropbox gebotenen Funktionalität sein. Das Hauptaugenmerk legt Syncthing auf den Datenschutz: Die Software tritt an, um Dateien zwischen mehreren Geräten synchron zu halten. Um den Dateiabgleich zu ermöglichen, muss auf allen teilnehmenden Rechnern genug lokaler Speicher vorhanden sein.

Wer Syncthing ausprobieren möchte, startet mit der Installation. Die von EasyLinux offiziell unterstützten Distributionen (aktuell Kubuntu 15.10 sowie OpenSuse 13.2 und 42.1) haben mit dem Betrieb von Syncthing prinzipiell kein Problem. Unterschiede gibt es beim Komfort der Einrichtung: Für Kubuntu bieten die Syncthing-Autoren eigene Pakete an, die sich nahtlos in das System integrieren; bei OpenSuse fehlt nach der Installation ein Mechanismus, der den Dienst automatisch startet. In den folgenden Abschnitten Kubuntu und OpenSuse beschreiben wir die Einrichtung unter diesen Distributionen.

Kubuntu

Wer Ubuntu 15.10 oder die KDE-Version Kubuntu 15.10 einsetzt, kann sich bei den Entwicklern von Syncthing bedanken: Hier sind passende Pakete direkt auf der Projektseite erhältlich. Sie aktivieren nur die richtigen Paketquellen und spielen dann das gewünschte Paket syncthing ein. Gehen Sie dazu vor wie folgt:

  1. Öffnen Sie mit [Alt]+[F2] und Eingabe von konsole ein Terminalfenster, in dem Sie anschließend einige Befehle eingeben.
  2. Sie benötigen den Kommandozeilen-Downloadmanager curl. Installieren Sie mit sudo apt-get install curl das gleichnamige Paket, falls das Programm nicht bereits eingerichtet ist. (Zum Testen geben Sie in der Konsole einmal curl -V ein und sehen im Erfolgsfall Hinweise zur installierten Version.)
  3. Nach dem Befehl

    curl -s https://syncthing.net/release-key.txt | sudo apt-key add -

    verrät die Rückmeldung OK, dass der Signaturschlüssel für Syncthing nun auf Ihrem System aktiv ist.

  4. Dann folgt das Aktivieren der Syncthing-Paketquelle:

    echo "deb http://apt.syncthing.net/ syncthing release" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/syncthing.list

    erledigt diesen Schritt.

  5. Aktualisieren Sie dann die Liste der verfügbaren Pakete für Ihr System mit sudo apt-get update.
  6. Installieren Sie schließlich das Paket syncthing mit sudo apt-get install syncthing.

Im Anschluss starten Sie Syncthing durch Eingabe von syncthing im Terminalfenster. Um dem systemweiten Programmmanager Systemd für die Syncthing-Kontrolle zu nutzen, gehen Sie so vor:

  1. Mit dem Befehl

    systemctl enable syncthing@username.service

    sorgen Sie dafür, dass das System einen entsprechenden Verweis im Katalog der Programme anlegt, die beim Systemstart laufen sollen. username ersetzen Sie dabei durch Ihren Nutzernamen auf dem System, im Beispiel etwa martin.

  2. Um Syncthing über Systemd zu starten, nutzen Sie das Kommando

    systemctl start syncthing@username.service

    und ersetzen erneut username durch Ihren Nutzernamen.

Ob der Vorgang wie gewünscht geklappt hat, testen Sie danach, indem Sie im Browser die Adresse http://localhost:8384 aufrufen. Wenn Sie nun das Syncthing-Webinterface sehen, war die Einrichtung erfolgreich. Weiter geht es im Abschnitt Erste Orientierung.

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