Heft-DVD: OpenSuse Leap 42.1 installieren

OpenSuse Leap 42.1

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OpenSuse ist im deutschsprachigen Raum eine der beliebtesten Distributionen. Die neue Version Leap 42.1 ist schnell installiert, auf unserer Heft-DVD finden Sie eine 64-Bit-Version, die auch mit modernen UEFI-PCs kompatibel ist.

OpenSuse hat sich gegenüber der letzten Release 13.2 ein wenig verändert: Das Community-Projekt trägt jetzt "Leap" (deutsch: Sprung) im Namen und hat die 32-Bit-Variante abgeschafft. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Leap und alle künftigen OpenSuse-Versionen technisch auf dem Suse Linux Enterprise Server aufbauen, den es seit seiner Version 12 ebenfalls nur als 64-Bit-Version gibt.

Wenn Sie den Ablauf einer Linux-Installation bereits kennen, starten Sie den Rechner mit eingelegter Seite A der zweiten Heft-DVD neu und folgen den Anweisungen der Installationsroutine. Fragen zur Konfiguration beantworten die Hilfefunktion des Installationsprogramms YaST und unser Grundlagenartikel zur Linux-Installation ab Seite 102.

Neben der Neuinstallation ist auch die Aktualisierung einer alten Version möglich – das klappt aber nur, wenn das installierte System auch 64-bittig ist. Im Bootmenü der DVD, das Sie mit [F2] und Auswahl von Deutsch auf die deutsche Sprache umstellen, finden sich neben Installation und Update noch weitere Einträge, um den Rechner auf Hardwareprobleme zu überprüfen (Speichertest) bzw. um bei Problemen ein Linux-System von der DVD zu starten (Rettungssystem). Ein Live-System mit grafischer Oberfläche bietet die OpenSuse-DVD nicht. Um OpenSuse zu installieren, wählen Sie über die Pfeiltasten den Eintrag Installation aus und drücken [Eingabe].

Im Willkommensdialog sehen Sie neben einer Kurzinformation zum Datenträger die Lizenzvereinbarung von Novell sowie Sprach- und Tastaturauswahl. Bestätigen Sie die Vorgaben über einen Klick auf Weiter. Im folgenden Dialog wählen Sie aus, ob Sie schon jetzt Online-Repositorys ergänzen oder weitere Datenträger für die Installation nutzen wollen; beides können Sie ablehnen (was auch die Voreinstellung ist).

Partitionierung

Der Installer untersucht nun die Festplatte und zeigt dann einen Partitionierungsvorschlag an. Vorhandene Windows-Partitionen, welche die ganze Platte belegen, will das Tool automatisch verkleinern und damit Platz für Linux schaffen – dabei schlägt es vor, drei neue Partitionen (für das Root-Dateisystem, den Ordner /home mit den Home-Verzeichnissen und für den Auslagerungsbereich) zu erzeugen. OpenSuse 13.2 verwendet das neue Btrfs-Dateisystem, darum erscheinen in der Partitionsübersicht ganz viele Einträge (Abbildung 1) – wir empfehlen, das Dateisystem Ext4 zu verwenden – dafür klicken Sie auf Einstellungen für Vorschlag bearbeiten und ändern im sich öffnenden Dialog unter Dateisystem für Root-Partition die Vorgabe von BtrFS auf Ext4. Außerdem können (und sollten) Sie hier das Häkchen vor Separate Home-Partition vorschlagen aktivieren und auch dort das Dateisystem auf Ext4 umstellen – Das macht später den Wechsel zu einer anderen Linux-Distribution leichter. Im Ergebnis entstehen nun drei neue Partitionen (Swap, Root, Home).

Abbildung 1: Bei den Einstellungen zur Partitionierung können Sie ein anderes Dateisystem (Ext4) auswählen.

Expertenmodus

Wenn die generelle Plattenaufteilung, die YaST vorschlägt, nicht passt und auch die genannten Änderungen (zusätzliche Home-Partition, andere Dateisysteme) nicht ausreichen, klicken Sie auf Partitions-Setup erstellen und im folgenden Dialog auf Benutzerdefinierte Partitionierung (für Experten). Sie gelangen darüber in ein Tool, in dem Sie die Aufteilung von Hand festlegen.

Um eine neue Partition anzulegen, brauchen Sie zunächst genügend leeren Platz bzw. einen nicht partitionierten Bereich auf Ihrer Festplatte. Installieren Sie OpenSuse neben Windows, muss die Windows-Partition zuerst verkleinert werden. Die gewünschte Festplatte wählen Sie links unter Systemansicht / Festplatten aus. In der rechten Fensterhälfte zeigt das Partitionierungsmodul nun die zwei Reiter Überblick und Partitionen an.

Auf dem Reiter Partitionen sehen Sie die bestehende Aufteilung der Platte, die Sie jetzt ändern. Zu den möglichen Schritten gehören das Löschen von Partitionen, das Verändern der Größe sowie das Anlegen neuer Partitionen. Klicken Sie jeweils eine Partition, die Sie verändern möchten, an – mit einem Klick auf Löschen oder Größe ändern schaffen Sie Platz für weitere Partitionen.

Wie im Grundlagenartikel beschrieben, unterscheidet sich die Plattenaufteilung bei alten MBR- und neuen GPT-Partitionstabellen. YaST erkennt, welchen Typ Ihre Platte verwendet, und bietet nur sinnvolle Optionen an.

Bei klassischen MBR-Tabellen erzeugen Sie zunächst eine erweiterte Partition maximaler Größe und legen in weiteren Schritten darin die Partitionen für Swap, Root und Home an. Klicken Sie auf Beenden, erscheint in der Übersicht ein neuer Eintrag vom Typ Extended. (Bei GPT-Tabellen fällt dieser Schritt weg, und Sie können direkt die Partitionen für Linux erzeugen.)

Fügen Sie dann weitere Partitionen hinzu – für jede Partition geben Sie die Größe an und wählen dann die Rolle aus:

  • Swap für die Swap-Partition,
  • Betriebssystem für die Root-Partition,
  • Daten- und ISV-Anwendungen für die Home-Partition.

Wenn Sie das in dieser Reihenfolge erledigen, schlägt YaST bei den Schritten 2 und 3 automatisch die richtigen Mountpoints / und /home vor – stellen Sie dann nur noch das zu verwendende Dateisystem auf Ext4 um (Abbildung 2). Im Ergebnis sehen Sie eine Aufteilung wie in Abbildung 3.

Abbildung 2: Für alle Linux-Partitionen können Sie das Dateisystem "Ext4" wählen, nur die Swap-Partition muss den Typ "Swap" behalten.
Abbildung 3: Auf älteren PCs mit MBR-Partitionstabelle gibt es oft eine primäre Windows- und drei logische Linux-Partitionen.

Wenn alles passt, führt Sie ein Klick auf Übernehmen wieder zum Dialog Vorschlag für Partitionierung zurück. Hier setzen Sie die Installation mit einem Klick auf Weiter fort.

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