Zurücksichern

Für den Zugriff auf Ihr Backup haben Sie verschiedene Möglichkeiten; welche Sie wählen, hängt auch davon ab, warum Sie in das Archiv schauen: Wenn z. B. Ihre interne Festplatte defekt ist und Sie den Rechner komplett neu aufsetzen (oder einen neuen kaufen), dann werden Sie anschließend eine vollständige Rücksicherung durchführen wollen. Das können Sie einfach mit dem Dateimanager Dolphin machen: Sie schließen dazu am neu installierten System die Backup-Platte (oder den Stick) an und kopieren alle Dateien und Ordner aus dem gesicherten Home-Verzeichnis in Ihr neues Home-Verzeichnis. Beachten Sie dabei, dass es hier auch versteckte Dateien und Ordner gibt, deren Anzeige Sie in Dolphin erst mit [F8] aktivieren müssen – wenn Sie den Schritt auslassen, ist die Rücksicherung unvollständig.

Häufiger dürfte es vorkommen, dass Sie versehentlich eine einzelne Datei oder einen Ordner gelöscht haben und diese(n) aus dem Backup wiederherstellen möchten. Die Vorgehensweise ist dabei dieselbe; Sie greifen über Dolphin auf das Backup zu, navigieren ins richtige Unterverzeichnis und kopieren die gefundenen Dateien in Ihr Home-Verzeichnis zurück.

Wenn Sie LuckyBackup für die Datensicherung verwendet haben, können Sie auch mit diesem Programm die Rücksicherung erledigen. Das funktioniert aber nur, wenn die Konfiguration des Programms noch verfügbar ist – weil das bei einem Totalverlust der internen Platte nicht der Fall ist, legt LuckyBackup in jedem Backupordner ein Unterverzeichnis .luckybackup-snapshots/PROFILNAME.profile/ mit dem Profil an.

Alternativen

Statt LuckyBackup können Sie unter KDE auch das Programm Kup [6] benutzen, das wir vor einem halben Jahr vorgestellt haben [7]. Ganz auf Backups können Sie eventuell verzichten, wenn Sie mehrere Rechner (idealerweise an verschiedenen Standorten) betreiben und diese automatisch synchronisieren. Dafür bietet sich z. B. Dropbox an (wenn auch nicht für vertrauliche Daten), eine selbst verwaltete Alternative dazu (ohne fremden Clowd-Server) ist Syncthing. Auf den folgenden Seiten vergleichen wir zunächst diese zwei Synchronisierer und führen in Workshops durch die notwendigen Einrichtungsschritte. Schließlich finden Sie im Guru-Training ab Seite 112 noch einen Artikel zum Kommandozeilentool rsync, mit dem Sie "zu Fuß" synchronisieren können.

Manchmal reicht auch ein regelmäßiges Backup nicht aus, denn damit überschreiben Sie bei jeder Datensicherung die zuletzt gesicherten Versionen Ihrer Dateien. Benötigen Sie auch Zugriff auf ältere Fassungen von Dokumenten, die Sie regelmäßig überarbeiten, ist ein Versionsverwaltungsprogramm das Tool der Wahl: Es merkt sich ab dem ersten Tag alle Varianten, so dass Sie auch ältere Versionen zurücksichern können. Wir haben in älteren Artikeln die Versionsverwaltungen Subversion [8] und Mercurial [9] vorgestellt [10, 11, 12].

Infos

[1] Artikel zum Brennen von Blu-rays: Hans-Georg Eßer, "Blau brennen", EasyLinux 03/2015, S. 60 ff.

[2] FAT32: http://de.wikipedia.org/wiki/File_Allocation_Table#FAT32

[3] ExFAT-Artikel: Hans-Georg Eßer, "Datenaustausch", EasyLinux 01/2012, S. 64 f.

[4] LuckyBackup: http://luckybackup.sourceforge.net/

[5] LuckyBackup-Artikel: Falko Benthin, "Auf Knopfdruck", LinuxUser 09/2012, S. 62 ff.

[6] Kup: http://kde-apps.org/content/show.php/?content=147465

[7] Kup-Artikel: Martin Loschwitz, "Plan B", EasyLinux 03/2015, S. 56 ff.

[8] Subversion: http://subversion.apache.org/

[9] Mercurial: http://mercurial.selenic.com/

[10] Subversion-Artikel: Hans-Georg Eßer, "Kleine Unterschiede", EasyLinux 01/2013, S. 44 ff., http://linux-community.de/28132

[11] Guru-Training zu Mercurial: Hans-Georg Eßer, "Vorher und nachher", EasyLinux 01/2015, S. 117 ff.

[12] Mercurial-Workshop: Tim Schürmann, "Auf den Zweig gekommen", LinuxUser 05/2014, S. 74 ff., http://linux-community.de/31438

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