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© Sergey Sukhorukov, 123RF

Mit Gimp zum perfekten Foto

Schieflage

Aus der großen Zahl digitaler Urlaubsbilder haben Sie bereits die Kandidaten für Fotoalbum, Kalender oder Fotobuch ausgewählt – mit Gimp geben Sie den Bildern nun den letzten Schliff, bevor Sie die Druckaufträge abschicken.

Beim Vergleich von Digitalkameras mit klassischen Fotoapparaten verblüfft deren Intelligenz. Die mitdenkenden Digitalen geben kein Bild verloren, selbst unter den armseligsten Lichtverhältnissen produzieren sie häufig noch korrekt belichtete Bilder. Meist versorgt die Digitalkamera den Besitzer auch mit überraschend scharfen Aufnahmen. Dafür sorgt eine Unmenge Computerleistung im Inneren der mehr oder minder zierlichen Kameras. Wozu also noch Bildbearbeitung am heimischen PC?

Ursachenforschung

In der inzwischen weitgehend technikorientierten Gesellschaft vertrauen viele Anwender dem Rechner nahezu grenzenlos – so auch dem Computer in der Kamera. Und dann ist da dieses eine Bild, von dem sich der Fotograf bei der Aufnahme so viel versprach und das nun in der JPEG-Datei so jämmerlich aussieht. Was ist passiert? Da gibt es eine ganze Reihe von möglichen Ursachen:

  • Der hohe Bildkontrast führte zu einer Mittelwertbildung der Belichtung, die dunkle Bereiche im schwarzen Morast versinken und helle Stellen "absaufen" lässt.
  • Die ungewöhnliche Farbumgebung verführte die Kamera zu einer Weißlichtbalance, die nicht der wirklichen Bildstimmung entsprach.
  • Das fotografierte Objekt erscheint zwar scharf, der Hintergrund aber auch – was den Bildeindruck erheblich beeinflusst. Besonders Kompaktkameras leiden unter einer viel zu großen Schärfentiefe.
  • Die Szene war zu dunkel, um sie ohne Blitz abzulichten. Die bekanntesten Folgen: rote Augen bei Personen im Bild und starker Kontrast bei Aufnahmen mit räumlicher Tiefe.
  • Bei einer Architekturaufnahme kippt das Bauwerk wegen der nach oben geneigten Kamera optisch nach hinten weg: die unschönen stürzenden Linien.
  • Der Horizont erstreckt sich schief übers Bild – das Meer läuft aus.
  • Manchmal lichtet die Kamera das Motiv präziser ab als gewünscht: Sie betont in Porträts leichte Hautunreinheiten und Fältchen mehr, als Fotograf und Porträtiertem lieb ist. Hier liegt zwar kein Kamerafehler vor, das macht das Resultat aber auch nicht besser.

Bei den meisten der genannten Probleme hilft ein gutes Bildbearbeitungsprogramm, das Foto zu retten, die besondere Stimmung zu erhalten oder sie gar zu verbessern. Linux-Nutzer bevorzugen dafür traditionell Gimp [1], das hilft, die Bildprobleme zu beseitigen.

Bildteile zu dunkel

Abbildung 1 zeigt ein in Gimp geladenes Karibu zusammen mit dem Histogramm der Aufnahme. Letzteres erreichen Sie im Menü über Farben / Werte; klicken Sie im Dialog auf Diese Einstellung als Kurven bearbeiten.

Abbildung 1: Das Bild des Karibus weist im Mittel zwar die richtige Belichtung auf, die wichtigen Bereiche erscheinen aber zu dunkel.

Wie schon im Bild ersichtlich, dokumentiert auch das Histogramm die zu dunkle Gesichtspartie, die es aufzuhellen gilt. Da es sich beim Histogramm um das mächtigste Werkzeug handelt, das Gimp zum nachträglichen Verbessern der Ausleuchtung bereitstellt, gehen wir etwas näher darauf ein.

Die X-Achse zeigt die Helligkeitsverteilung im Bild. Bei einem Bild im JPEG-Format reicht diese von 0 (Schwarz) bis 255 (Weiß), was 8 Bit pro Pixel entspricht. Die Y-Achse zeigt die Anzahl der Pixel mit den Helligkeitswerten. Sie ist keine Konstante, sondern stellt die Gesamtheit der Sensorpixel dar. Wurde ein 16-Megapixel-Sensor verwendet, entspricht die Gesamtfläche des Histogramms genau dieser Zahl. Bei einem anderen Sensor ergibt die Fläche zwar einen anderen Pixelwert, bei gleichen Aufnahmebedingungen unterscheiden sich die Histogramme aber nicht.

An beiden Achsen befindet sich zusätzlich eine Grauskala. Diese bekommt ihre Bedeutung durch die Kennlinie des Histogramms, zu Beginn der Bildbearbeitung ist das eine Diagonale. Sie lässt sich mit der Maus wie ein Gummiband verformen, was die Helligkeitswerte bzw. deren Verteilung im Histogramm und im Bild verändert. Der auf der X-Achse ursprüngliche Helligkeitswert erhält nun den Helligkeitswert, den der Funktionswert der Y-Achse zeigt.

Auf diese Weise nehmen Sie einfache Helligkeitskorrekturen vor. Aktivieren Sie die Checkbox Vorschau, sehen Sie den Effekt sofort im Bild (Abbildung 2). Allerdings bringt dieses Verfahren auch Nachteile mit sich, die am JPEG-Format liegen: Bei Veränderungen der Kennlinie zeigen sich Lücken im Histogramm.

Abbildung 2: Die Veränderung der Kennlinie hellt die zu dunklen Bildteile auf.

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