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Linux Mint 17.2 mit KDE installieren

Feine Minznote

Seit August 2015 gibt es Linux Mint 17.2 KDE, Codename "Rafaela". Auf unserer Heft-DVD finden Sie die 64-Bit-Version der eng mit Ubuntu verwandten und populären Linux-Distribution.

Linux Mint [1] hält sich hartnäckig auf Rang 1 der beliebtesten Distributionen – das auf Ubuntu basierende System erschien 2006 zum ersten Mal, und seit 2011 führt es die DistroWatch-Liste [2] an. Im Mai 2014 entschieden sich die Entwickler, als Vorlage stets die aktuelle Ubuntu-LTS-Codebasis zu verwenden. Die Long-Term-Support-Ausgaben erhalten fünf Jahre lang aktuelle Softwareversionen (siehe auch den LTS-Artikel in Ausgabe 02/2015 [3]). Auch Linux Mint 17.2 trägt den Zusatz LTS, das heißt, die Entwickler versorgen Sie noch bis 2019 mit Updates.

Von Linux Mint gibt es verschiedene Ausgaben, die sich durch den jeweiligen Standarddesktop unterscheiden:

  • die MATE-Edition,
  • die Cinnamon-Edition,
  • die Xfce-Edition
  • und die KDE-Edition.

Alle vier Varianten liegen als 32- und 64-Bit-Versionen vor. Sollten Sie zur Installation von Linux Mint nicht unsere Heft-DVD verwenden, können Sie von der Projektseite [4] ein ISO-Image herunterladen. Je nachdem, für welchen Desktop Sie sich entscheiden, sehen der Installer und die grafische Oberfläche verschieden aus – die einzelnen Installationsschritte unterscheiden sich jedoch nicht wesentlich voneinander. Daher können Sie diesen Artikel auch zurate ziehen, wenn Sie die MATE-, Cinnamon- oder Xfce-Ausgabe auf Ihren Rechner spielen – unsere Heft-DVD enthält die KDE-Version.

Um Linux Mint von der Heft-DVD zu installieren, benötigen Sie einen 64-Bit-Prozessor, 2 GByte Arbeitsspeicher und mindestens 10 GByte Festplattenplatz. Möchten Sie zu einem späteren Zeitpunkt weitere Software einspielen, sind 20 GByte Plattenplatz besser. Der Datenträger eignet sich für PCs mit klassischem BIOS und für die neuen UEFI-Rechner mit Windows 8. Wenn Sie Linux Mint parallel zu einem Windows-System aufsetzen möchten, sollten Sie Windows in jedem Fall zuerst installieren. Einen Artikel, der den Betrieb von Windows und zwei Linux-Distributionen beschreibt, finden Sie in einer älteren Ausgabe [5]. Die Installation auf UEFI-Rechnern erklären wir ebenfalls in einem bereits erschienenen Artikel [6]. Hinweise zu einem Upgrade von einer Vorgängerversion finden Sie im Kasten Linux Mint aktualisieren.

Booten, und los!

Legen Sie die Heft-DVD ein und starten Sie den Rechner neu. Überprüfen Sie die Bootreihenfolge im BIOS oder in den UEFI-Einstellungen. Dazu betätigen Sie nach dem Einschalten des Computers eine spezielle Taste, z. B. [Esc],[F2],[F9] oder [F12]. Im Zweifelsfall schauen Sie im Handbuch des Rechners nach, welche Taste(nkombination) Sie ins BIOS oder UEFI-Setup bringt. Suchen Sie dort nach den Einstellungen, um die Reihenfolge der Bootmedien zu ändern. Das DVD-Laufwerk sollte an oberster Stelle stehen. Speichern Sie die Änderungen und fahren Sie mit dem Rechnerstart fort. Entweder warten Sie nun ein paar Sekunden, bis das Mint-Livesystem startet, oder Sie drücken eine beliebige Taste, um ins Bootmenü zu gelangen (Abbildung 1). Sehen Sie dort Hinweise auf KaOS (statt auf Linux Mint), haben Sie die falsche Seite der DVD eingelegt.

Abbildung 1: Das Linux-Mint-Bootmenü erreichen Sie, indem Sie beim Booten eine beliebige Taste drücken.

Der erste Eintrag (Start Linux Mint) bootet das Livesystem von der DVD. Gibt es dabei Probleme, können Sie den Bootvorgang wiederholen und Start in compatibility mode ausprobieren. Haben Sie den Verdacht, dass der Datenträger beschädigt ist, können Sie diesen mit der dritten Option (Integrity check) überprüfen. Den Arbeitsspeicher des Rechners testen Sie hingegen mit Memory test. Hat alles geklappt, erscheint nach kurzer Zeit die KDE-Oberfläche. Linux Mint "Rafaela" enthält wie die Vorgängerversion 17.1 KDE 4.14.2. Sie können das System nun nach Herzenslust testen und ausprobieren und dabei prüfen, ob Linux Mint Ihre Hardware unterstützt. Achten Sie dabei vor allem auf die Grafikdarstellungen und die Netzwerkkarten.

Zu diesem Zeitpunkt ist die Distribution noch nicht installiert. Im Livebetrieb schreibt sie keine Daten auf die Platte, daher können Sie ruhig experimentieren. Beachten Sie, dass das System von DVD deutlich langsamer läuft als von Platte. Um Linux Mint zu installieren, doppelklicken Sie schließlich das Symbol Install Linux Mint oben links auf dem Desktop.

Der grafische Installer

Als Erstes stellen Sie die Sprache von Englisch auf Deutsch um. Im selben Dialog finden Sie einen Link zu den Veröffentlichungshinweisen. Führt dieser wie auf dem Testrechner ins Leere, und möchten Sie sich vor den weiteren Schritten über die Distribution informieren, erreichen Sie die Release Notes unter [7]. Über Weiter geht's zum nächsten Dialog. Der Installer prüft nun, ob ausreichen Festplattenplatz vorhanden ist, ob der Rechner am Stromnetz hängt (falls es sich um einen Laptop handelt) und ob eine Internetverbindung besteht (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Installer überprüft, ob optimale Bedingungen für das Einspielen vorhanden sind.

Jetzt wird's spannend, denn es geht ans Partitionieren. Die LVM-Optionen richten sich an fortgeschrittene Anwender. Für Sie sind im Wesentlichen zwei Punkte interessant:

  • Geführt -- vollständige Festplatte verwenden: Soll außer Linux Mint kein weiteres System auf der Platte installiert sein, wählen Sie diesen Punkt aus. Der Installer teilt die Festplatte selbständig auf und richtet eine Root- und eine Swap-Partition ein (Abbildung 3). Enthält der Computer mehr als eine Festplatte, achten Sie darauf, die richtige auszusuchen.
  • Manuell: Diese Option wählen Sie, falls Windows oder eine weitere Linux-Distribution auf dem Rechner installiert sind und Sie diese Systeme weiter nutzen möchten.

Die manuelle Aufteilung empfiehlt sich ebenfalls, wenn Sie neben der Root- und der Swap-Partition eine weitere Partition für die Home-Verzeichnisse der Nutzer einrichten möchten. Im Dialogfenster taucht neben den vorhandenen Partitionen auch freier Speicherplatz auf. Ist das nicht der Fall, können Sie über Change die Größe einer Partition verändern und den freigewordenen Platz neu aufteilen. Der Kasten Festplatten und Partitionen erklärt die Unterschiede zwischen primären und logischen Partitionen.

Abbildung 3: Der Installer entscheidet, wie er die Platte aufteilt: Linux Mint ist das einzige System, es gibt eine Root- und eine Swap-Partition.

Wenn Sie manuell eine Platte aufteilen, legen Sie mindestens eine Root-Partition an. Hier landen bei der Installation alle Verzeichnisse, die Programme, Bibliotheken und Logfiles. Als Dateisystem können Sie Ext4 auswählen, und der Mountpunkt ist /. Auch für die Home-Partition empfiehlt sich Ext4; als Mountpunkt wählen Sie /home. Hier landen alle Nutzerdaten und persönliche Einstellungen. Sollten Sie später ein Upgrade von Linux Mint durchführen (siehe Kasten Linux Mint aktualisieren) oder ein anderes Linux-System installieren, können Sie diese Home-Partition unformatiert einhängen und mitsamt allen Benutzerdaten übernehmen. Eine Swap-Partition erhält als Dateisystem swap. Dieser Auslagerungsspeicher springt in die Bresche, wenn der Arbeitsspeicher (RAM) nicht ausreicht. Als Größe tragen Sie mindestens die Größe des Arbeitsspeichers ein.

Festplatten und Partitionen

Unter Linux folgt die Bezeichnung von Platten und Partitionen einem festen Schema: /dev/sda adressiert die erste erkannte Festplatte, /dev/sda1 bis /dev/sda4 bei "klassischen" Partitionstabellen die vier primären Partitionen darauf. /dev/sda5 ist die erste logische Partition, die sich innerhalb einer erweiterten Partition befindet.

Ist bereits ein Windows-System installiert, belegt dieses meist die erste und zweite primäre Partition, also /dev/sda1 und /dev/sda2. Stecken Sie nun einen USB-Stick oder eine externe Festplatte an, erhält das Gerät die Bezeichnung /dev/sdb; ansonsten folgt alles dem obigen Schema. Tippen Sie sudo fdisk -l in ein Terminal ein, um eine Übersicht der verfügbaren Festplatten und USB-Speicher sowie der darauf enthaltenen Partitionen und Dateisysteme zu erhalten.

UEFI-Rechner verwenden ein alternatives Partitionierungsschema: GPT (GUID Partition Table). Hier gibt es keine erweiterten und logischen Partitionen; stattdessen wird einfach durchnummeriert (sda1, sda2 usw.). Eine Partitionstabelle betrachten Sie nicht mit fdisk, sondern mit gdisk. Um die Partitionstabelle von sda anzuzeigen, heißt der Befehl also sudo gdisk -l /dev/sda.

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