Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

der Sommer ist vorbei, und im Schwerpunkt dieser Ausgabe helfen wir Ihnen, mit der im Urlaub gewachsenen Fotosammlung umzugehen. Ab Seite 41 lesen Sie, wie Sie Fotos verwalten, retuschieren und über einen Online-Fotoservice zu Papierbildern (oder Fotobüchern) verarbeiten. Streikt die SD-Karte beim Zugriff auf die wertvollen Erinnerungen, finden Sie hier außerdem Hilfe beim Wiederherstellen. Auch im Guru-Training (ab Seite 114) greifen wir das Fotothema auf.

Wenn Sie gar nicht im Urlaub waren und auch nicht fotografieren, möchten Sie vielleicht ein lustiges Bild aus dem Internet als Poster an die Wand hängen – eben im Netz gesehen: "Schaut Ihr, nachdem Ihr ein Auto überholt habt, auch immer, ob der Fahrer genauso bescheuert aussieht wie er fährt?" Es ist eines dieser Bildchen [1], die wie wild bei Facebook und Google+ geteilt werden und zum Kommentieren auffordern – "Ja, natürlich!"

Macs für die Guten, Linux für die Nerds?

Analog zum Rückschluss vom Fahrverhalten auf den Menschen bietet sich auch eine Einschätzung an, die auf der Wahl des Betriebssystems basiert. Wer kennt nicht die Momente, wenn im Spielfilm der Bösewicht einen Windows-PC verwendet, um die Erpresser-Mail zu schreiben, und kurz danach sieht man die sympathische Polizistin, die auf ihrem Linux-Rechner eine Recherche startet – ah, halt, das sind keine Linux-Rechner, denn die Guten benutzen im Krimi traditionell Apple-Computer. (Ob das Schleichwerbung [2] oder einfach der natürliche Lauf der Dinge ist, weiß man nicht.) Linux sieht man auch gelegentlich, aber nur beim im fensterlosen und zugemüllten Kellerbüro versteckten Nerd, der den Protagonisten gelegentlich zur Hand geht, um eine Internetverbindung über 250 Zwischenstationen zurückzuverfolgen oder auf einem Überwachungsfoto unmögliche Schärfeverbesserungen zu bewerkstelligen oder durch andere Objekte verdeckte Bildstellen sichtbar zu machen – Magie! Auf einem der Monitore muss dabei immer ein Bildschirmschoner im "Matrix"-Stil [3] laufen, dann versteht auch der letzte Zuschauer, dass hier ein Computerprofi am Werk ist.

Linux statt Update auf Windows 10

Idee für die nächste Bahnreise: Einfach mal mit einem Linux-T-Shirt durch den Zug gehen, neben einem Windows-Notebook-Benutzer stehen bleiben, auf den Desktop und dann zwei Sekunden betroffen ins Gesicht des Anwenders gucken, "Windows … Das hab' ich mir gedacht" murmeln und weiter gehen.

Aber ernsthaft: Windows-Anwender haben im Moment nicht viel zu lachen, jedenfalls solche, die ihre Rechner auf Windows 10 aktualisiert haben. Im Netz häufen sich Berichte über fehlgeschlagene Updates, Endlosschleifen beim erfolglosen Einspielen von Patches und Ärger beim Parallelbetrieb von Linux und Windows (siehe auch die Leserbriefe in dieser Ausgabe). Dazu gesellt sich der Ärger über die automatisch aktivierten umfassenden Nutzungsdaten, die ein Windows-10-Rechner an Microsoft schickt (wenn man das Verhalten nicht abstellt). Damit sind die ersten Reaktionen auf Version 10 gemischt. Überall gibt es großes Lob für die generelle Benutzbarkeit, aber die Hürde der ersten Installation ist wohl nicht immer leicht zu nehmen.

Der Profitipp von EasyLinux ist natürlich: Nutzen Sie die Gelegenheit, mit unserer Heft-DVD die Windows-Platte komplett zu löschen und ein Linux-System aufzuspielen. Und wenn Sie doch mit Windows 10 arbeiten wollen oder müssen, nehmen Sie dafür einen zweiten Rechner, bei dem ein Ausfall Ihre sonstigen PC-Aktivitäten nicht einschränkt.

Hans-Georg Eßer

Chefredakteur

[1] https://www.facebook.com/DressedLikeMachines

[2] http://www.spiegel.de/netzwelt/web/schleichwerbung-macs-fuer-die-guten-windows-fuer-boesewichte-a-183405.html

[3] http://kmatrix3d.sourceforge.net/

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