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Krita sammelt über 30 000 Euro ein

Im Mai hatte das Krita-Projekt [1] über die Crowd-Funding-Plattform Kickstarter eine Spendenaktion gestartet [2] – Anfang Juni ist sie ausgelaufen, und es sind dabei über 33 000 Euro zusammen gekommen. Mit dem Geld möchten die Entwickler das beliebte Malprogramm schneller als Photoshop machen.

Künftige Krita-Versionen sollen insbesondere extrem große Bilder verzögerungsfrei anzeigen und verarbeiten können [3]. Dazu passend gibt es Pinsel mit einem Durchmesser von bis zu 3 000 Pixeln. Da die Spendenaktion mehr als die ursprünglich erhofften 20 000 Euro eingespielt hat, können die Entwickler noch weitere Funktionen einbauen. Insgesamt neun der in Aussicht gestellten "Stretch-Goals" wollen die Entwickler umsetzen [4]. (Tim Schürmann/hge)

[1] https://krita.org/

[2] https://www.kickstarter.com/projects/krita/krita-free-paint-app-lets-make-it-faster-than-phot/description

[3] http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Krita-startet-neue-Crowdfunding-Aktion

[4] https://krita.org/item/weve-done-it/

Qt feiert 20. Geburtstag

Vor 20 Jahren erschien die erste öffentliche Betaversion 0.90 des GUI-Frameworks Qt. Vor allem durch das KDE-Projekt erlangte Qt eine weite Bekanntheit. Heute liegt es fast jeder Distribution standardmäßig bei.

Am 20. Mai 1995 kopierten die Qt-Entwickler den Quellcode der ersten öffentlichen Beta-Version auf den FTP-Server von sunsite.unc.edu – damals noch die wichtigste Plattform für den Austausch von Linux-Software. Die zugehörige Ankündigung folgte wenige Tage später in der Newsgroup comp.os.linux.announce [1].

Ursprünglich von der Firma Trolltech entwickelt, wanderte Qt durch mehrere Auf- und Weiterverkäufe über Nokia zu Digia, die schließlich die Entwicklung in das Tochterunternehmen The Qt Company [2] auslagerte. Fast von Anfang an gab es Qt in einer freien und einer kommerziellen Variante. Die genauen Lizenzen und Bedingungen änderten sich im Laufe der Jahre, mittlerweile ist Qt auch unter der liberalen LGPL erhältlich.

Zum Geburtstag gratulierten unter anderem der langjährige Qt-Entwickler Lars Knoll [3] und das KDE-Projekt [4] in Blog-Einträgen. Die KDE-Entwickler steuern derzeit auch einen großen Teil des Programmcodes bei: Nach eigenen Angaben gehen zwischen 40 und 60 Prozent der wöchentlichen Quellcode-Änderungen auf ihr Konto. Es gibt auch ein nettes YouTube-Video mit zahlreichen Gratulanten [5].

Auch EasyLinux und unsere Schwesterzeitschrift LinuxUser begleiten Qt und KDE seit seinen ersten Ausgaben, im Archiv tummeln sich zahlreiche alte Artikel – etwa zur GUI-Programmierung mit dem Qt Designer von 2002 [6] oder eine Vorstellung von Qt aus dem Jahr 2006 [7]. Die auf Qt basierende Desktop-Umgebung KDE 2.0 stellten wir bereits im Dezember 2000 vor [8]. (Tim Schürmann/hge)

[1] http://diswww.mit.edu/bloom-picayune.mit.edu/linuxch-announce/598

[2] http://www.qt.io/qt-news/qt20/

[3] http://blog.qt.io/blog/2015/05/20/happy-20th-anniversary-qt/

[4] https://dot.kde.org/2015/05/20/qt-20-years-leading-cross-platform-development

[5] https://www.youtube.com/watch?v=lAxlaYjJzgc&feature=share

[6] http://linux-community.de/1939

[7] http://linux-community.de/10521

[8] http://linux-community.de/710

Visual Studio Code: Microsoft-Editor für Linux

Auf seiner hauseigenen Entwicklerkonferenz Build 2015 hat Microsoft eine neue Entwicklungsumgebung (IDE) vorgestellt. Die Visual Studio Code [1] getaufte Anwendung ist kostenlos für Windows, OS X (Apple) und Linux erhältlich, hat mit dem Namensvorbild Visual Studio allerdings nicht viel gemein.

Visual Studio Code besteht im wesentlichen aus einem Code-Editor mit Codevervollständigung und einfachen Debugging-Möglichkeiten. Darüber hinaus gibt es eine Integration der Versionsverwaltung Git. Der Editor kann mit den wichtigsten aktuellen Programmiersprachen umgehen, darunter C++, C#, Java und Python sowie die im Web wichtigen Sprachen HTML, CSS, JavaScript und PHP.

Visual Studio Code basiert auf dem Editor Atom von Github. Im Gegensatz zu diesem steht die IDE von Microsoft allerdings nicht unter einer quelloffenen Lizenz. Anwender können das Werkzeug zwar kostenlos verwenden, müssen aber den Lizenzbedingungen [2] zustimmen. Nutzer erklären sich zudem damit einverstanden, dass die IDE bei einem Absturz automatisch Fehlerhinweise an Microsoft schickt.

Kurz nach der Vorstellung von Visual Studio Code hat Canonical die Version 0.7 seines Werkzeugs Ubuntu Make [3] veröffentlicht, die Microsofts IDE unterstützt. (Tim Schürmann/hge)

[1] https://code.visualstudio.com/

[2] https://code.visualstudio.com/License

[3] http://blog.didrocks.fr/post/Ubuntu-Make-0.7-released-with-Visual-Studio-Code-support

Erle-Copter: Drohne mit Ubuntu

Das spanische Unternehmen Erle Robotics startet den Verkauf einer Drohne mit Ubuntu Snappy Core. Das "Erle-Copter Ubuntu Special Edition" getaufte Gerät [1] kann eine Nutzlast von bis zu 2 Kilogramm tragen. Mit einem Computer verbindet sich die Drohne per WLAN (802.11ac). Darüber hinaus besitzt sie neben einem GPS-Empfänger noch 30 weitere Sensoren, wie etwa einen Beschleunigungsmesser und Temperaturfühler. Die Steuerung übernimmt ein Cortex-A8-Prozessor.

Der Quadcopter unterstützt zudem das ROS-Framework (ROS Indigo) und erhält Zugriff auf den "App Store für Drohnen und Roboter", den Erle Robotics zusammen mit Canonical und der Open Source Robotic Foundation betreibt. Über einen steuert man die IP-Adresse des Copters an und erhält dann Zugriff auf das Angebot im App Store. Vorinstalliert sind bereits die Apps APM Copter und Plane.

Erle Copter bietet Ubuntu Snappy Core als Image an, das man auf eine Micro-SD-Karte schreiben und dann dem elektronischen Gehirn des Quadcopters zuführen muss. Auf der Karte bleiben dabei 536 MByte Speicherplatz frei.

Die Erle-Copter Ubuntu Special Edition kostet im Onlineshop der Herstellers knapp 400 Euro. Darin enthalten sind allerdings noch keine Batterien; auch das WLAN-Modul müssen Interessenten mit 35 Euro extra bezahlen. (Tim Schürmann/hge)

[1] http://erlerobotics.com/blog/erle-robotics-launches-ubuntu-snappy-core-drone/

[2] https://erlerobotics.com/blog/product/erle-copter-ubuntu/

Linus Torvalds gibt Kernel 4.1 frei

Die als LTS-Version (Long Term Support) vorgesehene Ausgabe 4.1 des Linux-Kernels ist Ende Juni fertig geworden. Linus Torvalds berichtet von einer zuletzt ruhigen Schaffensphase für diesen Kernel [1]. Fast 12 000 Änderungen, mehr als die Hälfte im Bereich der Treiber, haben die Entwickler integriert. Torvalds schrieb in seiner Ankündigung, dass die durch seinen Urlaub bedingte Extrawoche für die Fertigstellung ruhig gewesen sei. Er hoffe also auf eine großartige Release, was für die Version mit verlängertem Support ohnehin wünschenswert sei.

Zu den Neuerungen zählen die transparente Verschlüsselung für Ext4 und das virtuelle Dateisystem tracefs. Den Download gibt es bei Kernel.org [2] und dessen Spiegelservern. (Ulrich Bantle/hge)

[1] https://lkml.org/lkml/2015/6/22/8

[2] https://www.kernel.org/pub/linux/kernel/v4.x/

Gehäuse für Raspberry Pi 2

Der populäre Raspberry Pi kommt als schnöde Platine zum experimentierfreudigen Nutzer. Hat der seinen gewünschten Einsatzzweck für den Raspi gefunden, hilft ein neues Gehäuse, den Mini-Rechner zu schützen und optisch aufzuhübschen. Passend ist das Gehäuse für den Raspberry Pi 2. Es bringt LEDs für Power und Aktivität mit. Das Seitenteil lässt sich abnehmen. Alle Anschlüsse sind durch Aussparungen zugänglich, auch die Kamera. Der Raspberry Pi Shop führt das Gehäuse zum Preis von sechs Britischen Pfund [1]. Weitere drei Pfund sollen für den Versand anfallen.

Die Macher des offiziellen Gehäuses sind selbst Tüftler und haben ihren Weg zum fertigen Produkt beschrieben und bebildert [2]. (Ulrich Bantle/hge)

[1] https://www.raspberrypi.org/products/raspberry-pi-case/

[2] https://www.raspberrypi.org/raspberry-pi-official-case/

Stallman bezeichnet Windows und OS X als Malware

© James Harris

In einem Artikel für die britische Zeitschrift Guardian [1] holt der Open-Source-Pionier Richard Stallman zum Rundumschlag aus: Windows und OS X (von Apple) sind Malware. Er rede nicht von Viren, schreibt Stallman, Malware sei vielmehr jede Art von Software, die ihre Benutzer schlecht behandle. Und Windows beispielsweise spioniere seine Nutzer aus und fessele sie, zensiere auf Mobilgeräten Apps und enthalte eine universelle Hintertür, die es Microsoft erlaube, jederzeit aus der Ferne Software zu verändern. Zudem würden Sicherheitslücken erst der NSA offenbart, ehe sie geschlossen würden.

OS X täte das gleiche, und selbst Android enthalte Malware in nicht-freien Komponenten, namentlich eine Backdoor für die erzwungene Installation oder Deinstallation beliebiger Apps. Generell träfe das auf jede Art proprietärer Software zu, der man nicht vertrauen dürfe. Die Hersteller seien gewieft darin, Malware-Funktionen als Features zu verkaufen. Im Gegenzug sei es chic, auf die Bösartigkeit heutiger Software zu verweisen, nur um Widerstand für undenkbar zu erklären. Dabei sei Widerstand auf allen Ebenen möglich: individuell durch Nichtbenutzen proprietärer Software, kollektiv im Rahmen der Open-Source-Bewegung und demokratisch durch das Kriminalisieren diverser Praktiken unfreier Software. (Jens-Christoph Brendel/hge)

[1] http://www.theguardian.com/technology/2015/may/22/malware-viruses-companies-preinstall

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