OpenSuse 13.2

Die aktuelle Version 13.2 von OpenSuse [12] mit dem Codenamen "Harlequin" hat schon ein paar Monate auf dem Buckel: Sie ist im November 2014 erschienen. Der Nachfolger 13.3 (der auch 14.1 heißen könnte) ist noch für dieses Jahr geplant; ein genaues Veröffentlichungsdatum war bei Redaktionsschluss aber nicht bekannt.

Der zentrale Programmname, den jeder OpenSuse-Anwender kennt, ist YaST: Die Abkürzung steht für Yet another Setup Tool (deutsch: noch ein weiteres Einrichtungswerkzeug), und er bezeichnet gleichzeitig die Installationsroutine und das Konfigurationsprogramm fürs laufende System. YaST wurde schon für Version 13.1 komplett neu entwickelt und fasst alle Systemeinstellungen in einer übersichtlichen Oberfläche zusammen (Abbildung 9).

Abbildung 9: YaST ist das Schweizer Taschenmesser der OpenSuse-Anwender.

KDE ist unter OpenSuse der Standard-Desktop: Im deutschsprachigen Raum hat sich KDE in den frühen Jahren deutlich stärker verbreitet als alternative Desktops, und OpenSuse ist als Community-Distribution Nachfolger des deutschen SuSE Linux – entsprechend kennt man sich bei OpenSuse mit KDE gut aus. Dennoch stehen auch zahlreiche weitere Desktops zur Installation bereit, darunter Gnome, Xfce und LXDE. Die mit OpenSuse 13.2 ausgelieferte KDE-Version 4.14.8 kommt noch ohne Plasma 5, die neueren Pakete lassen sich aber nachrüsten.

Unter der Oberfläche ist die wichtigste Besonderheit von OpenSuse 13.2, dass Btrfs [13] jetzt das Standarddateisystem für die Root-Partition ist. Das ist fortschrittlich, weil es das Anlegen von Snapshots (Wiederherstellungspunkten) ermöglicht, kann Einsteiger aber verwirren, wenn sie die Liste der eingebundenen Datenträger ansehen (Abbildung 10).

Abbildung 10: Die Root-Partition (hier: "/dev/sdb5") taucht bei OpenSuse mehrfach in der Mount-Tabelle auf – das liegt am Btrfs-Dateisystem.

OpenSuse bereitet das Administratorkonto (Benutzer root) vor, verzichtet aber standardmäßig auf die Eingabe eines root-spezifischen Passworts, sondern übernimmt hier das Passwort des auch während der Installation eingerichteten ersten normalen Anwenders – passend für alle Heimanwender, die der einzige Benutzer des PCs sind. Sie können auf Wunsch aber auch ein separates Passwort für root vergeben.

Qual der Wahl

OpenSuse, (K)Ubuntu, Linux Mint, Mageia (ehemals Mandriva) und mit Einschränkungen auch Fedora hatten schon immer Ein- und Umsteiger als Zielgruppe im Auge, was man von Debian nicht unbedingt sagen kann, wo noch bis vor kurzem ein umständlich zu bedienender Textmodus-Installer sein Werk verrichtete (den Profis übrigens noch immer anstelle der grafischen Routine nutzen können).

Alle Distributionen im Testfeld können bestehende Windows-Partitionen verkleinern und sind zu UEFI-Systemen mit GPT-Festplatten kompatibel, was für eine Parallelinstallation zu Windows 8 und neuer wichtig ist. Bei der Softwareverwaltung setzen alle auf ein Repository-System, über das Paketabhängigkeiten bei der Installation automatisch aufgelöst werden. Nach welchen Kriterien soll man also entscheiden?

Letzten Endes ist keine Wahl verkehrt. Eine eventuelle Vorliebe für das Debian- oder RPM-Paketkonzept (aus früheren Erfahrungen mit anderen Linux-Installationen) kann z. B. die Auswahl auf Debian, Kubuntu und Mint (jeweils mit Debian-Paketen) oder Fedora, Mageia und OpenSuse (jeweils RPM) einschränken. Wem es wichtig ist, dass die Distribution einen Schwerpunkt auf den KDE-Desktop legt, nimmt OpenSuse oder Mageia. Aber egal, für welche der Distributionen Sie sich entscheiden: Fehlende Software können Sie meistens nachrüsten, und beim Hardware-Support gibt es nur geringe Unterschiede. Um einen späteren Wechsel zu erleichtern, empfiehlt es sich eh, bei der Installation eine separate Partition für /home zu erzeugen – dann können Sie später ein Linux durch ein anderes ersetzen, ohne Ihre privaten Dateien zu verlieren.

Bleibt noch die Frage, mit welchem Linux sich am besten spielen lässt: Die beantworten wir im folgenden Artikel. (hge)

Linux-Distributionen

  Debian Fedora Kubuntu Linux Mint KDE Mageia OpenSuse
Version 8.1 22 15.04 17.1 5 13.2
Codename Jessie Vivid Vervet Rebecca Harlequin
Grafischer Installer Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Support für UEFI/GPT Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Assistent fürs Partitionieren Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Verkleinern von Windows Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Paketformat Debian RPM Debian Debian RPM RPM
Repository-Tool APT DNF/YUM APT APT Urpmi Zypper

Infos

[1] DistroWatch: http://distrowatch.com/index.php?language=DE

[2] Debian-Projekt: https://www.debian.org/

[3] Debian-Download: https://www.debian.org/CD/

[4] Fedora-Projekt: https://getfedora.org/de/

[5] Fedora 22 Workstation: https://getfedora.org/de/workstation/download/

[6] Fedora Spins: https://spins.fedoraproject.org/de/

[7] Sugar on a Stick: http://wiki.sugarlabs.org/go/Sugar_on_a_Stick

[8] Linux Mint: http://www.linuxmint.com/

[9] Linux-Mint-Editionen: http://www.linuxmint.com/release.php?id=23

[10] Kubuntu: http://www.kubuntu.org/

[11] Mageia Linux: https://www.mageia.org/de/

[12] OpenSuse: https://www.opensuse.org/de/

[13] Artikel zu Btrfs: Hans-Georg Eßer, "Butter bei dat Dateisystem", EasyLinux 01/2015, S. 94 f.

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