Mageia 5

Mageia [11] erschien das erste Mal im September 2010 als Abspaltung von Mandriva Linux, das es mittlerweile nicht mehr gibt: Im Mai hat die französische Firma Mandriva S.A. Konkurs angemeldet, nachdem 2011 die letzte offizielle Release (2011.0) erschienen war.

Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Magie". Die aktuelle Version 5 ist im Juni 2015 erschienen, sie ist die erste Ausgabe der Community-Distribution, die auf UEFI-Systemen installierbar ist.

Das Installationsprogramm ist leicht zu bedienen und führt in wenigen Schritten durch die Einrichtung. Wie in der Mandrake-/Mandriva-Welt üblich, wird ein Root-Passwort festgelegt, und der Standardbenutzer muss später su verwenden, um Root-Rechte zu erhalten – sudo wird nicht vorkonfiguriert. Das ist Geschmacksache; wer sudo bevorzugt, kann die Konfiguration später ändern.

Unsere einzigen Kritikpunkte am Installer sind

  • der mehrfache Wechsel zwischen Dialogen mit Rückfragen und Kopier- oder Download-Aktionen (das führt dazu, dass man ein paar Minuten am Rechner sitzen bleiben muss)
  • sowie die Tatsache, dass trotz des Einrichtens von Onlinequellen die Installations-DVD als Standardquelle aktiviert bleibt, so dass man diese im fertigen System erst manuell aus der Liste der Paketquellen entfernen muss, um regelmäßige Aufforderungen zum Einlegen der DVD zu vermeiden (siehe Installationsartikel ab Seite 34).

Desktop und Konfiguration

Mandrake Linux war eine der ersten Distributionen, die ein zusammenhängendes Kontrollzentrum eingeführt haben – das ist über Mandriva bis hin zu Mageia so geblieben: Das Mageia-Kontrollzentrum bündelt alle wichtigen Konfigurationsaufgaben unter einem Dach (Abbildung 8).

Abbildung 8: Der Mageia-Desktop gefällt mit einer effektarmen klassischen KDE-Konfiguration, in der sich auch Windows-Umsteiger direkt zurecht finden.

Der Desktop präsentiert sich schlank und übersichtlich, obwohl hier ein aktuelles KDE 4.14.5 arbeitet. Das Startmenü verwendet out-of-the-box den klassischen, aufklappenden Stil, was alle Anwender erfreuen wird, die sich mit dem Kickoff-Stil nie anfreunden konnten und bei jedem frischen KDE-Desktop als erstes das Startmenü auf klassisch umstellt.

Windows-Umsteiger werden an Mageias KDE-Konfiguration auch schätzen, dass hier der Doppelklick als Standard eingestellt ist, um Programme und Dateien über Desktop- oder Dateimanager-Icons zu starten bzw. zu öffnen. Auch schön: Von Anfang an gibt es vier Arbeitsflächen, auf denen sich die Fenster breit machen dürfen.

Das Mageia-Projekt, das ohne Firmenmitwirkung als Community-Projekt organisiert ist, hat seit der Vorgänger-Release 16 Monate Arbeit in die neue Version gesteckt, und das Ergebnis wirkt rund.

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