Sechs Linux-Versionen für Ein- und Umsteiger

Linux mit Komfort

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Wie leicht gelingt die Installation der Distribution? Funktioniert das auch auf neuen Rechnern mit UEFI, und verkleinert der Installer vorhandene Windows-Systeme? Wir testen die Einsteigerfreundlichkeit von sechs aktuellen Linux-Distributionen.

Laut DistroWatch-Rangliste [1] liegt Linux Mint in der Gunst der Nutzer weit vorne – und das schon seit Monaten. Deutlich abgeschlagen auf dem zweiten Platz folgt Ubuntu, dicht dahinter Debian. OpenSuse, Fedora und Mageia sind auf den Rängen 4, 5 und 6. Wir haben fünf der Spitzenreiter sowie den KDE-Ableger Kubuntu von Ubuntu unter die Lupe genommen. Alle sechs Distributionen sollten zeigen, wie einsteigerfreundlich sie sind. Zu Kubuntu und Mageia finden Sie darüber hinaus ab Seite 28 und ab Seite 34 Installationsanleitungen, weil wir diese Distributionen auf die Heft-DVD gepackt haben.

Dazu haben wir uns zunächst den Installer angeschaut. Ohne Ausnahme setzen alle getesteten Systeme auf ein grafisches Werkzeug bei der Einrichtung. Kubuntu, Linux Mint und Fedora booten zunächst ein Live-System, und Sie können die Distribution nach Herzenslust testen, bevor Sie über ein Desktopsymbol die Installation anstoßen. Debian, Mageia und OpenSuse starten das Installationsprogramm hingegen direkt nach dem Booten von einem entsprechenden Medium.

Alle Kandidaten sollten darüber hinaus zeigen, wie kooperativ sie sich verhalten und ob sie vorhandene Windows-Systeme miteinbeziehen. Schon länger können die Installationsprogramme NTFS-Partitionen verkleinern und den freien Platz für Linux nutzen; inzwischen sind die meisten Systeme so weit, dass sie auch mit dem neuen UEFI klarkommen. Unsere sechs Prüflinge beherrschen das alle – manchmal allerdings gilt es, aufzupassen und selbst Hand anzulegen.

Schließlich haben wir uns die Desktops angeschaut. Während einige Distributionen sich auf einen Standard festlegen, bieten andere bei der Installation mehrere Oberflächen zur Auswahl an. Teilweise sind die alternativen Desktops auf eigenen Installationsmedien untergebracht; im Fall von Ubuntu trägt das System sogar einen eigenen Namen (Kubuntu). Da EasyLinux in den meisten Artikeln die KDE-Arbeitsumgebung beschreibt, haben wir zudem nachgeschaut, wie aufwendig das Nachrüsten dieses Desktops ist, wenn er nicht automatisch installiert wird.

Debian 8.1

Die neueste Ausgabe der Community-Distribution Debian [2] ist im April 2015 als Version 8.0 erschienen; im Juni folgte mit Version 8.1 ein erstes Update. Beide Systeme (und auch weitere Ausgaben der 8er-Reihe) hören auf den Codenamen "Jessie". Schon lange hat Debian unterschiedliche Installationsmedien im Angebot: Neben fertigen CD-/DVD-Images bieten die Entwickler auch kleine Abbilder für USB-Sticks oder Netzwerkinstallationen an [3]. Wir haben für unseren Test das erste von insgesamt drei DVD-Images für 64-Bit-Systeme verwendet. (Die anderen beiden Abbilder enthalten zusätzliche Software; sie sind nicht bootbar.)

Der Debian-Installer erkennt automatisch, ob es sich um ein System im UEFI-Modus handelt, und zeigt das im Startbildschirm am oberen Rand an. Die ausgewählte Sprache und den Aufenthaltsort nutzt der Installer, um später eine passende Zeitzone und einen Debian-Spiegelserver vorzuschlagen. Anschließend versucht das System, die vorhandene Hardware zu identifizieren. Ist im Netz ein DHCP-Server vorhanden, erhält der Debian-Rechner von diesem automatisch eine IP-Adresse. Nach der Netzwerkkonfiguration setzen Sie ein Passwort für den Systemadministrator root. Wenn Sie die Felder leerlassen, deaktiviert das System den Account und gibt dem bei der Installation eingerichteten Benutzer mithilfe von sudo Administratorrechte. Nach dem Einrichten eines normalen Benutzeraccounts untersucht der Installer vorhandene Festplatten. Ein Partitionierungsassistent steht nun hilfreich zur Seite, wenn es ans Aufteilen des Platzes geht.

Gut aufgeteilt

Für die meisten Anwender sind die folgenden Optionen beim Partitionieren interessant:

  • Geführt -- vollständige Festplatte verwenden: In diesem Szenario teilt der Partitionierungsassistent eine Platte selbständig auf. Der Debian-Installer bietet dabei an, alle Dateien auf eine Partition zu packen, eine separate /home-Partition zu erstellen oder sogar eigene /home-, /usr-, /var- und /tmp-Partitionen anzulegen. Befinden sich schon ein Windows-System oder weitere Linuxe auf der Platte, wählen Sie stattdessen die Aufteilung von Hand.
  • Manuell: Entscheiden Sie sich hierfür, blendet der Partitionierungsassistent zunächst eine Übersicht der vorhandenen Platten und Partitionen ein. Unbelegter Platz ist deutlich als FREIER SPEICHER gekennzeichnet. Sie können vorhandene (NTFS-)Partitionen bearbeiten und deren Größe anpassen. Dazu wählen Sie einen Eintrag aus, klicken auf Weiter und entscheiden sich dann für Partitionsgröße ändern.

Windows-Partitionen können Sie im Debian-Installer auswählen und unformatiert (!) einbinden. Damit sind diese direkt ins System integriert, und Sie können sie unter Linux einhängen und vom Dateimanager aus erreichen.

Der Debian-Installer kümmert sich nur im geführten Modus um das Anlegen einer UEFI-System-Partition (ESP), in welcher er später den Bootloader unterbringt. Beim manuellen Aufteilen muss man sich selbst darum kümmern (Abbildung 1). Eine bereits von Windows erstellte ESP kann Debian mit benutzen.

Abbildung 1: Der Debian-Installer erzeugt UEFI-System-Partitionen und macht diese automatisch bootfähig.

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