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PDF-Viewer für Linux

Gut dargestellt

Das PDF-Format ist überall und schon lange der Standard für den Austausch von Dokumenten. Für Linux-Systeme stehen gleich mehrere PDF-Viewer zur Verfügung. EasyLinux prüft sie auf Herz und Nieren.

Das Portable Document Format (PDF) hat einen beispiellosen Siegeszug hinter sich: Heute tauschen Anwender Dokumente mit Texten oder Tabellen bevorzugt als PDF-Dateien aus, denn PDF ist ein offener Standard. Für praktisch jede Plattform gibt es gleich mehrere Werkzeuge, die PDF-Dateien ordentlich anzeigen – und zwar so, wie es sich der ursprüngliche Autor des Dokuments gewünscht hat.

Das erklärt, warum PDF zum allgegenwärtigen Format geworden ist: Wer zum Beispiel über einen virtuellen PDF-Drucker ein Dokument aus Word 2007 ins PDF-Format exportiert, kann darauf vertrauen, dass es beim Empfänger auf dem Bildschirm wie geplant aussieht – und dort auch so aus dem Drucker kommt, wie es sein soll. Die nativen Formate von Word und Excel, OpenOffice / LibreOffice und den verschiedenen anderen Office-Suites bieten diesen Standard nicht immer: Legendär sind die Bruchlandungen etwa von Word, wenn eine neue Word-Version ein Dokument anzeigen soll, das in einer älteren Word-Version gespeichert wurde; sind auf dem Rechner im Dokument benutzte Schriften nicht installiert, ist eh keine korrekte Darstellung möglich.

Damit das Betrachten von PDF-Dokumenten klappt, brauchen Sie ein geeignetes Anzeigeprogramm. Der Platzhirsch unter diesen Programmen ist der Adobe Reader, der früher Acrobat Reader hieß. Für Linux gibt es aber auch jede Menge Alternativen, die problemlose PDF-Nutzung versprechen. Jedes der Werkzeuge hat individuelle Stärken und Schwächen, doch welches Programm eignet sich für einen spezifischen Einsatzzweck? EasyLinux verrät es Ihnen und vergleicht fünf bekannte PDF-Betrachter für Linux: den KDE-eigenen Standarddateibetrachter Okular, das Gnome-Pendant Evince, den Adobe Reader, MuPDF sowie Qpdfview.

Der Zombie: Adobe Reader

Den Adobe Reader (Abbildung 1) vom Erfinder des PDF-Formats überhaupt in den Test aufzunehmen, war nicht selbstverständlich, denn das Programm hat ein ernsthaftes Problem: Adobe hat Ende 2014 die Unterstützung für Linux eingestellt. Neue Versionen des Acrobat Readers wird es also nicht mehr geben. Das hat gleich mehrere problematische Konsequenzen. An erster Stelle wird es durch diesen Umstand schwieriger, den Reader auf neueren Distributionen überhaupt zum Laufen zu bringen. Pakete existieren oft nur für ältere Systeme, und ob diese Pakete mit neuen Distributionen kompatibel sind, ist nicht sicher. Problematisch sind etwa diverse Bibliotheken, die der Reader benötigt – darunter die durchaus betagte Bibliothek GTK in Version 2.

Abbildung 1: Der Adobe Reader für Linux erhält keine Updates mehr und hat auf einem modernen Linux-System nichts zu suchen.

Zumindest unter Ubuntu 15.04 lässt sich der Adobe Reader noch installieren – Canonical bietet ein eigenes Partner-Repository an, das zwar für eine Vorgängerversion gedacht ist, aber auch mit der aktuellen Version von Ubuntu noch funktioniert [1]. OpenSuse hat das Acroread-Paket bereits verbannt, die letzte Linux-Version 9.5.5 vom April 2013, die auf dem Adobe-FTP-Server [2] verfügbar ist, lässt sich unter OpenSuse aber nach dem manuellen Download noch mit

sudo zypper in AdbeRdr9.5.5-1_i486linux_enu.rpm

erfolgreich installieren – und zieht dabei eine Reihe von 32-Bit-Kompatibilitätspaketen nach, weil es keine 64-Bit-Version gibt. Das Programm läuft danach nur englischsprachig, der Sprachwahldialog beim ersten Programmstart ist albern, weil er außer Englisch keine anderen Sprachen anbietet. Eine Zukunft hat der Adobe Reader unter Linux jedenfalls nicht.

Sicherheitsprobleme im Lieferumfang

Dafür spricht auch ein anderer Umstand: Weil Adobe den Support für Linux vollständig aufgegeben hat, wird es auch keine neuen Adobe-Reader-Versionen mehr geben, die Sicherheitsprobleme beheben. Dabei sind Angriffe über PDF-Dokumente kein theoretisches Szenario: Adobe hat selbst einige Erfahrung mit Sicherheitslöchern im Reader gesammelt. Wer sich den Adobe Reader für Linux installiert, schafft ein Einfallstor für Angriffe.

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