Know-how für die Kommandozeile

Shell-Tipps

Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sie manche Aufgabe schneller bewältigen als in grafischen Programmen. Wir stellen interessante Anwendungen und Aufrufparameter vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: Aus "less" heraus einen Editor starten

Lesen Sie mit less eine Textdatei und fällt Ihnen ein Tippfehler ins Auge, dann müssen Sie den Pager nicht erst beenden, die Datei im Texteditor öffnen, die Stelle mit dem Vertipper suchen und korrigieren. Sie können stattdessen in less [V] drücken, um den Standardeditor zu starten. Auf vielen Distributionen, so auch unter Ubuntu, ist die Voreinstellung ein Link im Verzeichnis /etc/alternatives:

$ ls -l /etc/alternatives/editor
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Sep  1 11:41 /etc/alternatives/editor -> /usr/bin/joe

OpenSuse verwaltet den Standard-Editor nicht über einen Eintrag in /etc/alternatives/, und dort startet less automatisch den Standardeditor vi.

Sagt Ihnen die Voreinstellung nicht zu, legen Sie temporär über die Umgebungsvariable EDITOR ein anderes Programm fest, z. B.:

export EDITOR=vim

Drücken Sie nun [V], während Sie mit less in einer Datei blättern, öffnet der Vim diese genau an der Stelle, wo Sie sich auch in less befunden haben. Nachdem Sie den Editor beendet haben, landen Sie wieder im Dateibetrachter, den Sie mit [Q] verlassen.

Sie können die Festlegung des Editors auch dauerhaft einstellen, indem Sie den obigen export-Befehl in ~/.bashrc eintragen.

Tipp: Account-Informationen mit "passwd" auslesen

Das Kommandozeilentool passwd nehmen Sie als normaler Benutzer zu Hilfe, um das eigene Kennwort auf der Shell zu ändern. Dabei fordert Sie das Programm zunächst auf, das aktuelle Passwort einzutippen; danach geben Sie zweimal das neue ein. Als Systemverwalter können Sie so auch die Kennwörter anderer Accounts neu setzen. passwd kann aber noch mehr: Beispielsweise verrät es Ihnen, wann Sie Ihr Passwort zuletzt erneuert haben. Rufen Sie den Befehl dazu mit dem Schalter -S auf:

$ passwd -S
huhn P 09/18/2014 0 99999 7 -1

Die Ausgabe sieht kryptisch aus, ist aber schnell aufgeschlüsselt: Der Benutzername im Beispiel ist huhn. Das zweite Feld zeigt an, ob das Passwort gültig ist (P). Steht hier stattdessen ein L, so ist das Kennwort gesperrt. NP hingegen verrät, dass es kein Passwort gibt. Im dritten Feld sehen Sie, wann der Benutzer das Kennwort zuletzt geändert hat. Das Datum folgt der amerikanischen Schreibweise und nennt zuerst den Monat, dann den Tag und schließlich das Jahr. Das Beispiel zeigt also, dass huhn zuletzt am 18. September 2014 das Kennwort neu gesetzt hat.

Aus Sicherheitsgründen können Sie diese Informationen immer nur für den eigenen Account auslesen. Nur der Systemverwalter erhält Auskunft über andere und hängt dazu deren Loginnamen an den Befehl an, also z. B. so:

sudo passwd -S petronella

Alternativ kann der Administrator auch den Status aller Accounts auf dem System einblenden und hängt dazu einfach den Parameter -a an.

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