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© Domen Colja, 123RF

OpenSuse und Kubuntu vom USB-Stick betreiben

Linux-Riegel für unterwegs

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Statt auf eine Festplatte können Sie Linux auch problemlos auf einen USB-Stick installieren. Dieser Artikel verrät Ihnen, wie Sie sich mit OpenSuse oder Kubuntu ein Linux zum Mitnehmen basteln.

Wenn Sie auf Ihrem eigenen Computer regelmäßig mit Linux arbeiten, haben Sie sich vermutlich an verschiedene Dinge gewöhnt – Ihren Desktop zum Beispiel: So fühlen Sie sich nur auf dem eigenen System wirklich zu Hause, weil Sie Aussehen und Verhalten der Oberfläche auf dem Effeff kennen und sehr effizient damit arbeiten. Dank der stark gewachsenen Verbreitung von Notebooks ist der Desktop portabel geworden: Egal, wo Sie sind; Sie können Ihre Arbeitsumgebung stets bei sich haben. Nicht alle mobilen PCs sind allerdings so portabel, wie es die Nutzer gern hätten. Wenn das Gerät mehr als zwei Kilo auf die Waage bringt, wird der Transport schon lästig.

Sind Sie regelmäßig unterwegs und wollen – auch ohne Notebook – nicht auf Ihre gewohnte Arbeitsumgebung verzichten, hilft ein Trick: Aktuelle Linux-Distributionen lassen sich nicht nur auf die normalen Festplatten und SSDs installieren, sondern geben sich auch mit einem USB-Stick zufrieden. Sie richten Linux dazu so auf dem Stick ein, als ob er eine normale Festplatte wäre. An einem fremden PC starten Sie "Ihr" Linux vom Stick dann, indem Sie davon booten. Weil Sie USB-Stick-Linux ganz regulär nach Ihren Vorstellungen konfigurieren können, erhalten Sie künftig das "Zu-Hause-Gefühl" überall dort, wo Sie Ihr portables Linux starten.

In diesem Artikel erfahren Sie für Ubuntu und OpenSuse, wie Sie einen Linux-Stick für den portablen Einsatz erstellen und worauf Sie achten müssen. Aber bevor Sie mit der praktischen Arbeit beginnen, steht ein bisschen Theorie auf dem Stundenplan. Denn damit portable Lust statt portablen Frusts entsteht, gilt es, ein paar Details zu beachten.

Der Unterschied zur Live-CD

Zunächst ist ein Unterschied sehr wichtig: Das Ziel ist nicht, ein vorhandenes "Live-CD"-Image auf einen USB-Stick zu kopieren, um anschließend dieses Live-System zu starten. Die Live-Systeme beruhen alle auf einem simplen Prinzip: Sie starten ein fertiges Betriebssystem aus einem Festplattenabbild (Image) heraus. Das Abbild im laufenden Betrieb zu ändern, ist meist unmöglich; nach jedem Neustart präsentiert sich das Linux-System also wieder im selben Zustand, und auch private Daten können Sie nicht sichern. Knoppix bietet hier ein Feature namens Persistent-Modus, bei dem ein (weiterer) USB-Stick Anpassungen und private Daten aufnehmen kann, die dann auch einen Reboot überleben, aber vergleichbar mit einem normalen Installation auf Festplatte ist das noch nicht.

Unser Ziel ist eine reguläre Installation von Linux, die aber eben nicht auf einer eingebauten Festplatte, sondern auf dem USB-Stick liegt. Live-CDs sind nur zum Testen gut, für den dauerhaften Einsatz als Desktop-System aber nicht.

Die passende Hardware

Auch ein Hinweis zum benutzten USB-Stick darf an dieser Stelle nicht fehlen: Der Einsatz als "Festplatte" für ein Live-System ringt den Speichersticks nämlich so einiges ab. Im Elektroladen Ihres Vertrauens finden Sie üblicherweise ganze Regalwände voller Sticks, wobei das Preisspektrum bei wenigen Euro beginnt und nach oben hin praktisch offen ist. Verwenden Sie als Gerät für Ihren mobilen Desktop jedoch nicht die billigste verfügbare Hardware.

USB-Sticks nutzen – wie auch Solid State Drives (SSDs) – Flash-Speicher, um Daten abzulegen, sind aber (anders als SSDs) nicht auf ständiges Neuschreiben der Daten vorbereitet. Während Lesezugriffe unproblematisch sind, reduziert jeder Schreibzyklus die Lebenserwartung des Sticks.

Achten Sie auch darauf, dass der Stick genügend Platz für die Aufgaben bietet, die Sie mit dem System erledigen wollen. Für eine reguläre Installation von OpenSuse oder Ubuntu sind 8 GByte die unterste Grenze, abhängig vom Umfang der zusätzlich zu installierenden Software darf es auch das Doppelte sein, und für Ihre privaten Daten muss ja auch noch Raum bleiben. Ab 32 GByte sind Sie in einem Bereich, der für die meisten Aufgaben ausreichen sollte.

Damit das Linux auf dem USB-Stick schnell arbeitet, empfiehlt sich der Betrieb an einem USB-3-Anschluss – was nur dann eine Verbesserung bedeutet, wenn Sie auch einen USB-3-Stick verwenden. USB 3 ist mit USB-2-Anschlüssen kompatibel, so dass Sie einen solchen Stick auch an älteren Geräten ohne USB-3-Port nutzen können.

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