Mit dem Formeleditor arbeiten

Formeln mit Format

Das Büropaket LibreOffice hat mit Math ein eigenes Modul im Programm, das Ihnen beim Anlegen von einfachen und komplexen Formeln zur Seite steht.

Den Formeleditor Math nutzen Sie entweder als eigenständiges Programm oder rufen ihn aus den anderen LibreOffice-Modulen heraus auf. So binden Sie in Textdokumente, Tabellen, Präsentationen und Zeichnungen perfekt formatierte Formeln ein. Math kann Brüche, Potenzen, Integrale, Funktionen und sogar ganze Gleichungssysteme oder Matrizen darstellen.

Sie starten Math in einem separaten Fenster über Datei / Neu / Formel. Um eine Formel in Writer, Calc, Impress oder Draw einzubinden, rufen Sie aus deren Menü Einfügen / Objekt / Formel auf, das heißt, die Formel ist nun ein ins Dokument eingebettetes Objekt, das Sie größer oder kleiner ziehen und verschieben können.

Die Arbeit mit dem Math-Editorfenster funktioniert in beiden Fällen gleich. Links sehen Sie die Seitenleiste, rechts unten das Fenster Kommandos, das normalerweise angedockt ist, per [Strg] und Doppelklick auf den Rahmen aber als eigenständiger Bereich erscheint. Darüber, auf der rechten Seite sehen Sie die Formel, wie sie im Dokument erscheint. Über Ansicht / Elemente blenden Sie ein kleines Dialogfenster ein, das die Eingabe von Formeln erleichtert – es eignet sich besonders für Math-Einsteiger. Im oberen Bereich des Elemente-Fensters erreichen Sie über Symbole dieselben Kategorien, die das Drop-down-Menü in der Seitenleiste enthält.

Beachten Sie, dass der Formeleditor keine Berechnungen durchführt. Math dient ausschließlich zum Schreiben und Anzeigen von Formeln.

Der Arbeitsbereich

Zunächst ist die Arbeitsfläche leer. Wählen Sie entweder aus dem Elemente-Fenster oder aus dem Menü der Seitenleiste eine der neun Kategorien aus. Im Angebot sind Unäre/Binäre Operationen, Relationen, Mengenoperationen, Funktionen, Operatoren, Attribute, Klammern, Formatierungen und Sonstiges. Anschließend zeigen Elemente und Seitenleiste Schaltflächen mit zur aktuellen Abteilung passenden Symbolen. Klicken Sie auf eines davon, zeigt der Kommandobereich den zugehörigen Befehl an, und im Dokument sehen Sie die ausgeschriebene Formel.

Wählen Sie in der Seitenleiste oder unter Elemente beispielsweise Unäre/Binäre Operationen aus und klicken Sie dann auf das Symbol für Multiplikation (Punkt). Im Kommandofenster sehen Sie nun diesen Text:

<?> cdot <?>

Im Dokument erscheinen zwei graue Kästchen mit einem Punkt (Abbildung 1). Sobald Sie die Platzhalter im Kommandobereich (<?>) durch Zahlen oder Variablen wie a, b usw. ersetzen, erscheinen diese anstelle der grauen Quadrate. Der erste Platzhalter ist nach dem Einfügen der neuen Formel bereits markiert, und Sie können ihn durch Eingeben Ihres Zeichens überschreiben. Mit [F4] springen Sie den nächsten an, [Umschalt]+[F4] bringt Sie zum vorigen. In der Voreinstellung aktualisiert Math die Formel automatisch. Möchten Sie das nicht, deaktivieren Sie das Feature über Ansicht / Ansicht automatisch aktualisieren. Von Hand bringen Sie stets alles auf den neuesten Stand, indem Sie [F9] drücken.

Abbildung 1: Sobald Sie auf das Symbol für "Multiplikation (Punkt)" klicken, erscheint die Formel im Dokument und im Kommandobereich. Die Platzhalter ersetzen Sie anschließend durch Zahlen oder Variablen.

Über Ansicht / Symbolleisten / Extras blenden Sie eine Leiste mit Icons ein, welche die Ansicht per Mausklick vergrößern und verkleinern bzw. das Fenster optimal ausfüllen. Praktisch ist auch das zweite Symbol von rechts: Dieser Formel-Cursor hilft Ihnen dabei, einen bestimmen Teil einer Formel im Dokument oder im Kommandobereich aufzuspüren, indem er einen angeklickten Bereich hervorhebt.

Auf Griechisch!

In mathematischen Formeln kommen oft griechische Buchstaben vor. Im Fenster Elemente sind diese nicht enthalten und auch nicht über die Seitenleiste erreichbar. Sie finden sie über Extras / Katalog oder über die im vorigen Abschnitt erwähnte Symbolleiste Extras und dort das ganz rechte Icon. Im folgenden Dialog wählen Sie ein Zeichen mit das Maus aus (Abbildung 2) und klicken auf Einfügen, gefolgt von Schließen. Alternativ fassen Sie die letzten beiden Schritte zusammen und doppelklicken auf das gesuchte Zeichen. Der zugehörige Code landet im Fenster Kommandos, und der Dialog schließt sich.

Abbildung 2: Über den Dialog "Symbole" fügen Sie griechische Buchstaben in Ihre Formeln ein.

Wie Sie sehen, erscheinen die griechischen Sonderzeichen im unteren Bereich jeweils mit ihrem Namen hinter einem Prozentzeichen. Für einen Großbuchstaben stehen dort nur große Zeichen, also beispielsweise %ALPHA, %BETA, %GAMMA, ein kleines Zeichen verwendet ausschließlich Kleinbuchstaben: %psi, %phi und %theta. Eine vollständige Liste mit allen griechischen Buchstaben und den Markup-Entsprechungen finden Sie im Handbuch zu Math.

Im Katalog können Sie auch vorhandene Symbole ändern oder neue hinzufügen, die Sie oft in Formeln benötigen. Die dazu notwendigen Werkzeuge finden Sie hinter der Schaltfläche Bearbeiten. Möchten Sie beispielsweise das Sonderzeichen entspricht (ein Gleichheitszeichen mit einem Dach) im Symbolsatz Spezial ergänzen, wählen Sie diesen zunächst aus dem oberen Drop-down-Menü aus und klicken auf Bearbeiten, um den Dialog Symbole bearbeiten auf den Plan zu rufen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Über diesen Dialog bearbeiten Sie vorhandene Symbole aus dem Katalog. Außerdem erstellen Sie neue Symbolsätze mit oft benötigten Sonderzeichen.

Beachten Sie die fünf Drop-down-Menüs unterhalb des eingeblendeten Zeichensatzes. Im Feld Symbol steht der Name des markierten Zeichens; in Abbildung 3 ist das promille. Wählen Sie aus dem oberen Feld entspricht (das Gleichheitszeichen mit dem Dach) aus. Im Feld Symbolsatz steht der Name aus dem Katalog, in diesem Fall Spezial. Um das Entspricht-Zeichen in diese Sammlung aufzunehmen, klicken Sie unten rechts auf Hinzufügen. Alternativ tragen Sie einen eigenen Namen ins Feld Symbolsatz ein und erzeugen damit eine neue Kollektion.

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